Stolz und Vorurteil
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Durchschnittliche Kundenbewertung:Produktbeschreibung
England, Ende des 18. Jahrhunderts Mrs. Bennet hat ihren fünf Töchtern nur ein Lebensziel beigebracht - Ehefrau zu werden. Doch ihrer zweitältesten Tochter Lizzie fallen gleich hundert gute Gründe ein, sich nie zu vermählen. Als ein wohlhabender Junggeselle und sein kultivierter Freundeskreis ihre Sommerresidenz in einer nahe gelegenen Villa einrichten, herrscht bei den Bennets wegen der vielen möglichen Verehrer große Aufregung. Tatsächlich bändelt der Neuankömmling Mr. Charles Bingley sofort mit der ältesten Tochter Jane an. Als Lizzie jedoch den gut aussehenden und versnobten Mr. Darcy kennen lernt, gefährden schon bald Stolz und Vorurteile ihre aufblühende Liebe. Können die Gefühle der beiden dennoch siegen und kann Lizzie endlich einen Grund zum Heiraten finden? Regisseur Joe Wright hält sich bei seiner Verfilmung von Jane Austens Romanklassikers aus dem Jahr 1813 streng an das Original, schlägt durchaus ernste Töne an und wird von einem hervorragenden Schauspielerensemble unterstützt, das die hervorragende Charakterzeichnung optimal umsetzt. Wunderschön und authentisch bebildertes klassisches Kostümkino.
Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #295 in DVD
- Erscheinungsdatum: 2006-02-23
- Bewertung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
- Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
- Formate: Dolby, PAL, Surround Sound
- Originalsprache: Deutsch, Englisch
- Untertitel in: Deutsch
- Länge: 122 Minuten
Aus der Amazon-Redaktion
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Man kann literarische Vorlagen einfach nicht besser umsetzen als Regisseur Joe Wright in der Version von Jane Austens Stolz und Vorurteil aus dem Jahre 2005. Das Schlüsselwort hierbei ist "Adaption", denn Wright und die talentierte Drehbuchautorin Deborah Moggach haben sich bei Austens klassischem Roman Freiheiten herausgenommen, die Puristen vielleicht nicht passen dürften, aber in diesem hervorragenden Film sind ihre künstlerischen Entscheidungen voll und ganz gerechtfertigt und außergewöhnlich gut umgesetzt. Hier betrachtet man ein ländlicheres England um 1790 (gegenüber Austens frühem Neunzehnten Jahrhundert), wo Elizabeth Bennet (Keira Knightley) eine von mehreren Schwestern spielt, die für die baldige Vermählung vorgesehen sind. Deren überängstliche Mutter (Brenda Blethyn) wacht beinahe verzweifelt darüber, dass ihre Töchter nur mit den edelsten und reichsten verfügbaren Ehemännern verheiratet werden. Elizabeth ist eigenwillig und starrsinnig, aber ihr Verstand (ebenso wie ihr Stolz und Vorurteil) kann ihr Herz nicht im Zaum halten, als sie den reichen Mr. Darcy (Matthew Macfadyen) kennen lernt, dessen eigener Sinn für Anstand und Diskretion (ebenso wie sein Stolz und Vorurteil) verhindern, dass er ihr seine Zuneigung gesteht. Die beiden sind füreinander bestimmt, und während Knightleys Darstellung die Leinwand erhellt (die noch jung genug ist, um mädchenhaft impertinent zu erscheinen und dennoch trotz ihrer zwanzig Jahre weise wirkt), erfährt Austens zeitlose Romanze eine ebenso zeitlose Adaption, die qualitativ problemlos mit der beliebten BBC Miniserie messen kann, die seit ihrer Ausstrahlung im Jahre 1995 Millionen von Zuschauern begeistert hat. Man mag sich darüber streiten, welche Version nun die "beste" ist, aber diese untadelige Produktion mit ihren umwerfenden Nebendarstellern wie Judi Dench und Donald Sutherland erreicht ihre eigene Art von Perfektion. Jeff Shannon
Movieman.de
Mit der farbenfrohen Verfilmung des Austen-Klassikers hat Tv-Regisseur Joe Wright viel Gespür und Sensibiltät für seine Darsteller bewiesen. Nicht nur Besetzung, sondern auch Charaktergestaltung überzeugen. Eine kleine Ausnahme stellt dabei aber die wunderbar spielende Keira Knigley, die vor allem dem jungen Publikum aus Produktionen wie "Fluch der Karibik" oder "Tatsächlich Liebe" bekannt sein dürfte, dar. Fast übermäßig frech und aufmüpfig kommt die junge Elisabeth Bennet daher, wenn sie allen Verhaltensregeln, die im Bonusmaterial ein eigenes Feature erhalten, zuwider handelt. Das wirkt nicht ganz glaubwürdig, wo sich die Produktion doch sonst über alle Maße sorgfältig der historischen Detailtreue widmet. Insgesamt hinterlässt der Film ein positives Gefühl, denn es gelingt durchaus, ins England des 19. Jahrhunderts abzutauchen. Ob die erstmalige Kinoverfilmung des Austenstoffes in Punkto Charme an die BBC-Verfilmung von 1995 heran reichen kann, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Dafür, dass Hollywood durchaus britisch daher kommen kann, ist der Film ein gelungenes Exempel. Fazit: 19. Jahrhundert in Hochglanz
Moviemans Kommentar zur DVD: Optisch ist die Disc sehr zu empfehlen. Brillante Farben und einwandfreie Schärfewerte machen sich genauso bemerkbar wie Artefakt- und Rauschfreiheit. Akustisch bleibt leider Räumlichkeit zu vermissen. Lediglich die lebhaften Musikstücke schaffen es einen wirklich vollen Raumklang zu generieren. das Bonusmaterial ist nicht nur aufwendig gestaltet, sondern auch informativ.
Bild: Die warmen Farben und Lichtstimmungen kommen satt und naturgetreu herüber. Dem entsprechend positiv fallen auch Kontrast- und Schärfewerte aus (Wimpern, 01:16:26). Stellenweise bieten sich Landschaftsaufnahmen wie aus einem hochwertigen Animationsfilm (Bäume vor Herrenhaus, 00:04:54). Nur selten schlagen Gesichtsfarben ins Übersättigte um (Männergesichter, 00:05:51). Das Bild bleibt außerdem durchgängig frei von Rauschen und Artefakten. Insgesamt eine Wohltat für Augen wie Sinne.
Ton: Wie sollte es anders sein, ist es doch natürlich die Musik, die vor allem in den bunten Ballszenen alle Kanäle auszulasten vermag und das Gefühl vermittelt, als würde man selbst mittanzen. Zwischen englischem und deutschem Ton entsteht dabei keinerlei Konkurrenz. Wenn auch das Original mit mehr sprachlichen Feinheiten versehen ist und den "British way of life" authentischer vermittelt, so kann die deutsche Fassung mit Klarheit auftrumpfen. Leider vermittelt sich die Raumkulisse in beiden Versionen nicht sonderlich kraftvoll. Das Menschengewimmel eines großen, belebten Marktplatzes überträgt sich akustisch nicht durch die hinteren Boxen, sondern nur über ein paar leise Glockenschläge. Das ist etwas enttäuschend, wenngleich die Dialoge, die in diesem Konversationsdrama im Vordergrund stehen, gut ausgebaut sind. Ärgerlich bleibt bei alldem dennoch, dass sich während des laufenden Filmes nicht zwischen den Tonspuren wählen lässt, ohne ins Menu zu springen und den Film daraufhin wieder von vorne starten zu müssen.
Extras: Die DVD bietet ein sehr hintergründiges Bonusmaterial, das sich besonders historischen Details mit großer Aufmerksamkeit widmet. In "Die Diplomatie des Werbens im 18. Jahrhundert" (4:23 min.) geht es um Verhaltensregeln, die das alltägliche Leben im 18. Jahrhundert kennzeichneten. In Interviews, die mit Filmszenen bebildert werden, berichten Produzenten, Choreographin, die Leiterin des Jane-Austen-Hauses, sowie Regisseur udn Darsteller über Vorgaben und Umsetzung. "Die Herrenhäuser von Stolz und Vorurteil ist eine interaktive Karte von England, auf der die Drehorte verzeichnet sind. Anwählbar und dann mit Fotogalerie oder aufwendigem Film über das jeweilige Gutshaus anschaulich gemacht wurden Chatsworth House ind Derbyshire (2:56 min.), Basildon Park in Berkshire (2:13 min.), Burghley House in Lincolnshire (3:53 min.), Wilton House in Wiltshire (2:30 min.) und Groombridge Place in Kent (4:23 min.). Zu jedem Drehort steht auch eine Fotogalerie zur Verfügung. In diesem Feature werden sehr schön aufgearbeitete Informationen geliefert, die über den üblichen Informationsgehalt einer DVD hinausgehen. "Die Bennets" (6:01 min.) liefert Kommentare und Bilder zu den Figuren aus Film und Austens Vorlage. "Jane Austen und ihre Zeit" (8:03 min.) berichtet über neue Versionen und andere Hollywood-Austen-Verfilmungen. Außerdem enthält das Feature zahlreiche Kommentare zu Austens Büchern. "Familienstammbäume in Stolz und Vorurteil" beschäftigt sich wie "Die Herrenhäuser von Stolz und Vorurteil" in interaktiver Form mit den Verwandtschaftsbeziehungen der Figuren, die in einem schön gestalteten Stammbaum erläutert anwählbar sind. Die "Bildergalerien aus dem 19. Jahrhundert" teilen sich in Kleider und Kostüme, Schmuck und Accessoires, Möbel und Einrichtungsgegenstände auf. Die Auflistung ist gelungen, allerdings bleiben dabei Infos zu den einzelnen Stücken (z.B. um was für ein Kleid oder Möbelstück es sich bei dem abgebildeten handelt) zu vermissen. Im "Drehtagebuch" (6:17 min.) widmen sich die Schauspieler ihren Kollegen und berichten von der Zusammenarbeit beim Dreh. Des Weiteren sind ein alternatives Ende der US-Fassung (2:28 min.), ein Audiokommentar von Regisseur Joe Wright und ein Trailer zum Film "Nanny McPhee" auf der Disc enthalten. Ein insgesamt umfangreich hintergründiges Material. --movieman.de
VideoMarkt
Im England des späten 18. Jahrhunderts lebt die vielköpfige Familie Bennet am Rande der Armut. Dennoch will sich die dickköpfige, intelligente und schlagfertige Elizabeth Bennet so gar nicht ins strenge gesellschaftliche Korsett pressen und demütig - sowie möglichst lukrativ - verheiraten lassen. Sehr zu Sorge der Mutter, die ihre vier Töchter so schnell wie möglich unter der Haube sehen möchte. Da taucht der arrogante Mr. D'Arcy samt seinem ehewilligem Busenfreund auf, und Mrs. Bennet hört schon multiple Hochzeitsglocken läuten.
Kundenrezensionen
Ohne Vorurteil: Gut
Wie soll man diesen Film bloß unvoreingenommen beurteilen, wenn man die geniale BBC-Verfilmung mit Colin Firth und Jennifer Ehle von 1995 kennt? Diese Miniserie hat Maßstäbe gesetzt und kann kaum übertroffen werden und schon gar nicht von einem kompakten Kinofilm.
Umso mehr habe ich gestaunt, dass diese Verfilmung mit großer Kreativität eine absolut amüsante Interpretation von Austens "Pride and Prejudice" geschaffen hat. Und es grenzt schon an ein Wunder, wie Regisseur Joe Wright und Drehbuchautorin Deborah Moggach es geschafft haben, so viel Substanz aus Austens Novelle zu erhalten und in gerade mal 2 Stunden Film unterzubringen. Dafür ein ganz großes Lob!
Zwar sind einige Charaktere weggefallen und Handlungen sind drastisch gestrafft, beinahe im Zeitraffer brechen die wichtigen Ereignisse der Geschichte über die Helden herein. Und gelegentlich vermisste ich diese und jene Szene, die ich in P&P von BBC so lieb gewonnen hatte.
Aber dennoch hat auch dieser Film viel Charme und Witz und Romantik! Das liegt natürlich vor Allem an der uralten aber immer noch romantischen Buchvorlage. Eine Geschichte, die inzwischen hoffentlich jede(r) kennt: Der arrogante Mr. Darcy verliebt sich in Elizabeth Bennet eine geistreiche junge Dame, die er sich aber wegen ihres niedrigen Standes selbst versagt. Vergeblich kämpft er gegen seine Gefühle und macht ihr schließlich einen Heiratsantrag. Als Elizabeth ablehnt weil sie eine vorurteilsbeladene, schlechte Meinung von Darcy hat, fällt der aus allen Wolken...
Die andere Hälfte ihres großen Erfolgs verdankt diese britisch-französische Produktion (wohlgemerkt, es ist kein Hollywoodfilm!) jedoch dem Können von Regisseur, Kameramann und Darstellern, die fast durchweg hervorragend sind.
Allen voran ist Donald Sutherland zu nennen als der beste Mr. Bennet ever! Dann Judy Dench. Sie kann als Lady de Bourgh leicht mit Barbara Leigh-Hunt aus der 95er Verfilmung mithalten. Auch Rosamund Pike gibt eine herzallerliebste Jane und Tom Hollander(inzwischen in Fluch der Karibik 2 und 3 zu bewundern) einen perfekt-kleingeistigen Mr. Collins. Andere Figuren - besonders eine viel zu warmherzige Mrs. Bennet (Brenda Blethyn) und ein reichlich debiler Mr. Bingley (Simon Woods) sind in meinen Augen ein Fauxpas, aber dennoch nicht ohne einen irritierenden Reiz.
Einzig Keira Knightley halte ich als Lizzy für eine totale Fehlbesetzung.
Denn Keira Knightley spielt leider eine halbwüchsige und unreife Lizzy, die kaum etwas mit Jane Austens Elizabeth gemein hat. Ja, es stimmt: Auch der "neue" Darcy ist scheinbar nicht buchgetreu. Viele (Colin Firth) Fans kritisieren, dass Matthew MacFadyen keinen arroganten Darcy gibt, sondern einen spröden, schüchternen, ja fast schon bedauernswert unsicheren Knaben mimt. Aber ich möchte darauf hinweisen, dass in Jane Austens Novellen die männlichen Helden immer etwas nebulös bleiben und manchmal wenig greifbare Geschöpfe sind (Miss Austen kannte sie nämlich nicht besser, die Männer). Dem gegenüber beleuchtet sie die Gedanken und Verhaltensweisen ihrer weiblichen Helden stets sehr präzise. Und so weiß man wie Lizzy gedacht und gefühlt hat und wie sie sich verhielt. Und Jane Austen hat mit ihrer Elizabeth Bennet definitiv keinen in braune Fetzen gekleideten, albern herum kichernden und vorlauten Teenager schaffen wollen.
Austens Elizabeth ist eine schlagfertige, erwachsene und kluge Frau, die stets auf Etikette und gutes Benehmen achtet und die niemals die gesellschaftlichen Normen überschreitet - wie etwa unter einem Tisch sitzend anderer Leute Gespräche belauscht.
Das sei gewollt, sagen Kritiker, und dem Regisseur Joe Wright sei in der Besetzung der Elizabeth Bennet durch die klapperdürre, jungdynamische Piratenbraut Keira Knightley ein überzeugender Brückenschlag gelungen, nämlich zwischen der heutigen ungezwungenen Mädchengeneration und den damaligen gehemmten jungen Frauen. Wohlmeinende Kritiker behaupten Wright habe mit dieser Besetzung eine extrem moderne Lizzy geschaffen. Und das stimmt! Aber mir gefällt sie trotzdem nicht diese moderne Lizzy mit Unterbiss.
So, erst mal Luft holen und noch mal zur Klarstellung:
Ich finde es durchaus interessant wenn ein Regisseur sich künstlerische Freiheit erlaubt und bei der Verfilmung eines Buch vom Wortlaut abweicht oder seine Figuren ein wenig ummodelt - immer vorausgesetzt es kommt etwas Gutes dabei heraus.
Dass Longborn wie ein Schweinstall aussieht, regt zwar manche Austenpuristen auf, aber ich halte es für eine witzige und geistreiche Idee. Dass Keira Knightley angeblich absichtlich hässlich gemacht wurde ("uglying up Keira Knightley" titelte eine englische Zeitung seinerzeit) nun, das halte ich wiederum für ein Gerücht ;-). Im Übrigen hat sie in dem Film durchaus ihre "schönen Momente". Dass sie mit ihrem mageren und schlampigen Aussehen ganz und gar nicht dem damals üblichen Frauenidealbild entspricht (und das obwohl Austens Elizabeth als lokale Schönheit galt), das muss ich Kennern gegenüber eigentlich nicht extra erwähnen.
Jetzt zum Fast-Schluss noch ein paar Lobreden auf die begnadete Kameraführung, die wirklich einen Oskar verdient hätte. Roman Osin heißt der Kameramann und der ist in meinen Augen ein Meister seines Fachs. Manchmal aufdringlich und hektisch, manchmal idyllisch und pastoral, bietet uns die Kamera atemberaubende Bildkompositionen, wahre Orgien für die Augen. Allen voran die traumschöne Schaukelszene mit wunderschöner Musik untermalt und das Tête-à-tête des Traumpaares im Morgennebel, draußen auf der Heide mit einem so romantischen Szenenbild, dass es den Zuschauerinnen schlicht den Atem raubt.
Kurz und bündig:
Der Film ist witzig, geistreich und voller Romantik und auch (oder gerade) für Austen-Fans eine Pflichtübung. Aber auch allen, die es nicht so mit pompösen Literaturverfilmungen und Liebesgeschichten halten, die sich einfach nur köstlich amüsieren und unterhalten lassen wollen, kann ich diesen Film nur ans Herz legen. Und all jenen, die eben nicht das Sitzfleisch und die Geduld für 5 Stunden BBC-Romantik haben, denen konnte gar nichts Besseres passieren als der neue "Stolz und Vorurteil".
DVD:
Vor der Anschaffung dieses DVD-Buch-Kombi-Paktes empfiehlt es sich zu rechnen, ob eine getrennte Anschaffung von Buch und DVD nicht günstiger ist, denn inhaltlich unterscheidet sich der Film nicht von den anderen DVD Ausgaben.
Und noch ein kleine Info am Rande: Die deutsche DVD enthält eine Extra Schluss-Szene, die in der amerikanischen Kinofassung gezeigt wurde, den Europäern und dem Rest der Welt aber zum Glück erspart blieb. Das Traumpaar nach der Hochzeit befindet sich nun in Pemberly und wirft die verträumten Blicke, sich vorsichtig liebkosend über den weitläufigen Besitz. Diese Szene ist so was von peinlich und überflüssig, dass man sie eigentlich unbedingt gesehen haben muss ;-).
Hat mir sehr gefallen
Mir hat der Film sehr gefallen. Er kommt für meinen Geschmack nicht ganz an Sinn und Sinnlichkeit mit Emma Thompson heran, aber das muss er auch nicht. Die englische Originalfassung kenne ich nicht, deshalb hatte ich keinen Vergleich. Keira Knightley ist großartig, sie gehört ohnehin zu meinen Lieblingsschauspielerinnen. Ich finde sie hat ein sehr ausdrucksstarkes Gesicht. Aufmüpfiges Verhalten nimmt man ihr sofort ab. Schaut man die Jane Austen-Filme in Serie, dann fällt - trotz aller Dramatik - leider auch auf, dass ihre Geschichten doch ein sehr ähnliches Strickmuster haben. Die Aufregung der Frauen beim unerwarteten männlichen Besuch gegen Ende des Filmes: Beide Szenen sind eigentlich komplett austauschbar. Trotz dieser kleinen Kritik kann ich den Film insgesamt sehr empfehlen. Für Keira Knightley-Fans natürlich ein Muss.
Stolz und Vorurteil? Na gut - aber bitte nicht, wenn sie sich diesen Film ansehen!
Gehören Sie auch zu denen, die in ihrem Leben noch nie etwas von Jane Austens "Stolz und Vorurteil" gehört haben? Davon soll es immer noch einige geben.
Ich gehörte z. B. dazu, bevor ich mir diesen Film aus der Videothek auslieh. Die vorherigen Hinweise, dass die englische (und vor allem die englische) BBC Produktion in jedem Fall die bessere, weil werkgetreuere sei, gellten da noch in Form warnender Worte vieler Online-Rezensenten in meinen Ohren.
Dabei macht die Neuverfilmung um ein Mädchen aus dem eher mittelprächtigen Landadel des 18. Jahrhunderts, das sich in redegewandter Weise um den Preis ihrer wahren Liebe zu bringen scheint, sehr viel Spass! Vorausgesetzt man bzw. frau geht OHNE Stolz und Vorurteil an die Sache heran.
Natürlich kann man darüber streiten, ob diese oder jene Abweichung einen Frevel darstellt - wer Jane Austens Romane nahezu kultisch verehrt, wird sich ohnehin mit den Freiheiten schwer tun, die sich ein Regisseur heraus nimmt, um eine Geschichte neu zu erzählen. Hätte er sich zu sehr an die Vorlage - in diesem Fall die gelungene TV Fassung der BBC - gehalten, hätte man sich ja gleich die Frage stellen können, ob denn eine neue Version nötig gewesen wäre.
Doch es ist alles anders gekommen. Die Darsteller haben Spass an der Sache, allen voran Donald Sutherland und seine hinreissende - von Brenda Blethyn verkörperte - Ehefrau, die wahre Glanzleistungen des Verkuppelns abzuliefern sucht. Keira Knightley und Matthew MacFayden bieten ebenfalls eine gute, aber keinesfalls sensationelle Darbietung. Dazu werden sowohl ihre, wie auch Mr. Darcys Motive zu wenig herausgespielt.
Was Ausstattung, Musik und Kameraführung betrifft, so schwelgt man hier in opulenten Bildern. Auch hier ist übrigens grundsätzlich die englische Version der deutschen Synchronisation vorzuziehen - schon allein um der herrlich tiefen Stimme MacFaydens wegen.
Wer, wie gesagt, noch nie etwas von "Stolz und Vorurteil" gehört hat, der wird diesem Film wahrscheinlich eher ohne genau dieses begegnen. Dem eröffnet sich ein vergnüglicher Reigen englischen Kolorits. Bei wem dies nicht der Fall ist - dem sei das Buch oder wirklich nur die BBC Fassung empfohlen.




