Produktinformation
Der Baader-Meinhof-Komplex

Der Baader-Meinhof-Komplex
Von Stefan Aust

Unverb. Preisempf.: EUR 14,99
Preis: EUR 7,99 & wird bei einer Bestellung über 20 EUR versandkostenfrei geliefert. Details

Verfügbarkeit: Gewöhnlich versandfertig in 5 bis 9 Tagen.
Versand und Verkauf durch Amazon.de

50 neu oder gebraucht verfügbar EUR 4,97

Durchschnittliche Kundenbewertung:

Produktbeschreibung

B - Der Baader Meinhof Komplex


Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #112 in DVD
  • Erscheinungsdatum: 2009-03-12
  • Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Formate: Dolby, DTS, PAL
  • Originalsprache: Deutsch
  • Länge: 143 Minuten

Aus der Amazon-Redaktion

Amazon.de
Der Baader-Meinhof-Komplex: 20 Millionen Euro, ein Staraufgebot das seinesgleichen sucht, ein Hollywooderprobter Regisseur und Bernd Eichinger als Drahtzieher und Drehbuchautor.

Der Baader-Meinhof-Komplex will Alles. Er will zeigen wie es wirklich war, will zeigen wie Terroristen ticken, will aufräumen mit dem Mythos RAF. Er will dabei ein großes Publikum mitnehmen, will unterhalten und aufklären. Es wird geballert und geflucht, man sieht "Tits and Ass". Moritz Bleibtreu spielt Andreas Baader als testosterongesteuerten Alpha-Male. Seine Devise knallt er im PLO Camp dem Kommandanten vor den Latz: Schiessen und Ficken ist dasselbe. Johanna Wokalek oder Nadja Uhl als Gudrun Ensslin und Brigitte Mohnhaupt werden als Todesengel im Minirock inszeniert. Schon Godard hat gewusst: drück nem hübschen Mädchen ne Knarre in die Hand und du hast einen Film - Kiss Kiss Bang Bang.

Der Anspruch ein Jahrzehnt bundesrepublikanischer Geschichte so authentisch als möglich abzubilden führt zu einer atemlosen Hatz, die den Zuschauer durch all die Bilder schleust, die man eh schon kennt. Angefangen vom sterbenden Benno Ohnesorg bis hin zum abgemagerten Hans-Martin Schleyer vor dem Signet der RAF. Uli Edel und Bernd Eichinger haben sich an einen schwierigen Stoff herangewagt und sind das Ganze mit viel Energie und einer gehörigen Portion Größenwahn angegangen. Keine schlechte Kombination für einen Kinospielfilm. Wer hier nach neuen Erkentnissen sucht oder sogar einen Diskurs einfordert, der ist fehl am Platze. Der Film ist ganz offensichtlich vor allem für jene gemacht, die die RAF nur vom Hörensagen kennen, die ganz gern mal wissen würden was es mit diesen schrägen Vögeln aus den Siebzigern auf sich hat die beinahe im Alleingang den Rechtsstaat an seine Grenzen gebracht haben. Die Vorlage ist ein knapp tausendseitiger Wälzer, das oftmals gerühmte "Standardwerk" zur RAF von Stefan Aust, dem der Film auch seinen Titel verdankt. Natürlich muss man einen solchen Stoff radikal verdichten. Man hat sich für eine Perspektive entschieden. Die Perspektive der Terroristen. Wer sich jetzt entrüstet, man habe die Opfer nicht ausreichend gewürdigt oder den Gegenspieler der RAF, also die Bundesregierung, nur unzureichend ins Bild gerückt, der hat etwas grundsätzliches nicht verstanden. Darum geht es nicht. Interessant wäre es vielleicht gewesen den Unterschied zwischen Protest und Fanatismus schärfer zu definieren. An dieser Stelle hätte der Film Bezüge schaffen können, zum Hier und Jetzt, und vielleicht über sich hinauswachsen können. Dazu hätte es einer Haltung bedurft. Die vermisst man schmerzlich.Der Baader-Meinhof-Komplex ist ein Film, ein Unterhaltungsfilm. Nicht mehr aber auch nicht weniger.Thomas Reuthebuch

Produktbeschreibung
Deutschland in den 70ern. Die radikalisierten Kinder der Nazi-Generation, angeführt von Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), der ehemaligen Starkolumnistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek), kämpfen gegen das, was sie als das neue Gesicht des Faschismus begreifen: die US-amerikanische Politik in Vietnam, im Nahen Osten und in der Dritten Welt, die von führenden Köpfen der deutschen Politik, Justiz und Industrie unterstützt wird. Die von Baader, Meinhof und Ensslin gegründete Rote Armee Fraktion hat der Bundesrepublik Deutschland den Krieg erklärt. Es gibt Tote und Verletzte, die Situation eskaliert, und die noch junge Demokratie wird in ihren Grundfesten erschüttert. Der Mann, der die Taten der Terroristen zwar nicht billigt, aber dennoch zu verstehen versucht, ist auch ihr Jäger: der Leiter des Bundeskriminalamts Horst Herold (Bruno Ganz). Obwohl er große Fahndungserfolge verbucht, ist er sich bewusst, dass die Polizei allein die Spirale der Gewalt nicht aufhalten kann.

Pressenotiz
Drehbuchautor und Produzent Bernd Eichinger (DAS PARFUM – DIE GESCHICHTE EINES MÖRDERS, DER UNTERGANG) bringt für Constantin Film Stefan Austs Standardwerk über den RAF-Terrorismus DER BAADER MEINHOF KOMPLEX auf die Kinoleinwand. Regisseur Uli Edel (LETZTE AUSFAHRT BROOKLYN, CHRISTIANE F. – WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO) inszeniert die dramatischen Ereignisse, die von 1967 bis zum „Deutschen Herbst“ 1977 die demokratischen Grundpfeiler der Bundesrepublik Deutschland ins Wanken brachten.

Presseinformation zur Buchvorlage
Stefan Austs Buch „Der Baader Meinhof Komplex“ erschien zum ersten Mal 1985 und hat wie kein anderes das heutige Bild vom Krieg der Rote Armee Fraktion gegen den Staat geprägt. Es ist keine Anklageschrift und kein Plädoyer eines Verteidigers. Es will kein Urteil fällen, weder in juristischer noch in moralischer Hinsicht. Es ist ein Protokoll, eine Chronik der Ereignisse, die ihren Höhepunkt im „Deutschen Herbst“ 1977 fanden, in der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer sowie in der Entführung und Befreiung der Passagiere und der Crew der Lufthansa-Maschine „Landshut“.

Movieman.de
"Der Baader Meinhof Komplex" des ehemaligen Spiegel-Redakteurs Stefan Aust ist seit knapp einem Vierteljahrhundert DAS literarische Standardwerk zur RAF. Auch Regisseur Uli Edel ("Christiane F.- Wir Kinder vom Bahnhofs Zoo", "Letzte Ausfahrt Brooklyn") nahm sich dieser Vorlage an und schuf, gemeinsam mit Produzent Bernd Eichinger ("Der Untergang", "Das Parfum", "Fantastic Four"), eine wichtige Produktion zu einem wichtigen Kapitel der Geschichte unseres Landes. Dabei nahm man sich vor, mit dem ewigen Mythos RAF aufzuräumen und durch Fakten aufzuklären, was die erste Generation tatsächlich bewegte. Das Ergebnis ist zugleich faszinierend wie erschütternd. Man erlebt hier die erste Riege deutscher Schauspieler auf einem oder vielleicht sogar dem Höhepunkt ihrer Karriere. Das Trio Bleibtreu, Gedeck und Wokalek setzt das Trio Baader, Meinhof und Ensslin eindringlicher um, als man es sich hätte vorstellen können. Die Schauspieler verschmelzen geradezu mit ihren Figuren und das ist die Voraussetzung für das Erleben des Erschütternden der Prodktion: Die Aktivisten erscheinen als heiß glühende Dummköpfe, die aufgrund ihrer Selbstverliebtheit keinen Außenblick mehr auf sich selbst und das wahre politische Geschehen um sich herum haben. Natürlich vermittelt sich diese Erkenntnis nicht derartig platt, sondern mittels spannender Episoden aus dem Zusammenleben, Planen, Reisen und Diskutieren mit dem Umfeld. Bis in die Nebenrollen hinein ist der Baader Meinhof Komplex herausragend besetzt. So liest sich der Cast wie ein Who is Who des deutschen Films (Alexandra Maria Lara, Nadja Uhl, Jan Josef Liefers, Stipe Erceg, Hannah Herzsprung, Heino Ferch, Bruno Ganz, Tom Schilling, Jasmin Tabatabai, Anna Thalbach, Sunnyi Melles, etc.), wobei sich die Produktion keinesfalls auf diesen Namen ausruht, sondern gut recherchiert, flüssig erzählt und spannend inszeniert voran schreitet. Fazit Ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte - ein wichtiger deutscher Film!

Moviemans Kommentar zur DVD: Eine optisch sehr ansprechende Arbeit, die tolle Farb- und Schärfewerte bietet, nur auf feine Kompressionsprobleme nicht verzichten kann. Akustisch kommt die DVD sehr natürlich an, denn obwohl sie mit räumlichen Signalen nicht spart und der Soundtrack recht aufreibend ausfällt, übertreibt sie es mit Effekten und Musik nicht. Audiokommentar, Blick hinter die Kulissen und Starinfos stellen das Bonuspaket. Schön ist auch, dass neben Untertiteln für Hörgeschädigte eine Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte angeboten wird.

Bild: Auch wenn sich die DVD farbig perfekt der Zeit, in der die Produktion spielt, anpasst und zusätzlich einwandfreie Schärfewerte angeboten werden (Gänsehaut am Hals, 00:01:32), bleiben feine Artefakte nicht vollkommen aus. So lassen sich hin und wieder auf Flächen leichte Klötzchen erkennen, die sich nicht bloß auf Wandflächen begrenzen, sondern auch auf Hautoberflächen übergreifen (nackter Arm rechts, 00:00:42). Auch tendieren feine Strukturen in Kameraschwenks zu Zittern und leichten Auflösungserscheinungen (Schild der Deutschen Oper, 00:04:43). Überwiegend zeigt die DVD aber äußerst konturiertes Bildmaterial, das sich neben der hohen Detailschärfe auch einer ansprechenden Tiefenauflösung rühmen darf (Haus im Hintergrund der Party, 00:03:31). Die Kontraste geben sich etwas überhöht, was die Schwarzabstufungen herab setzt, insgesamt aber eine griffe Ästhetik erzeugt. Unterm Strich darf das Bild als kernig und schärfetechnisch sehr präzise bezeichnet werden, was über die stellenweise vorkommenden  Kompressions-probleme hinwegsehen lässt. Von Rauschen ist erfreulicherweise kaum eine Spur. Eine optisch sehr ansprechende Arbeit.

Ton: Akustisch kommt die DVD sehr natürlich an, denn obwohl sie mit räumlichen Signalen nicht spart und der Soundtrack recht aufreibend ausfällt, übertreibt sie es mit Effekten und Musik nicht. In Massenszenen lassen sich Rufe oder Applaus kraftvoll und rund aus allen Ecken des Raumes vernehmen (00:14:45 Applaus oder 00:06:58, Straßenkampf), und während einer Schießerei werden Front und Rears abwechselnd so dicht mit durch den Raum zischenden Kugeln besetzt, dass man sich als Zuschauer fast unwillkürlich duckt (Schießerei,  00:17:26 oder 01:01:31). Das gefällt vor allem auch deshalb so gut, weil die Disc im Kontrast auch leise, fein abgestimmte Signale und Kulissengeräusche und einen äußerst präzisen Stimmtransport anbietet. Sehr positiv fällt ebenso auf, dass sich die DVD nicht nur mit deutschen Untertiteln für Hörgeschädigte, sondern auch mit einer Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte ausgestattet sieht. Eine saubere Arbeit, die den Zuhörer durch den rasanten Soundtrack tief in den Sessel drückt und einen bleibenden aber nicht übertrieben dick aufgetragenen Eindruck hinterlässt. Die DTS-Fassung klingt unwesentlich dichter.

Extras: Die Extras der DVD bestehen vornehmlich aus einem Blick hinter die Kulissen, der die Dreharbeiten eindrucksvoll dokumentiert, dabei aber leider unkommentiert bleibt. Gerade die Entstehung der Massenszenen mit vielen Touristen ist aber dennoch sehr sehenswert. Hinzu kommen ein detaillierter, dabei aber ein wenig trockener  Audiokommentar von Regisseur Uli Edel, Darstellerinfos zu Moritz Bleibtreu, Martina Gedeck, Johanna Wokalek, Nadja Uhl und Bruno Ganz sowie Programmtipps in Form einer Programmvorschau, einer DVD-Empfehlung und einer Trailershow. Das sind nicht unbedingt ausufernde Extras, aber durch das Vorhandensein eines Audiokommentars erfährt man doch reichlich Wissenswertes zur Produktion und ihrer Entstehung. Premium Edition und Blu-ray bieten höchstwahrscheinlich ein Mehr an Extras. --movieman.de


Kundenrezensionen

Sehr authentische Verfilmung mit einem Schwachpunkt... 4
... Regisseur Uli Edel hat in die rund 150 Minuten Film einfach zu viel hineingepackt. Ich kenne die RAF und ihren Terror nur aus Büchern und Dokumentationen. Somit ist zumindestens das Grundwissen bei mir vorhanden und es ermöglicht diesem komplexen Film halbwegs gut zu folgern. Aber diejenigen, die über den Film vielleicht mehr von der RAF und ihren Taten erfahren wollen, sind wahrscheinlich hoffnungslos verloren in der Komplexität der Ereignisse.
So wird die Zeit der RAF doch bei manchen Zuschauer ein erhebliches Defizit an Allgemeinwissen verursachen. Das man sagen muss, dieser Film ist eher für jemanden geeignet, der die Namen wie Ulrike Meinhof, Andreas Baader oder Brigitte Mohnhaupt zumindestens schon mal im Zusammenhang mit der RAF gehört hat und dem Namen wie Hans-Martin Schleyer oder Siegfried Buback nicht ganz unbekannt sind.
Die erschütternd authentisch wirkende Verfilmung des nationalen Traumas aus den 70er Jahren spart nämlich an keinem Detail. In Verbindung mit dem gleichnamigen Buch von Stefan Aust bietet der Film für geschichtlich Interessierte trotzdem eine gute Ausgangsbasis. Dieser Film ist kein Terrorthriller für leichte Abendunterhaltung (eine TV-Version des Films soll im nächsten Jahr im Fernsehen starten), sondern eine beinharte Nachinszenierung der RAF-Zeit.

Uli Edels Film konzentriert sich dabei auf die Entstehung der RAF ab 1967 und endet mit dem Deutschen Herbst 1977. Hierbei konzentriert sich die Erzählung stark auf die Lebenswege von Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek), sowie die staatlichen Bemühungen unter der Führung vom Präsidenten des Bundeskriminalamtes Horst Herold (Bruno Ganz) die Bedrohung mit allen Mitteln Herr zu werden. Dies endet mit der Gründung der GSG 9.

Die Geschichte beginnt mit den Studentenkrawallen zum Besuch des Schahs von Persien in Berlin 1967, bei denen ein Polizist den Studenten Benno Ohnesorg erschießt. Die politisch vorwiegend links orientierte Studentenschaft, glaubt ein faschistisches Verhalten von Seiten des Staates zu erkennen und beginnt gegen diesen zu rebellieren. Das Verhalten der USA im Vietnamkrieg vertieft die Kluft zwischen den Studenten und ihren Sympathisanten und dem Staat. Nach ersten Protestaktionen (Brandstiftungen), eskaliert die Situation durch das beinahe tödliche Attentat auf Rudi Duschke, dem bekanntesten Wortführer der Studentenbewegung. In Folge dessen entsteht die RAF, lässt sich militärisch ausbilden, begeht Anschläge und finanziert sich durch Banküberfälle.

Die schauspielerische Leistung, die linksradikale, aufmüpfige Einstellung auf die Figuren zu projezieren gelingt den Darstellern mit Bravour. Besonders die Figur von Bruno Ganz (Horst Herold) bildet in dieser hektischen, brutalen, blutigen Realität des "Kampfes" der RAF einen willkommenen, bedachten Pol der Ruhe.
Allerdigns einige wichtige Figuren werden in dem Film nur kurz angerissen, so ist der Auftritt von Alexandra Maria Lara als Petra Schelm nur etwa eine Minute lang. Die Folgen dieses Todes und die dadurch losgetretene Diskussion in Deutschland (Schießausbildung der Polizei) werden gar nicht weiter erwähnt.

Fazit:
Wie denn auch? 150 Minuten Film sind zu einfach zu kurz, um dieses umfangreiche Kapitel deutsche Geschichte auch nur im Ansatz mit Tiefgang zu versehen. Herausgekommen ist ein düsteres "Best of RAF"-Konglomerat, das einem zwar ein paar geschichtliche Zusammenhänge nahebringt, aber dennoch nur die Ausgangsbasis für eine vertiefende Eigenrecherche sein kann/ darf. Für sich allein funktioniert der Film voll und ganz und hat seine obigen Sterne verdient. Als geschichtliches Lehrstück versagt er jedoch leider fast auf ganzer Länge. Bis auf die grundlegenden Zusammenhänge wird dem Zuschauer nicht klar, was genau da jetzt wirklich passiert ist und damit zeigt sich: Die Realität ist so viel komplexer als ein Film dies jemals darstellen kann. "Der Baader Meinhof Komplex" kommt zwar atmospährisch nah an das geschichtliche Erleben einzelner Situationen heran, kann aber die Gesamtheit der damaligen Zeit im Ganzen nur schwer nachstellen - dafür läuft der Film zu kurz.

Erstklassiger deutscher Film mit nur einigen wenigen Kritikpunkten5
Die Geschichte um die Baader-Meinhof-Gruppe hat mich als jungen Mann sehr fasziniert seit ich in der Schule davon gehört hatte, aber leider ging neben Hitlers Nationalsozialmus dieser deutsche Geschichtsabschnitt damals im Unterricht etwas unter. Die Faszination geht bei mir eindeutig davon aus, dass es junge Menschen waren, die eine überzeugte politische Einstellung hatten, aus diesem Grund wirklich aktiv geworden sind und was getan haben, anstatt ihr Leben nur fürs nächste Wochenende und den nächsten Discobesuch zu leben, um sich Aktivitäten wie "Komasaufen" und "Speed-Dating" hinzugeben.

Ich hatte den Kinofilm "Der Baader Meinhof Komplex" vor einem Jahr leider versäumt und freue mich daher über die hier vorliegende "TV-Langfassung", die in zwei Teilen im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Besonders im ersten Filmteil folgt ein brisantes Ereignis auf das nächste, so dass man danach froh ist, wieder atmen zu dürfen und die ganzen aufreibenden Ereignisse erstmal geistig rekapitulieren zu können.
Was die filmische Aufarbeitung von Regisseur und Drehbuchautor Uli Edel anbelangt, so kann ich mich in dieser Rezension leider nicht auf Stefan Austs Buchvorlage beziehen, sondern ausschließlich auf den Film. Die Story fokussiert sich eindeutig auf die Vorgänge innerhalb der Roten-Armee-Fraktion um Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof, vergisst dabei aber leider, sich mehr um die Darstellung der polizeilichen Ermittlungen zu bemühen. Dass den Opfern, die durch den anarchistischen linken Terror ums Leben kamen, kaum Beachtung geschenkt wird, ist aus dramaturgischer Sicht verständlich, da man sich als Filmautor wahrscheinlich immer entscheiden muss, aus wessen Sicht man die Geschichte erzählt, damit die Handlung eine klare Linie beibehält; ein charismatischer Typ wie Andreas Baader, ein Mann aus dem Volk, liefert einem jüngeren Publikum bestimmt mehr Identifikationspotenzial als ein biederer, konservativer, alter Kriminalinspektor.
Wenn man Moritz Bleibtreu auf der Leinwand sieht, dann erhält man den Eindruck, Andreas Baader sei wiederauferstanden, so sehr ähnelt er ihm. Auch die anderen Darsteller sind die creme de la creme des deutschen Kinos - Bruno Ganz und Heino Ferch (die ermittelnden Kriminalkommissare) hätten allerdings im wahrsten Sinne des Wortes mehr Spielraum verdient.

Ein paar ethische und soziale Fragen, die sich mir an dieser Stelle auftun: Darf man für seine politische Überzeugung Menschen töten? Ist ein Menschenleben wirklich weniger wert als das Wohl der Gemeinschaft? Kann man in unserem Land nur durch Waffengewalt maßgebende Veränderung erwirken? Wie kann es sein, dass junge Menschen ein derart destruktives und hasserfülltes Verhalten an den Tag legen? Was ist da falsch in unserem Land?

Ich bin dafür, dass wir unseren Kindern beibringen, dass jeder Mensch etwas ganz Besonderes und Wertvolles ist. Menschenwürde sollte nichts mit wirtschaftlicher Leistung zu tun haben. So könnten wir in unserer Gesellschaft vielleicht Menschen heranziehen, die kapieren, dass "fu**ing" (Liebe machen) eben doch nichts mit "shooting" (Menschen töten) zu tun hat. Dann bin ich eben naiv, aber das ist in bezug auf junge Menschen immer noch besser als Zynismus!!!

Ein gutgemachter Film mit ernstem Hintergrund5
Der Baader Meinhof Rummel aus den siebzigern wird hier sehr gut wiedergespiegelt. Die Darsteller erinnern in ihrem äußerem geradezu an die Personen, die sie hier verkörpern. Ein deutscher Film, der sich im internationalen Vergleich nicht verstecken muss, was zahlreiche Nomminierungen und Auszeichnungen beweisen. Die Akteure spielen ihre Rollen, als wären sie dabei gewesen. Das ist deutsches Kino, das an die große Zeit der Filme aus den siebzigern und achtziger erinnert als wir noch gute Themen und hervorragende Regiesseure hatten. Empfehlenswert.