Im Winter ein Jahr
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I - Im Winter ein Jahr
Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #218 in DVD
- Erscheinungsdatum: 2009-05-28
- Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren
- Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
- Formate: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
- Originalsprache: Deutsch
- Länge: 128 Minuten
Aus der Amazon-Redaktion
Aus der Amazon.de-Redaktion
Im Winter ein Jahr beschreibt emotional mitreissend die Erschütterungen die der plötzliche Tod eines Familienmitglieds auslösen kann. Unterstützt von einem wunderbaren Schauspielerensemble ist Caroline Link (Nirgendwo in Afrika, Jenseits der Stille) ein grosser Film gelungen, vielleicht ihr eindringlichster bislang.
Caroline Link lässt sich viel Zeit für ihre Filmprojekte. Das war schon immer so. Diesmal sind knapp 7 Jahre vergangen, seit dem Oscarprämierten Nirgendwo in Afrika - aber das Warten hat sich gelohnt. Corinna Harfouch spielt Eliane Richter, eine erfolgreiche Innenarchitektin, die bei einem tragischen Jagdunfall ihren 19-jährigen Sohn Alexander verloren hat. Die Trauerarbeit führt sie zu dem zurückgezogen lebenden Porträtmaler Max Holländer (Josef Bierbichler). Sie gibt bei ihm ein grossformatiges Bild in Auftrag, dass den geliebten Sohn und die weniger geliebte Tochter Lilli (Karoline Herfurth) zeigen soll. Holländer stellt Forderungen. Er braucht Fotos von Alexander und will vor allen Dingen Lilli kennenlernen um sich dem Verstorbenen zu nähern. Die 22-jährige Tanzstudentin begegnet dem deutlich älteren Mann zunächst mit Vorbehalten. Doch schon bald entwickelt sich zwischen den beiden eine beinahe schon therapeutisch zu nennende Verbindung.
Im Winter ein Jahr lebt neben dem ausgezeichneten Drehbuch (das übrigens auf dem Roman Aftermath von Scott Campbell beruht) vor allem von seinem erstklassigen Schauspielerensemble. Josef Bierbichler als grantelnder, eremitischer Künstler ist der perfekte Gegenpart zur ruhelosen, in sich gebrochenen Energie von Karoline Herfurth. Ursprünglich als US-amerikanische Hollywoodproduktion mit Sean Penn in der Hauptrolle des Malers angelegt, muss man im Rückblick dafür dankbar sein, dass keine Finanzierung zustande kam. Denn nicht nur die beiden Hauptfiguren sind ideal besetzt, auch in den wichtigen Nebenrollen zeigt Caroline Link ein sicheres Gespür fürs perfekte Casting. Mišel Maticevic in der Rolle des egomanen Don Juan oder Hans Zischler als weltweit gefragter Wissenschaftler der sich in der Rolle des Familienvaters überfordert sieht. Dazu Corinna Harfouch, die ihre Figur wunderbar zwischen lebenspraktischer toughness und tief empfundener Trauer anlegt. Die unerhörte Wahrheit, der Selbstmord des Sohnes, spiegelt am Ende die innere Dynamik einer erstarrten, in sich korrumpierten Familie aus den besten Kreisen. Caroline Link ist mit Im Winter ein Jahr eine der stärksten deutschen Produktion der letzten Jahre gelungen. Thomas Reuthebuch
Kurzbeschreibung
Eliane Richter (Corinna Harfouch) bittet den Künstler Max Hollander (Josef Bierbichler), ein Porträt ihrer beiden Kinder zu malen, der 22-jährigen Lilli (Karoline Herfurth), einer talentierten Tanz-Studentin, und des 19-jährigen Alexander (Cyril Sjöström), der vor einem knappen Jahr tödlich verunglückt ist. Als Lilli, zunächst lustlos, zu Sitzungen im Studio des Malers erscheint, merkt dieser schnell, dass sie in großen emotionalen Schwierigkeiten steckt und er versucht, die ehemals tiefe Verbindung der Geschwister besser zu verstehen. Es entsteht eine vorsichtige Annäherung zwischen den beiden und das Psychogramm einer komplexen Familie. Am Ende hat das Bild der Geschwister wenig mit dem zu tun, was sich Eliane ursprünglich erhofft hat und kann gerade deshalb den Weg ebnen für einen neuen Anfang.
IM WINTER EIN JAHR wurde produziert von Uschi Reich (DIE WILDEN HÜHNER, BIBI BLOCKSBERG, PÜNKTCHEN UND ANTON) und Martin Moszkowicz (DAS PARFUM, BIN ICH SCHÖN?). Für die Verfilmung ihres eigenen Drehbuchs konnte Oscar-Preisträgerin Caroline Link (NIRGENDWO IN AFRIKA, JENSEITS DER STILLE) ihre Wunschbesetzung gewinnen: als Hauptdarsteller agieren Shooting-Star Karoline Herfurth sowie der mit dem Deutschen Filmpreis 2007 ausgezeichnete Josef Bierbichler. In weiteren Rollen sind Corinna Harfouch, Hanns Zischler und Miel Matičević zu sehen.
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Movieman.de
Oscarpreisträgerin Caroline Link ("Pünktchen und Anton", "Jenseits der Stille", "Nirgendwo in Afrika") hat mit "Im Winter ein Jahr" ein weiteres Meisterwerk geschaffen. Der intensiven Inszenierung der Dialoge und dem facettenreichen Ausdrucksvermögen von Karoline Herfurth ("Mädchen Mädchen 2", "Das Parfum", "Pornorama") und Josef Bierbichler ("Winterreise", "Der Knochenmann") verdankt die Produktion ihre starke Wirkung. Das langsame sich Entwickeln der Beziehung zwischen dem Maler und seinem Modell stellt den Kern des Filmes dar. Die Beziehungen zwischen Kind und Eltern (Corinna Harfouch und Hanns Zischler) und den Eltern untereinander geben nur den Rahmen und die Voraussetzung dafür, die schwierigen Familienbande zu verstehen, die nicht erst seit dem geheimnisvollen Tod des Sohnes und Bruders brüchig geworden sind. Link stellt ihre Charaktere sehr behutsam vor, lässt keine Einordnung in Schubladen zu und lässt überhaupt recht viel offen für das Bauchgefühl des Zuschauers. Sich auf dieses zu verlassen, scheint ein wichtiges Anliegen des Filmes zu sein, der nicht nur Emotionen zeigt, sondern diese auch auf Zuschauerseite zu entwerfen versucht. Dies gelingt ihm eher zögerlich, da die Charaktere sehr kühl und unnahbar gebaut sind und es nicht leicht ist, sie in ihrer Verlorenheit ins Herz zu schließen. Eigentlich ganz so, wie es häufig im echten Leben der Fall ist. FazitSensibles Familienportrait mit Tiefgang
Moviemans Kommentar zur DVD: Der DVD fehlt es an nichts. Das Bild ist sauber und leidet kaum unter Problemen. Auch akustisch wird Anspruch, wenn auch keine übermäßige Brillanz geboten und die Extras sind sehr informativ.
Bild: Das Bild fällt leicht überbelichtet aus, was vor allem dann ins Gewicht fällt, wenn sich Personen vor hellen Fenstern aufhalten. Gesichtshälften verschwimmen dann schon mal gänzlich in weiß (Gesicht, 00:15:13). Bewusst wurde bei den Ballettszenen überblendet, um weiche Bilder und eine traumhafte Szenerie zu erzeugen. Ansonsten gibt sich das Bild aber ausreichend kantig und kontrastreich. Das Spektrum an Farben ist sehr breit und erstreckt sich von kühlen Pastelltönen bis hin zu kraftvollen Naturnuancen. Die Bandbreite an Schwarztönen ist trotz der hochgezogenen Kontrastwerte ansprechend. Auch fällt positiv auf, dass kein störendes Rauschen das Bild eintrübt. Lediglich leichtes Bildzittern in Schwenks über feine Strukturen und minimale Klötzchenbildungen und Unschärfen auf entfernten Hintergründen (weiße Regalstrebe, 00:12:54) oder in einem schlecht belichteten Gesicht können ab und an verzeichnet werden. Insgesamt erfreut das Bild vor allem durch seine lebhaften und natürlichen Farben und die hübschen, wenn auch stellenweise überbelichteten Lichtstimmungen.
Ton: Der Sound der DVD überzeugt durch lebhafte Signale, die vor allem natürlich klingen und dabei dennoch Stimmung erschaffen. In Außenszenen ertönt vitales Vogelgezwitscher und Hundegebell von allen Seiten (00:13:55). Diese Signale erweitern den Raum, färben ihn harmonisch ein, überschatten dabei aber nicht den zentralen Kern des akustischen Spektrums: die Dialoge. Diese klingen trocken und stets dem Raum angepasst. Leichter Hall in großen Räumen klingt satt aber nicht zu hohl. Besonders Stimmen in intimen Szenen überzeugen durch eine starke, samtige Präsenz (Bierbichler nahe an Herfurth, 00:17:30 oder Herfurth mit Hotelgast, 00:21:57). Dicht und räumlich stark aufgeladen fallen die Musicalszenen aus, in denen nicht nur die Musik, sondern auch die Stimmen der Tänzer den Raum spannungsvoll von allen Seiten beschallen (00:18:49 Min.). Effekte wie in einem Actionfilm sind natürlich nicht zu erwarten, dennoch sitzen feine Signale wie Telefonklingeln (00:20:35) oder Türklappen sauber positioniert. Klasse ist, dass die DVD eine Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte enthält.
Extras: Das Bonuspaket, welches die DVD anbietet, lässt nicht viele Fragen offen. Schon im Making Of (21:27 Min.) werden Handlung, Figuren, Produktionsumstände und –Voraussetzungen sowie die harten Tanzproben und die Beziehungen der Schauspieler untereinander erläutert. Neben Interviews werden eine außerdem Szenen vom Dreh gezeigt. In den folgenden --movieman.de
Kundenrezensionen
Kunst als Krisenmanagement
Mutter Eliane Richter (Corinna Harfouch) erteilt dem eigenbrötlerischen Maler Max Hollander (Josef Bierbichler) den Auftrag, ein Doppelporträt von ihren Kindern Lilli und Alexander anzufertigen. Das Merkwürdige daran: Alexander hat bereits vor einem Jahr Selbstmord begangen.
Hollander willigt dennoch ein und rekonstruiert den Charakter und das Aussehen des toten Jungen mithilfe der Schwester Lilli (Karoline Herfurth), die dem Projekt anfänglich skeptisch gegenübersteht. Doch zwischen den beiden verletzten Seelen, die mit Trauer und Isolation beziehungweise erzwungener Ablenkung zu kämpfen haben, entwickelt sich langsam ein Verständnis für die Last des Anderen, und schließlich wird das Projekt in Angriff genommen.
Caroline Link wechselt häufig den Blickwinkel der Akteure und zeigt somit, wie sehr und inwiefern das tragische Unglück die Beteiligten beeinträchtigt. Der Vater hat eine Affäre, die Mutter überträgt den Druck und die Trauer auf die Tochter, deren Beziehung durch ihre Anhänglichkeit ins Wanken gerät.
Die ganze Familie ist nach außen hin nur noch eine Farce, während sich die einzelnen Mitglieder zunehmend (un)bewusst in einen Strudel der Selbstschädigung begeben.
Der Film ist aber nicht etwa leise und melancholisch, wie man es von der Thematik erwarten könnte, sondern glänzt hauptsächlich durch die facettenreichen Figuren, die sich gegenseitig befördern.
Das Filmerlebnis wird einzig durch die zu häufige, zu offensichtliche Verwendung von Symbolik ein Stück weit geschmälert, allerdings nicht in dem Maße, dass man Abstriche machen müsste.
Einer der besseren deutschen Filme der vergangenen Jahre, was vor allem der Hauptdarstellerin Karoline Herfurth zu verdanken ist, für deren latent verstörten Lilli man den ganzen Film über hofft, dass sie wieder ins geordnete Leben zurückfindet.
Wunderschöne Bilder, aber...
Zunächst all die guten und positiven Eindrücke, die ich bei diesem Film gewonnen habe. Mein Kinobesuch liegt bereits ein paar Tage zurück und doch denke ich immer wieder intensiv an diesen Film und die hervorragende Darstellung aller Schauspieler.
Da ist zunächst die Rolle der Lilli, in der Karoline Herfurth brilliert.
Sie hat eine unglaubliche Anmut und ihr gelingt die Verkörperung dieser jungen, verletzten und verstörten Frau aufs Eindringlichste.
Corinna Harfouch und Hanns Zischler in der Rolle der Eltern sind ebenso überzeugend wie Lillis Gegenpart, der geheimnisvolle Maler Max Holländer, dargestellt von Josef Bierbichler.
Sie alle spielen ihre Rolle in einem schrecklichen Drama perfekt.
Lillis Bruder hat sich umgebracht, eine Tatsache, die die Eltern nicht akzeptieren. Hatte er doch alle Voraussetzungen auf ein erfolgreiches und glückliches Leben.
Auch Lilli kann wählen. Sie studiert Tanz und Schauspiel, ist bildschön und begehrt. Aber auch sie ist dem großen Druck ihres Vaters kaum gewachsen. Die Mutter ist für Lilli kaum erreichbar.
So bleibt jeder mit seinem Gefühlschaos nach dem Tod des Bruders und Sohnes allein.
Der Maler Max Holländer soll auf Wunsch der Mutter ein Porträt beider Kinder anfertigen. Ein ungewöhnlicher Wunsch, der vor allem Lilli viel abverlangt.
Holländer, selbst eine gebrochene Persönlichkeit, spürt, wie schlecht es Lilli geht...
Die Bilder dieses Films sind eindringlich, sie verfolgen den Betrachter.
Und dennoch: Vielleicht war es von allem etwas zu viel.
Etwas bühnenhaft wirkt dieser Film, überzeichnet zuweilen und bei aller Einfühlsamkeit auch manches mal unglaubwürdig.
Zu schön die vormals heile Welt aus Ansehen, Geld und Erfolg, zu plakativ und eindimensional werden die Gründe des Selbstmordes erklärt.
Gelungen ist dieser Film in der Darstellung einer zerbrechenden Familie dennoch!
durchwachsenes bürgerliches Trauerspiel (Spoiler!)
Weder bin ich Fan oder Kenner von Link-Filmen, noch ging ich mit besonderen Erwartungen an den Film.
Die handwerkliche Qualität, die durchdachten Bildkompositionen und das souveräne Schauspielerensemble tragen den Film durchaus, trotzdem gab es Einiges, was mir doch Sorgenfalten auf die Stirn zeichnete.
Zum einen der Künstlerfreund der Hauptdarstellerin - seine Wandlung vom Lover zum Megaarschloch erscheint mir zu abrupt, unmotiviert und forciert. Dann die Katharsis- oder Trauerarbeitsszene, in der zwischen tanzender Tochter und heulender Mutter hin- und hergeschnitten wird - das ist doch allzu formelhaft, haben wir schon in dutzenden Herzschmerz-Filmen genau so gesehen. Und siehe, danach ward alles gut... Schließlich fällt mir das Setting im allerobersten Viertel der Gesellschaft auf den Wecker: wenn man keine materiellen Sorgen hat, kann man in Ruhe die Familienverhältnisse zerrütten. Der Kumpel des Malers bringt es auf den Punkt: Was täten wir ohne die reichen Leute?
Trotzdem gebe ich zu, bei zwei oder drei Szenen feuchte Augen gehabt zu haben, aber das waren gerade die leisen, unangestrengten, in denen (gewollt oder nicht) die Zwischentöne schimmerten. Allein deswegen hat sich der Film gelohnt, mag er vor dem Urteil der Ewigkeit vielleicht auch nicht bestehen. Aber welcher Flm tut das schon ;-)







