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Waltz with Bashir (Limited Edition)

Waltz with Bashir (Limited Edition)
Von Ari Folman

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  • Amazon-Verkaufsrang: #18479 in DVD
  • Erscheinungsdatum: 2009-05-22
  • Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Formate: Dolby, PAL, Surround Sound
  • Originalsprache: Deutsch, Hebräisch
  • Untertitel in: Deutsch
  • Länge: 87 Minuten

Aus der Amazon-Redaktion

Aus der Amazon.de-Redaktion
Waltz with Bashir stellt eine interessante Frage: ist eine Dokumentation immer noch eine Dokumentation, wenn sie animiert wurde? Der Israeli Ari Folman geht nach den auf realen Geschehnissen basierenden Animationsfilmen wie Waking Life oder Chicago 10 einen Schritt weiter und versucht, den Libanonkrieg im Jahre 1982 zu thematisieren (der Titel bezieht sich auf den libanesischen Anführer Bashir Gemayel). Warum werden seine ehemaligen Armeekumpels von verstörenden Träumen geplagt, während er sich an nichts erinnern kann? Folman trifft sich mit neun dieser Männer, um dies herauszufinden. Während sie berichten, stellen Animatoren ihre Erlebnisse nach, aber anstelle von Rotoscoping oder Video-Capturing hat Forman seinen Film zunächst auf Video gedreht und dann eine animierte Version davon anhand der daraus entstandenen Storyboards geschaffen. Dieser an Comics erinnernde Stil passt zu den seltsamen, surrealen Geschichten und ähnelt der Arbeit von Charles Burns bei Black Hole, der sich eher im Schatten bewegt (im Gegensatz zu Marjane Satrapis durchgestyltem Persepolis). Der Krieg mag die Hölle sein, aber dennoch blitzen Momente von Grazie und Schönheit durch – das beste Beispiel dafür ist Roni Dayags Erinnerung daran, dass er abseits einer Schlacht am Strand spät nachts schwimmen ging. Noch Jahre später erinnert er sich an die sanfte Friedlichkeit des Wassers. Diese Reminiszenzen spülen Folmans unterdrückte Erinnerungen hoch, was in einem grauenvollen Massaker kumuliert, welches er mit ansehen musste. Zweifellos brauchte er hier keine realen Filmszenen der Toten einzubauen, denn die stilisierten Bilder transportieren die Botschaft genauso gut. Wenn auch Waltz with Bashir keine Dokumentation im herkömmlichen Sinne ist, hat der Film auch wenig Ähnlichkeit mit anderen Animationsfilmen. Viel bedeutender ist die aufwühlende Erzählung, die er aus den Erinnerungen dieser geplagten Männer schafft. --Kathleen C. Fennessy

Movieman.de
Der animierte Dokumentarfilm erzählt von den Erinnerungen von Soldaten an den Libanon-Krieg. In eindrucksvollen Bildern werden traumatische Ereignisse aber auch deren Verdrängung verarbeitet. Die Entscheidung, die Interviews mit den ehemaligen Soldaten nicht als Realfilm zu drehen, war eine raffinierte Entscheidung, zumal die Animationen äußerst gelungen sind. Auch die eingeflochtenen Traumszenen bereichern das Material künstlerisch enorm. Die anspruchsvolle Produktion wurde 2009 mit einem Golden Globe und dem europäischen Filmpreis ausgezeichnet.Fazit Faszinierende Mischung aus Dokumentar- und Animationsfilm

Moviemans Kommentar zur DVD: Die DVD sieht astrein aus. Sowohl die Kontraste als auch die Kompression funktionieren ohne besondere Schwierigkeiten. Nur hin und wieder zeigen sich minimale Blockbildungen auf Oberflächen, die aber kaum stören. In Schwenks lässt sich ab und an leichtes Kantenzittern entdecken. mehr Probleme kommen aber nicht vor. Auch Rauschen lässt das überaus saubere Bild nicht erkennen. Farblich wurden bewusst matte Stimmungen gewählt. Die natürlichen Nuancen schmeicheln dem Auge. Akustisch bietet die DVD eine Menge. Vor allem Musik und Effekte wurde sehr effektvoll im Raum positioniert. Richtungswechsel und dumpf grollende Bässe sind an der Tagesordnung (Musik und Auto, 00:11:39). Toll, dass die Stimmen so kernig klingen, sowohl im hebräischen Original als auch in der kraftvollen deutschen Synchro. Auch was die Extras angeht, lässt sich die Disc nicht lumpen. Deleted Scenes (9:20 Min.), ein äußerst umfangreiches Making Of (69:33 Min.), eine Diashow mit Storyboards (2:04 Min.) und eine Trailershow, die auch den Trailer zum Film enthält, werden angeboten. --movieman.de

VideoMarkt
Als junger Mann war Ari Folman als Wehrpflichtiger der israelischen Armee im Libanonkrieg stationiert und wurde 1982 Zeuge des berüchtigten Massakers von Sabra und Schatila, bei dem christliche Milizionäre palästinensische Flüchtlinge töteten und die israelische Armee nicht eingriff. Jahre später hat er die Ereignisse verdrängt. Weil es dennoch in ihm brodelt, geht er gegen das eigene Vergessen vor. Mit Hilfe von Zeitzeugen versucht er sich zu erinnern und fördert dabei Erschütterndes zu Tage.


Kundenrezensionen

Packend und schonungslos offen5
Ich habe Ari Folmans Film "Waltz with Bashir" in einem kleinen gemütlichen Hinterhofkino in meiner Heimatstadt gesehen. Nie zuvor habe ich ein Kino in einem solchen Zustand erlebt, nachdem ein Film geendet hat. Normalerweise gehen die Lichter an, das Gemurmel im Publikum schwillt an, Leute stehen auf, gähnen, strecken sich, suchen ihre Sachen zusammen und schließlich wogt die Menge in Richtung der Ausgänge.

Nicht so nach Ari Folmans "Waltz with Bashir". Statt Gemurmel und Gewoge absolute Stille, fast schon lähmende Betroffenheit auf den Gesichtern der Menschen, die sich an ihren Getränken festklammerten. Erst lange, nachdem der Abspann zuende war, wagten die Ersten, sich zu bewegen. Bestürzte und anerkennende Kommentare wurden einander zugeraunt, als schließlich die schummrige Raumbeleuchtung erglimmte.

Waltz with Bashir ist ein Film, der mit schonungsloser Offenheit die Gräuel eines historischen Ereignisses aus retrospektiver Sicht der Beteiligten beschreibt und zeigt. Historisch korrekt beleuchtet er die spezifischen Rollen der einzelnen beteiligten Parteien beim Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila während es Libanonfeldzuges Israels gegen die im Libanon aktive PLO im Jahre 1982.

Libanon 1982.
Bashir Gemayel, der maronitische Präsident des Libanon, war von PLO-nahen Brigaden aus Rache für vorangegangene Massaker in palästinensich-libanesischen Dörfern ermordet worden. Die Gemayel nahestehende Phalange-Milizen wiederum nahmen dies zum Anlass, in Sabra und Shatila unter israelischer Beihilfe Tausende Flüchtlinge grausam zu ermorden. Jene Szenen des Films lassen einem beinahe das Blut in den Adern gefrieren. Die Tatsache, dass der Film keine reale Szene hat, sondern es sich um einen Animationsfilm handelt, wirkt hier estaunlicherweise noch verstärkend, statt etwa mildernd, was vor allem der absolut atemberaubenden und einzigartigen Optik geschuldet ist, die sich aus dem Design der Animation sowie dem Farbenspiel ergibt.

Der Film erzählt das Geschehene aus der Perspektive beteiligter israelischer Soldaten, die heute - über 20 Jahre später - nacheinander von der in den meisten Fällen sorgfältig verdrängten Vergangenheit eingeholt werden. Phasenartig kehrt die Erinnerung bis hin zu kleinsten Details zurück: Junge israelische Soldaten, die mit einem "Love Boat" (einem als Party-Boot getarnten Militärschiff) an die libanesische Küste verbracht werden, Häuserkampf im gespenstisch wirkenden, zerbombten Beirut, junge israelische Männer, die - in Uniform gesteckt - blind vor Furcht auf alles ballern, was sich bewegt, die grauenhaften Bilder von sterbenden Kameraden, von sich stapelnden Leichen in Sabra und Shatila nach den Massakern.
Auch auf die rücksichts- und gewissenlose Haltung der israelischen Führung unter Verteidigungsminister Ariel Sharon geht der Film ein. Es wird offensichtlich, dass die israelische Führung von dem bevorstehenden Gemetzel wusste und es somit wissentlich unterstützte und von außen absicherte, während die israelischen Soldaten selbst zumeist nur ahnen konnten, was vor sich ging und mehr oder weniger hilflos daneben standen.

Der Film widmet sich auch der Frage: "Wieviel Grausamkeit und auf sich geladene Schuld kann ein Mensch ertragen?". Die Antwort geben die handelnden Personen selbst, indem sie erkennen, dass sie seinerzeit nur überlebten, weil sie sich vom Menschsein verabschiedet hatten, anders hätten sie all das Grauen wohl nicht ertragen können. Die Anfangszene des Traumes mit der Meute zähnefletschender Hunde stellt eine Metapher für verdrängte und entmenschlichte Erinnerungen dar, aus denen im Laufe des Filmes deutliche Bilder voller handelnder Personen und Details des Geschehenen werden.

Ich kann meine Gefühle bezüglich des Films nur schwer beschreiben. Ein hervorragendes Werk, packend, schonungslos, erschütternd. Spätestens nachdem zum Ende die Animation so plötzlich realen Bildern aus Sabra und Shatila weicht, dass man ein paar Sekunden braucht, um es zu realisieren, sitzt man wie vom Donnerschlag gerührt in seinem Sitz und es schnürt sich einem die Kehle zu. "Wie können Menschen so grausam sein?" Diese Frage jagt einem fieberhaft durch den Kopf. Bis man merkt, dass der Film die Antwort auf diese Frage bereits geliefert hat.

Apokalyptische Bilder in einer Zeichentrick-Dokumentation5
Der israelische Regisseur und Autor Ari Folman macht sich auf die Reise in seine Vergangenheit als blutjunger Soldat während des ersten Libanonkrieges. Ari kann sich an fast nichts mehr aus dieser Phase seines Lebens erinnern. Er besucht seine ehemaligen Kameraden und fragt sie, an was sie sich noch erinnern können. So setzt Mosaiksteinchen für Steinchen seine Erinnerung wieder ein und es wird zunehmend klarer, weshalb er das Ganze am liebsten einfach nur verdrängen wollte.
Die israelische Armee hat sich nicht mit Ruhm bekleckert und je weiter er forscht, umso deutlicher wird auch, wie sehr er selbst ein marionettenhaftes Werkzeug in einer menschenverachtenden Kriegmaschinerie gewesen ist.

Ein Film aus Israel, der sich äußerst kritisch mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzt. Wild um sich schießend junge Soldaten, ein gleichgültiger Verteidigungsminister, nicht gerade ein Armeewerbefilm. Das Massaker in den Flüchtlingslagern haben zwar Libanesen durchgeführt, doch die israelische Armee hat zugeschaut und den Nachthimmel mit Leuchtraketen erhellt.
Mit diesem Film wird eine neue Kategorie eröffnet: Der erste animierte Dokumentarfilm in Spielfilmlänge. Ari Folman versucht in seinem Film nichts zu beschönigen. Darüber hinaus findet er tiefenpsychologische Bilder für Träume, die ihn und andere Soldaten seither verfolgen.
Ein Film, der an die Nieren geht.

Die eigenen Bilder5
Hunde mit gefletschten Zähnen und glühenden Augen hetzen eine belebte Straße entlang, werfen Tische um, springen an Menschen vorbei, die dort unterwegs sind. Ihr Ziel ist ein Haus, in dem ein Mann wohnt, der Hunde "auf dem Gewissen" hat. Bereits diese ersten Bilder ziehen den Zuschauer in seinen Bann und er hat schon nach wenigen Minuten fast vergessen, dass es sich nicht um einen Real- sondern einen animierten (also gezeichneten) Spielfilm handelt. Gleichwohl sind die geschilderten Personen und Ereignisse äußerst real und basieren letztendlich auf historischen Ereignissen, nämlich dem israelisch-libanesischen Krieg vom Sommer 1982 und insbesondere dem in den palistinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila bei Beirut verübten Massaker.
Der Film leistet zwar die Auseinandersetzung mit den Ereignissen des Krieges und den darin verübten Verbrechen, aber dies geschieht auf dem Weg der subjektiven Erinnerung. Das eigentliche Thema des Films sind die eigenen Bilder der Erinnerung.
Ari - die Hauptfigur des Films - kann sich an nichts aus der Zeit des Krieges, an dem er als junger Soldat teilnahm, erinnern. Es begibt sich auf eine Reise, befragt alte Freunde, Zeitzeugen und Psychologen, setzt Erinnerungsfragmente zusammen und kommt schließlich dem skandalösen Grund für die (vielleicht gesellschaftlich verallgemeinerbare) Amnesie auf die Spur: die Massaker von Sabra und Shatila, als christliche Falangisten unter den Augen der sich passiv verhaltenden israelischen Armee über die Bewohner der Palästinenserlager herfielen.
Der Film arbeitet dieses Puzzle aus Erinnerungsfragmenten durch Assoziationen, Gespräche, Traumbilder und vorhandene Dokumente (wie Fotografien) auf und macht deutlich, dass unsere Erinnerung mehr über uns selbst verrät, als über die Fakten tatsächlicher Ereignisse.
Insbesondere die innovative und in ihrem Zusammenspiel aus Zeichnung, erzählter Geschichte, Kameraarbeit und gelungenem Soundtrack bestehende Inszenierung dieser Erinnerungsarbeit macht "Waltz with Bashir" unbedingt sehenswert.