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Tausend strahlende Sonnen

Tausend strahlende Sonnen
Von Khaled Hosseini

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  • Amazon-Verkaufsrang: #41 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2009-04-25
  • Originalsprache: Deutsch
  • Einband: Taschenbuch
  • 384 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

Aus der Amazon.de-Redaktion
Als Mariam dem Schuhmacher Raschid zur Frau gegeben wird, ist sie gerade fünfzehn, dreißig Jahre jünger als ihr Mann. Die uneheliche Tochter eines Kinobesitzers ist isoliert auf dem Lande aufgewachsen, und auch das Leben als Ehefrau des launischen Raschid in der afghanischen Hauptstadt Kabul hält für sie nicht viel Gutes bereit. Lange Jahre der Unterdrückung und des Leidens gehen ins Land, bis Raschid eine zweite Frau heiratet, ein junges Mädchen aus der Nachbarschaft. Mit Laila und ihren Kindern verändert sich das Leben von Mariam auf eine Weise, wie sie es sich nie erträumt hätte.

Khaled Hosseini, der schon mit seinem Romandebüt Drachenläufer begeisterte, erzählt von der Freundschaft, diesmal der zweier Frauen, im krisengeschüttelten Afghanistan der letzten Jahrzehnte. Dabei entfaltet sich die Handlung des Romans vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen: die kommunistische Republik der 80er-Jahre, deren Sturz, die Bürgerkriege und die Machtübernahme durch die Taliban, der 11. September und seine Folgen - die Umwälzungen und Ereignisse sind aufs Engste mit dem persönlichen Schicksal der Romanfiguren Mariam und Laila verwoben. Deren Martyrium im Haus ihres gewalttätigen Ehemanns ist dabei sicherlich kein fiktiver Einzelfall - noch heute sind über 90% der afghanischen Frauen Analphabetinnen, eine Gleichberechtigung mit den Männern liegt in weiter Ferne, das Tragen der Burka ist gerade in ländlichen Gebieten nach wie vor üblich.

Hosseini schildert mit der Geschichte der beiden Frauen auch seine eigene. Der Vater des 1965 in Kabul geborenen Schriftstellers war im diplomatischen Dienst des afghanischen Außenministeriums tätig. Während der sowjetischen Invasion 1979 befand sich die Familie gerade in Paris und konnte danach nicht mehr ungefährdet nach Afghanistan zurückkehren. Die Hosseinis erhielten politisches Asyl in den USA. Khaled Hosseini, das älteste von fünf Geschwistern, studierte Medizin und praktiziert heute als Internist. Die Literatur war allerdings seine erste Berufung: Schon als Kind begann der talentierte Geschichtenerzähler zu schreiben. Die beiden bisher erschienenen Romane zeugen dabei von einer tiefen Verbundenheit mit seiner verlorenen Heimat Afghanistan.

Hosseinis große Erzählkunst besteht darin, diese Zeiten und Geschehnisse anhand seiner beiden starken Frauenfiguren lebendig werden zu lassen, und dabei gleichzeitig (und vor allem) eine berührende Liebesgeschichte zu erzählen. Dies ist es vielleicht auch, was den Roman trotz all der furchtbaren Grausamkeiten, die seinen Protagonisten widerfahren, so hoffnungsvoll wirken lässt, so warmherzig und schön. Es ist letztlich die Liebe, die siegt, bei Hosseini. Und sei es auch nur als versöhnliche Gewissheit, geliebt zu werden und geliebt zu haben, bevor man stirbt. -- Urike Künnecke, Literaturtest

kulturnews.de
Mariam ist ein harami, ein uneheliches Kind. Als ihre Mutter sich umbringt, wird sie von ihrem Vater deshalb schnellstmöglich mit einem Schuhhändler aus Kabul verheiratet. Die junge Laila ereilt Jahre später ein ähnliches Schicksal, das sich mit dem Mariams verflicht - sehr zu deren Unwillen. Dann jedoch versuchen beide Frauen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, doch unter dem Terrorregime der Mudschaheddin und später der Taliban bleibt ihnen dazu so gut wie kein Spielraum. Und so bleibt schließlich nur ein Ausweg. "Tausend strahlende Sonnen" ist ein Buch, das den Leser in keiner Weise schont, ihn oft schreckerstarrt weiterlesen lässt, das aber auch außerordentlich behutsam mit seinen Figuren umgeht. Khaled Hosseini malt die Charaktere der beiden sehr unterschiedlichen Frauen nur durch Nuancen aus, schafft es aber, sie einem innerhalb weniger Seiten fest ans Herz wachsen zu lassen. Ein brandaktuelles Thema, verpackt in eine mitreißende Geschichte - unbedingt lesen! (es)

Pressestimmen
"Als die Sowjets das Land verlassen haben, wurden die Frauen systematisch aller Rechte beraubt. Sie wurden zu Hause eingesperrt, durften das Haus nicht verlassen, nicht arbeiten gehen. Es ist so jämmerlich, was da passiert ist, dass ich darüber schreiben und erzählen musste."


Kundenrezensionen

1000 strahlende Sonnen im dunklen Afghanistan.....4
2 Frauenschicksale in Afghanistan, ich muss zugeben ich war vom Klappentext dieses Buches gefesselt, zumal einem ja Drachenläufer auch immer wärmstens empfohlen wird(bisher leider noch ungelsen in meinen Stapel), doch dieses 2. Buch sprach mich auf Anhieb mehr an als sein ERstling.

Mein Fazit: eine sehr berührende, interessante Geschichte mit sehr viel Infos über Alltag, Kultur & Geschichte Afghanistans von der Besetzung durch die Sowjetunion bis hin zu den Taliban & dem Krieg gegen die USA.
Vor allem der Anfang, der von Mariams Kindheit erzählte, war sehr traurig & hat mich berührt, gegen Ende wurde es mir aber ein bisschen zu melodramatisch, schablonenhaft & mitunter etwas zu platt. Deswegen einen Stern Abzug, genauso wie der happige Preis für das Buch.

ERGO: ein sehr lesenswertes Buch mit leichten dramaturgischen Schwächen, etwas zu viel Melodramtaik, die aber durch viele Informationen zu Land & Leuten, Kultur & Geschichte wieder wettgemacht werden.

Ein herausstrahlender Leuchtpunkt am Literaturhimmel5
Dieser interkulturelle Bildungsroman ist ein strahlender Leuchtpunkt am Literaturhimmel.
In außergewöhnlicher Form versteht es Khaled Hosseini sich vom Vorgängerroman Drachenläufer" zu lösen und wieder eine ganz eigene Geschichte bzw. einen Geschichten-Sternenhimmel zu erzählen.
Die beiden Hauptfiguren sind die Frauen Mariam und Leila, die im Bannkreis von dem älteren Afghanen Raschid in ihrer Eigenständigkeit und Emanzipation gehindert werden und sich durch eine bezaubernde Freundschaft ihrer einzigartigen Kraft zur Veränderung versichern.

Das Verhältnis der Geschlechter zueinander im Islam bzw. einigen Auswüchsen ist das zentrale Thema von Khaled Hosseinis neuem Werk.
In gewohnter Weise vernäht er Historisches, Politisches und Geographisches zu einem bunten Erzählstoff, zu einer Patchwork-Decke, unter der sich die Zentralpersonen verstecken oder zeitweise wohl fühlen können.
Wanderbewegungen, politische Ereignisse und ganz persönliche Biographien stellt Khaled Hosseini im ausgewogenen Verhältnis zueinander und gibt somit vielfältige Informationen über Afghanistan, ohne dass aus dem in diesem Sinne Bildungsroman ein Sachbuch würde.
Zwischen den Polen Flucht und Rückkehr", Erkenntnis und Geheimnis", Gemeinschaft und Einsamkeit", Liebe und Hass", Licht und Schatten", Sorgen und Versorgt werden" werden die Leserinnen und Leser immer wieder in neue Nuancen afghanischer Geschichte und tragischer Biographien geleitet.
Zu Beginn des Romans ist es nicht ganz leicht den einzelnen Personen und Schilderungen zu folgen. Einige Dialoge wirken stark verkürzt. Die Figuren sind nicht vollends ausstaffiert und die Zeitsprünge verwirren. Man hat das Gefühl, dass Hosseini erst nach und nach so vollends in seine so wundervolle Erzählweise hineinfindet und alles wegzuräumen beginnt, was er vorher so unvollendet hat stehen lassen.
Die grandiose Ausformung der Charaktere und die so eigentümliche Ausweitung von Romanszenen zu einem wahrhaftig gefühlten Dabei- Sein - wie man sie sonst von dem großartigen Schriftstellers kennt - finden leider erst nach dem ersten Teil wieder ihre volle Blüte. Hier erfordert es einige Geduld bei der Leserschaft.
Dann aber spielt er wieder mit der Sprache und lässt den Figuren wunderschöne Zitate bringen: mit dem Schnee kamen auch die bunten Drachen, einst Beherrscher des Winterhimmels über Kabul, jetzt aber nur als schüchterne Gäste in dem von Raketen und Kampfjets eingenommenen Luftraum"; ...Mamis Herz war wie ein fahler Sandstrand, auf dem Lailas Spuren von den Wellen des Kummers, die darüber hinwegbrandeten, immer wieder weggespült würden" oder Laila kam sich vor wie eins dieser Küchenutensilien, die man je nach Laune vernachlässigen oder in Beschlag nehmen konnte".
Die Szenerien werden so glaubhaft lebendig, dass man teils fassungslos im Lesen innehalten muss.
Das anderthalb Seiten umfassende Zitat eines Taliban- Flugblattes - sauber eingebettet in den Erzählfluss - zeigt, wie unmenschlich und frauenfeindlich sich diese Herrschaft gezeigt hat.
Die Widersprüche im Leben einer Vielzahl afghanischer Männer werden vom Autor sehr treffend beschrieben, ohne aber den Respekt und die Menschenachtung zu verlieren. Besonders gelungen ist es in der Szene, wo eine Frau zum Burka- Tragen genötigt wird, um sich zu verschleiern; andererseits aber Pornohefte mit nackten Frauen in der Nachttischschublade liegen...
Die kursiv gedruckten afghanischen Ausdrücke werden zwar stellenweise erklärt, doch wäre es gut gewesen, wenn eine Liste dieser Worte am Ende des Buches noch zum Nachlesen aufgeführt worden wäre.
Was hier in aller Präzision und Auslass-Kunst vorgetragen wird, ist ein aufwühlendes, aufklärendes und nachdenklich stimmendes Meer - ein Sternenmeer, von dem immer einige Sterne besonders strahlen: die Liebe zu Afghanistan, zu den Menschen, das Mitgefühl und über allem die Liebe und Hoffnung.
Ein erschütterndes Zeugnis der jüngeren Geschichte Afghanistans, ein dringender Appell an Männer und Frauen, dafür zu sorgen, dass Menschen- und Frauenrechte unteilbar miteinander verbunden sind.
Eine sentimental-nüchterne Liebeserklärung an ein Land, wo unzählige Menschen leben wie "die tausend strahlenden Sonnen, die verborgen hinter Mauern stecken."

Eine Schicksalsgemeinschaft von zwei Frauen in Afghanistan5
Der Autor Khaled Hosseini beschreibt in seinem Roman die Lebensverhältnisse von Frauen in Afghanistan von 1959 bis 2002 als die Amerikaner den Taliban den Krieg erklärten.
Die Story rankt sich um die Geschichte zweier Frauen, die beide an einen Mann geraten, den sie sich nicht freiwillig ausgesucht haben. Die eine, etwas ältere, Mariam wird bereits mit 15 Jahren von ihrem Vater an einen älteren Mann verheiratet und erleidet Höllenqualen. Die zweite Frau Laila verliert durch einen Raketenangriff in Kabul ihre Eltern, wird selbst schwer verletzt und gerät dadurch an denselben Mann wie Mariam.
Aus einer Hassbeziehung wird dann eine Schicksalsgemeinschaft, wie bei einer Mutter mit Tochter. Beide versuchen sich von ihrem Peiniger zu befreien.

Ein sehr spannender, emotionsgeladener, informativer Roman über Afghanistan und die Lebensverhältnisse unter den unterschiedlichsten Regiemen, die nur Leid und Elend brachten. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz und ob es ein Happy End gibt, sollte der Leser schon selbst herausfinden. Der Titel des Buches stammt übrigens aus einem alten Gedicht, den einer der Protagonisten zitiert.