Nordwand
|
| Preis: |
20 neu oder gebraucht verfügbar EUR 6,50
Durchschnittliche Kundenbewertung:Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #7696 in DVD
- Erscheinungsdatum: 2009-04-24
- Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren
- Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
- Formate: Dolby, PAL
- Originalsprache: Deutsch
- Länge: 121 Minuten
Aus der Amazon-Redaktion
Aus der Amazon.de-Redaktion
Nordwand bietet technisch perfekt gemachte Unterhaltung mit Starbesetzung und Hochspannungsgarantie.
Die Geschichte um die Erstdurchsteigung der Eiger Nordwand ist legendär und an Dramatik kaum zu überbieten. Während im fernen Berlin unter den Argusaugen der Nazis die Jugend der Welt ihre Olympiade austrägt, ereignet sich im Schatten des Eigers eine Tragödie die einem noch heute eiskalte Schauer über den Rücken jagt. Auch wenn der Stoff aufgrund seines vorbelasteten Genres seine Tücken hat (im dritten Reich war der Bergfilm Spielwiese für nazionalsozialistisches Ideengut), durfte man sich auf die Verfilmung freuen. Nicht zuletzt weil mit Videocliproutinier Philip Stölzl einer der spannendsten deutschen Filmemacher für die Regie verantwortlich zeichnet.
Toni Kurz (Benno Führmann) und Andi Hinterstoisser (Florian Lukas) sind zwei draufgängerische Berchtesgadener Alpinisten. Zwischen Hitlergruss und Latrinenputzen haben sie nur eins im Kopf: den Angriff auf die Eiger Nordwand. In den Berliner Zeitungsstuben hingegen denkt man stramm nationalsozialistisch nur an die Verwertbarkeit der Beiden als arische Berghelden. Während die bayerischen Burschen die 800km bis in die Schweiz auf ihren Drahteseln bewältigen, reist der opportunistische Sensationsreporter Henri Arau (Ulrich Tukur in einer Paraderolle) im erste Klasse Abteil an. Pikanterweise wird er von der jungen Volontärin Luise (Johanna Wokalek) unterstützt, ihres Zeichens auch aus Berchtesgaden und, wie es der Drehbuchzufall will, Tonis Jugendliebe. Im Luxushotel am Fuss der Felswand versammelt sich schliesslich ein voyeuristisches Publikum um von der Sonnenterasse das Schauspiel in der Wand zu verfolgen. Doch niemand ahnt welches Drama der Berg für sie bereithalten wird.
Nordwand hat seine unbestreitbaren Stärken dort wo der Film den Zuschauer in die Felswand mitnimmt. Mag die Liebesgeschichte zwischen Toni und Luise konstruiert wirken und das Nazigedöns im Hintergrund ein wenig platt sein, so entfaltet das Drama seine Qualitäten spätestens im einsetzenden Schneesturm. Hier bleibt Regisseur Philipp Stölzl (Baby) ganz nah an der Realität. Und die hat es in sich. Der Aufstieg beginnt vielversprechend. Nachdem sich Kurz und Hinterstoisser mit zwei Österreichern zusammengetan haben gelingt den Bergsteigern ein wagemutiges Manöver das sie zügig in höhere Lagen vordringen lässt und bis heute als „Hinterstoisser Quergang“ bekannt ist. Euphorisch zieht man das Quergangseil ab. Eine tragische Fehleinschätzung. Wenig später gerät einer der beiden Österreicher in einen Steinschlag und wird am Kopf verletzt. Ein schweres Handicap für die Gruppe. Dennoch arbeitet man sich weiter vor. Erst am dritten Tag, als das Wetter drastisch umschlägt, muss man umkehren. Doch als sie jetzt zum Quergang kommen sitzen sie in der Falle. Bei dem verzweifelten Versuch im Sturm dennoch einen Übergang zu finden stürzt Hinterstoisser ab. Die anderen werden von ihm mitgerissen. Ein Österreicher wird erdrosselt, der andere, vom Gewicht der Kameraden an den Haken gepresst, erfriert. Nur Toni Kurz überlebt. Im Seil verfangen kann er weder vor noch zurück und droht, nur wenige Meter vom rettenden Stollengang zu erfrieren. Wo vergleichbare Geschichten ein Happy End parat haben wird das Drama von Nordwand auf die Spitze getrieben und lässt uns bis zuletzt atemlos mitfiebern. Wer hier unberührt bleibt, sollte seinen Puls überprüfen lassen. Thomas Reuthebuch
VideoMarkt
Die Erstbesteigung der Eiger Nordwand ist der erklärte Traum für alle Bergsteiger. 1936 wagen die Bayern Toni Kurz und Andi Hinterstoisser den Wahnsinnsakt. Während der Vorbereitungen treffen sie auf Tonis Jugendliebe Luise, die als Journalistin berichten soll. Toni liebt Luise immer noch, aber sie scheint ihrem Kollegen Arau zu erliegen. Verzweifelt beginnt Toni mit Andi den Aufstieg, die Österreicher Angerer und Rainer sind ihnen auf den Fersen. Nach gutem Beginn verlieren die Bergsteiger die Kontrolle. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
VideoWoche
Bergfilm reloaded: Philipp Stölzl greift die Actionvariante des Heimatfilms auf und macht aus dem historisch verbürgten Stoff einen rasanten, rundum modernen Abenteuerfilm. Einerseits bedient er sich clever all der Zutaten, die schon die Luis-Trenker-Filme zu packenden Filmerlebnissen werden ließen, andererseits bereitet er die Konventionen filmisch mit allen heute zur Verfügung stehenden Mitteln zeitgerecht auf. Zudem kann sich Stölzl auf seine Besetzung mit Benno Fürmann und Johanna Wokalek verlassen.
Kundenrezensionen
Es wurde Zeit...
...dass diese Geschichte endlich verfilmt wurde. Wer schon einmal vor der Nordwand stand und die Tragödie um die Seilschaften von Toni Kurz, Andi Hinterstoißer, Willi Angerer und Edi Rainer kennt, der fragte sich seit Jahren: Wieso wurde diese hochdramatische Geschichte noch nicht, mit neuer Technik, auf Zelluloid gebannt? Philipp Stölzl hat sich an die Arbeit gemacht und mit Nordwand einen fast authentischen Film über die erste, europaweit in den Medien übertragene, Live-Katastrophe der Neuzeit gedreht.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Zeitungsvolontärin Luise Fellner(Johanna Wokalek). Im Dritten Reich, wir schreiben das Jahr 1936, fiebert das Land den Olympischen Spielen in Berlin entgegen. Fast gleichzeitig scheitern immer wieder Bergsteiger an der sagenumwobenen Eiger Nordwand. Die Wand, ständig ohne Sonnnenlicht, immer feucht und mit losem, gefährlichem Gestein versehen, gilt als unüberwindbar. Kein Wunder, dass das Regime, passend zur Olympiade, deutsche Helden präsentieren möchte, die diese Wand bezwingen. Der Berliner Reporter Arau(Ulrich Tukur) sucht genau diese Helden. Seine Volontärin Johanna, die aus Reichenhall stammt, kennt die beiden Gebirgsjäger Toni Kurz(Benno Fürmann) und Andreas Hinterstoißer(Florian Lukas). Beides, begeisterte Bergsteiger. Während der draufgängerische Hinterstoißer sofort Feuer und Flamme für die Idee ist, scheint dem besonnenen, nachdenklichen Kurz das Risiko zu groß.
Als die beiden jedoch erfahren, dass die Österreicher Edi Rainer und Willy Angerer, Freunde des nationalsozialistischen Regimes, den Aufstieg wagen, steigen auch Kurz und Hinterstoißer mit in das Rennen um den Gipfel ein. Das Medieninteresse ist gewaltig, als die beiden Seilschaften in den Berg einsteigen. Was dann passiert, das ist die Geschichte einer Tragödie, wie es sie in den Alpen seitdem nie wieder gegeben hat.
Stölzl hat sich sehr eng an die wirkliche Geschichte gehalten. Lediglich mit dem Einbau der Luise Fellner und ihrer Liebe zu Toni Kurz, die am Ende des Films den Mittelpunkt der Handlung einnimmt, hat er die Story kinotauglich ausgeschmückt. Das ist dann aber auch schon der einzige kleine Schwachpunkt der Verfilmung. Grandiose Bergaufnahmen, gepaart mit einer intensiven, atemberaubenden Geschichte und dem Gedanken, dass es sich so, oder so ähnlich, abgespielt hat, sind die Grundpfeiler des Films. Dazu brilliert Ulrich Tukur in der Rolle des Reporters Arau, bei dem man sich fragt, ob er Mensch oder Reporter ist. Fürmann und Lukas sind als Mimen absolut bergtauglich und Johanna Wokalek verbindet die Charaktere der Handlung. Wenn Kurz Hinterstoißer mit Graupensuppe bekocht, oder die beiden den Führergruß stets mit erhobener Hand und einem Servus quittieren, dann transportieren die beiden Schauspieler den Alpinismus der Kriegszeit perfekt. Am Berg wird Hinterstoißers Motto "Geht nicht, gibts nicht" zum zentralen Thema der Begegnung Mensch-Natur. Die Aufnahmen der Besteigung, in Verbindung mit der damaligen Ausrüstung und den technischen Schwierigkeiten, sind beeindruckend.
Nordwand verbindet eine schon fast dokumentarische Aufarbeitung einer Bergsteigertragödie, mit hollywoodtauglichem Kinomaterial. Das ist Philipp Stölzl fast perfekt gelungen. Der Zuschauer wird es ihm danken. Und wer noch nie vor der Nordwand gestanden hat, dem kann ich nur raten: Schauen sie sich das in Natura an. Sie werden niemals glauben, dass ein Mensch dort hinauf steigen kann!
Groß inszeniert..
..aber irgendwie hat mir etwas gefehlt.
Und dieses fehlende Etwas lag mit Sicherheit nicht an den Darstellern. Hier spielen nahezu alle wirklich absolut überzeugend. Gerade zum Finale hin brilliert nicht nur Benno Führmann mit seiner Rolle.
Es lag ganz klar auch nicht an den einzigartigen Kamerabildern oder dem Bombast-Sound. In diesen Punkten gibt es ganz großes Kino, das sich eindeutig nicht hinter internationalen Produktionen verstecken muss.
Jetzt hab ich's! Es hat nichts gefehlt. Es war etwas zu viel. Etwas zu viel Kitsch und Klischee (der beinharte Redakteur, der über Leichen geht und seine Praktikantin ins Bett kriegen will- na klar) und noch mehr Phantasie. Denn dass die Geschichte ja bekanntlich auf wahren Tatsachen beruhen soll, aber wie so oft nur der eigentliche Kern erhalten geblieben ist, finde ich persönlich sehr schade. Dass ich im Vorfeld keine Kentnisse über die zwei berühmten (?) Bergsteiger Toni & Andreas hatte, macht es auch nicht besser.
Mein Fazit: Eine gute Bergsteiger-Story, die in einmalige Naturaufnahmen verpackt und durch große Schauspieler getragen wurde, mich aber nicht gänzlich überzeugen konnte.
Alternativfilm: Am Limit
Unglaublich authentisch, mit verzeihbaren Schwächen
Dieser Film ist einer der besten deutschen Filme die ich kenne. Die bergsteigerischen Szenen wirken unglaublich authentisch, man kann als Zuschauer Kälte, Sturm und die Verzweifelung ungefiltert spüren. Insbesondere gegen Schluss, wenn Toni Kurz versucht sein Seil aufzutrennen und sich abzuseilen. Man spürt und sieht förmlich seine Erfrierungen(gute Maske !), da wirkt nichts steril und gekünstelt. (Man schaue sich mal z.B. Vertical Limit an, da weiss man wie steril und unnatürlich amerikanische Filme seien können). Das was Philip Stölzl schon im Videoclip 'Die Flut' vorgemacht hat, das Nachempfinden einer frühen Stummfilm Ästhetik, findet hier eine gewisse Fortsetzung und Höhepunkt. Wirkliche 5 Sterne !
Ulrich Tukur spielt brilliant, alle anderen auch. Der einzige Wermutstropfen des Films ist nicht die eingebaute Liebesgeschichte an sich, sowas braucht so ein Film. Und so ein Film muss auch nicht 100% exakt sein. Aber für den unsäglichen Einfall, mal eben die 'Luise' am Berg rumkraxeln zu lassen und eine Nacht in der Wand verbringen zu lassen (Hallo, wir reden die ganze Zeit von der Eiger Nordwand, liebe Leute !!!), gehören die Verantwortlichen geprügelt. Also wirklich unfassbar blöd.
Trotzdem mag ich noch 5 Sterne geben, weil die Authentizität, Ästhetik, Ausstattung und schauspielerische Leistungen alles wieder gut machen. Sehenswert !




