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Minutes To Midnight

Minutes To Midnight
Von Warner Bros.

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  • Amazon-Verkaufsrang: #822 in Digital Music Album
  • Erscheinungsdatum: 2008-12-08
  • Länge: 2606 seconds

Kundenrezensionen

Das neue Linkin Park4
Es war zu erwarten, dass sich Linkin Park verändern würde ... doch musste es so sehr sein, dachte ich? Natürlich, "What I've Done", "No More Sorrow" oder auch "Bleed It Out" erinnern an alte (härtere) Linkin Park-Zeiten, aber bei vielen der anderen Lieder sind die 6 Jungs ganz neue Wege gegangen. Wie nicht anders zu erwarten, wurde dieser Umstand von vielen Fans eher negativ aufgenommen, so auch anfänglich von mir. Doch nach einer Weile denkt man sich, dass die Band vielleicht auch für sich selbst, eine Veränderung durchmachen und nicht einfach nur den vielen Fans gerecht werden wollte. Man lernt nun ein anderes, ruhigeres und viel nachdenklicheres, in seiner Ausdruckskraft immer noch grandioses Linkin Park kennen und vielleicht auch wieder lieben?! Ich jedenfalls halte Linkin Park nach wie vor für eine der großartigsten (Rock)-Bands unserer Zeit und verstehe irgendwie auch, dass sie sich verändern wollten, ja vielleicht sogar mussten ...

Anspieltipps: "Shadow Of The Day", "In Pieces", "On A Valentine's Day"

Unerwartet genial!5
So, nach knapp zwei Jahren habe ich mich doch dazu entschieden, mir das (noch) aktuelle Werk von Linkin Park zuzulegen. Ich war anfangs skeptisch, weil ich viel schlechtes gelesen hab, Kommentare wie "weichgespült" oder "grauenhaft" sind mir da noch im Kopf. Die Singleauskopplung "What I've done" gefiel mir zwar, blieb mir aber als recht einfältig im Kopf, weil nicht wirklich viel passiert. Da ich aber vor ein paar Tagen zufällig das Video zu "Given up" gesehen hab, habe ich "Minutes to Midnight" nun doch erworben.
Und ich war wirklich überrascht. Das Album, dass mit den oben genannten Worten angekündigt wurde, entpuppt sich als ein reifes, kreatives und abwechslungsreiches Glanzstück.
Klar ist: eingefleischte Fans des "Hybrid Theory"/"Meteora"-Sounds werden hiermit nur schwer glücklich. Das Album zeichnet sich durch folgendes aus:
*zwei "Bretter-Songs"
*fast gänzliche Entsorgung der Raps
*viele zwei-/mehrstimmige Gesangslinien
*poppige, eingängige Melodien
*zum Teil sehr ausgefallene Arrangements
*eine Hymne
*vier Highlights
Wo "Meteora", welches ich wirklich nicht schlecht finde, nach dem fünften Song nur noch wiederholt hat (Akkorde umgedreht, Raps in der Strophe, aggressiver Gesang im Refrain), glänzt "Minutes to Midnight" mit kreativem und vor allem abwechslungsreichen Songwriting. Der Sound des Albums ist zu dem wunderbar gelungen, die Abmischung der Instrumente stimmt und der allgemeine Klang ist sehr gut.

Hier die Songs in der Einzelbewertung:
1. Wake - 5 / 5
Als die ersten Töne erklangen dachte ich, nicht schon wieder so ein Sinnlos-Intro àla "Meteora". Aber dann setzen die Instrumente ein - und ich war begeistert. Kurz, aber kraftvoll.
2. Given up - 5 / 5
Hier präsentiert sich das erste von vier Highlights des Albums, gleichzeitig der erste "Bretter-Song". Der Song, denke ich, spricht auch die Fans der ersten beiden Alben an - insgesamt hartes Arrangement, eine brachiale Bridge und ein eingängig rockiger Refrain. Chester beweist hier direkt, dass er eine richtig geile Stimme hat und diese gekonnt einsetzen kann. Wo er sich früher in zu vielem Gekreische verloren hat, herrscht in diesem Song eine wunderbare Mischung: Clear-Gesang in den Strophen, aggressiver geht es im Refrain zu (ohne dabei eine Melodie zu verlieren) und am Ende der Bridge ertönt ein Scream, wie ich ihn selten von irgendeinem Screamer gehört habe. Sehr guter Song!
3. Leave out all the Rest - 4 / 5
Guter Song, eingängige Melodie, allgemein etwas ruhiger. Kein Highlight, aber ein guter Song.
4. Bleed it out - 5 / 5
Dieser Song tritt mit dem wohl ungewöhnlichsten Arrangement auf, das ich seit langem gehört habe. Zuallererst: Mr. Shinoda ist hier rappend zu hören. Der Song hat eine sehr gute Melodie im Refrain und ist allgemein sehr gut geworden. Das Arrangement, das vom Prinzip des Songs eigentlich brachial gestaltet hätte werden müssen, ist so ungewöhnlich konzipiert, dass der Song dadurch etwas besonderes bekommt.
5. Shadow of the Day - 4 / 5
Der Song hält meiner Meinung nach den Fans der ersten beiden Alben das rote Tuch vor die Nase. Es handelt sich hier um eine sehr poppige Ballade. Kaum Gitarren, die erst zum Ende des Songs aufgedreht werden, viel Melodie und absolut untypisch für Linkin Park. Zumindest im Bezug auf die frühere Zeit. Mir gefällt's.
6. What I've done - 4 / 5
Wenn der Song nicht durchgehend dieselben vier Akkorde wiederholen würde, hätte ich fünf vergeben. Aber es fehlt hier an der nötigen Kreativität. Der Song ist gut, eingängig und gut arrangiert. Aber es passiert zu wenig, dass ich die volle Punktzahl geben könnte.
7. Hands held high - 5 / 5
Hier sehe ich die oben angekündigte Hymne und das zweite Highlight des Albums. Der Song ist komplett ruhig - aber unheimlich genial. Die Linie des Songs erinnert mich wirklich an eine Hymne. An sich völlig unpassend bilden sich über diese Grundlage Mike Shinoda's Raps - und auf eine seltsame Weise passt das perfekt in das Bild. Für den Refrain setzt der Redefluss aus und lässt Chester eine mehrstimmigen Chor vortragen, der mir Gänsehaut bereitet hat. Der Song lässt einen in Gedanken versunken zurück, definitiv einer der besten Songs des Albums.
8. No more Sorrow - 5 / 5
Hier der zweite und letzte "Bretter-Song" des Albums. Viel lässt sich hier nicht sagen, dieser Song dürfte den Fans der ersten Stunde auf jeden Fall gefallen. Abwechslungsreich und wirklich gut gelungen.
9. Valentine's Day - 4 /5
Hier haben wir einen Song, der, ähnlich wie "What I've done", sehr radiotauglich ist. Sehr nett anzuhören, kein Highlight, aber ein guter Song der sich perfekt in das Gesamtbild des Albums einfügt.
10. In between - 5 / 5
Es folgt eine sehr zurückhaltende Ballade, gesungen (!) von Mr. Shinoda. Das macht er auch wirklich gut, der Song hat eine tolle Melodie und bleibt schnell im Kopf. Sehr Linkin Park untypisch, aber meiner Meinung nach sehr gut.
11. In Pieces - 5 / 5
Hier haben wir das dritte Highlight. Der Song glänzt vor allem durch seinen beständigen Aufbau. Es fängt sehr zurückhaltend an, langsam baut sich der Song auf und kommt in einem wirklich genialen letzten Refrain an. Gerade dieser glänzt durch die, wie ich finde, genialste Melodie (sowohl die Akkordlinie, als auch die Gesangsmelodie) des Albums. Ein sehr, sehr geiler Song!
12. The little Things give you away - 5 / 5
Mit dem letzten Song des Albums präsentiert sich auch das letzte Highlight. Einen besseren Abschlusssong hätte man nicht wählen können. Auch hier wird sehr zurückhaltend begonnen, aber auch hier wird der Song langsam aufgebaut. Das Schlagzeug ist hier überraschend und nach diesem Anfang unerwartend kreativ. Allgemein die Schlagzeugarbeit in dem Song ist sehr genial. Dann: Der Abschluss beginnt - eine epische Melodie, die immer bombastischere Ausmaße im Arrangement nimmt. Das Solo hat sehr schöne Melodien, ist aber etwas lieb- und gefühllos gespielt. Aber darüber sieht man direkt danach hinweg. Chester beginnt mit einer wunderschönen Melodie, dann kommt eine weitere Stimme von Mike und wenig später die dritte Stimme von Chester hinzu. Die hohe Gesangsmelodie ist mittlerweile zweistimmig und die zwei Stimmen bilden eine großartige kanonähnliche Fläche. Dann setzt alles aus, nur noch leise Streicher sind unter den vier Stimmen zu hören, mit denen das Album seinen Abschluss findet, der einen mit einem Gefühl zurücklässt, dass man gerade etwas sehr großes erlebt hat.

Und genau das habe ich von Linkin Park nicht erwartet. Einen Abschlusstrack, der dieses Gefühl in mir auslöst. Von den zwölf Songs sind nur vier, die einen Stern weniger bekommen und vier Songs, die absolut genial sind. Das Album ist durchweg genial, mehr fällt mir dazu nicht ein. Ich hätte nicht erwartet, dass diese Gruppe sich zu einer Band entwickelt, die so ausgefeilte, wunderschöne Musik machen kann und dabei trotzdem noch Elemente ihrer Wurzeln zu bewahren.
Fazit: Man muss sich auf etwas Neues einlassen, denn es ist definitiv kein traditionelles Linkin Park Album, aber wenn man sich auf diese neue Stilrichtung einlässt, wird man sehr schnell von "Minutes to Midnight" gefesselt. Absolute Kaufempfehlung!

Wenn ginge würde ich Null Sterne geben1
Dieses Album von LP ist dermaßen langweiliger, kommerzieller Pop, dass ich mir nicht einmal die Mühe gemacht habe, mir dieses Machwerk ein drittes Mal anzuhören. Da ist gar nichts. Es fehlen eingängige Melodien. Wo bleibt der harte Rap? Gar nichts bleibt im Gedächtnis. Ich gebe ehrlich zu, auch die ersten beiden Studioalben haben mich nur bedingt vom Hocker gehauen, aber jedes Album hatte zumindest 3 absolute Kracher. Die Härte war ja schon bei zweiten Album weitgehend weg, aber dass dieses Album hier ein seichtes Pop-Album wird, hatte ich nicht erwartet.