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Wir amüsieren uns zu Tode: Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie

Wir amüsieren uns zu Tode: Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie
Von Neil Postman

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Produktbeschreibung

Postman diagnostiziert einen tief greifenden Wandel der US-amerikanischenKultur von einer inhalts- zu einer unterhaltungsorientierten Gesellschaft.Die Fernsehgesellschaft zeitige einen radikalen Verfall der Schriftkulturund mithin der rationalen Urteilskraft. Durch die Ablösung des wortbestimmtenZeitalters der ErörterungZeitalter des Showbusinesswerde Erkenntnisstreben durch bloße Zerstreuung ersetzt, und zwar in jedemdenkbaren Lebensbereich. Die formalen Unterschiede zwischen Schrift- undBildmedium bestimmten auch die vermittelten Inhalte Die Darstellung vonErfahrungen in allen gesellschaftlichen Bereichen werde statt durch dieRatio nun durch die Emotio bestimmt. Nach Postman nehmen wir die Welt nichtso wahr, wie sie ist, sondern nur in der Vermittlung über die Medien, welcheden Inhalt unserer Kultur erst erschaffen. Schnelligkeit und Kurzlebigkeitder Fernsehbilder verhindern die Reflexion der vermittelten Inhalte, weshalbdie Präsentation selbst entscheidendes Kriterium der Urteilsbildung wird.Alle gesellschaftlich relevanten Bereiche, selbst Religion und Politik,haben sich dem visuellen Diktat des Fernsehmediums unterzuordnen und lernenes sich zu Nutze zu machen, worin Postman eine Gefahr für die Demokratiesieht. Auswege aus der stetig fortschreitenden Ersetzung von Urteilskraftdurch Amüsement vermag Postman nicht aufzuzeigen. Es bleibt lediglich beidem Appell, sich kritisch mit dem Medium Fernsehen auseinander zu setzen.


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  • Amazon-Verkaufsrang: #9930 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 1988-12-01
  • Einband: Taschenbuch
  • 206 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Wir amüsieren uns zu Tode
OT Amusing Ourselves to Death OA 1985 DE 1985Form Sachbuch Bereich Medientheorie
Neil Postman untersucht in diesem Werk die, so der Untertitel, Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie. Die einstige große Popularität des Buchs zeigt sich u. a. in der medialen Omnipräsenz des inzwischen sprichwörtlich gewordenen Titels.
Inhalt: Postman diagnostiziert einen tief greifenden Wandel der US-amerikanischen Kultur von einer inhalts- zu einer unterhaltungsorientierten Gesellschaft. Die Fernsehgesellschaft zeitige einen radikalen Verfall der Schriftkultur und mithin der rationalen Urteilskraft. Durch die Ablösung des wortbestimmten »Zeitalters der Erörterung« durch das bildbestimmte »Zeitalter des Showbusiness« werde Erkenntnisstreben durch bloße Zerstreuung ersetzt, und zwar in jedem denkbaren Lebensbereich. Die formalen Unterschiede zwischen Schrift- und Bildmedium bestimmten auch die vermittelten Inhalte: Die Darstellung von Erfahrungen in allen gesellschaftlichen Bereichen werde statt durch die Ratio nun durch die Emotio bestimmt.
Nach Postman nehmen wir die Welt nicht so wahr, wie sie ist, sondern nur in der Vermittlung über die Medien, welche den Inhalt unserer Kultur erst erschaffen. Schnelligkeit und Kurzlebigkeit der Fernsehbilder verhindern die Reflexion der vermittelten Inhalte, weshalb die Präsentation selbst entscheidendes Kriterium der Urteilsbildung wird. Alle gesellschaftlich relevanten Bereiche, selbst Religion und Politik, haben sich dem visuellen Diktat des Fernsehmediums unterzuordnen und lernen es sich zu Nutze zu machen, worin Postman eine Gefahr für die Demokratie sieht.
Auswege aus der stetig fortschreitenden Ersetzung von Urteilskraft durch Amüsement vermag Postman nicht aufzuzeigen. Es bleibt lediglich bei dem Appell, sich kritisch mit dem Medium Fernsehen auseinander zu setzen.
Aufbau: Die elf Kapitel des etwa 200-seitigen Werks sind in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil entwickelt Postman seine Theorie der medialen Metaphorik des Fernsehens und stellt den geschichtlichen Übergang vom Buchdruck- ins Fernseh-Zeitalter dar. Der zweite Teil widmet sich den elementaren gesellschaftlichen Teilbereichen der Information, Religion und Politik. Die Gegenüberstellung der Romane 1984 (1949) von George R Orwell und Schöne neue Welt (1932) von Aldous R Huxley durchzieht als Leitmotiv das Buch. Während Orwells düstere Utopie die Unterdrückung und totale Kontrolle durch eine äußere Macht schildert, beschreibt Huxley die Möglichkeit, dass die Menschen gerade jene Technologien anbeten könnten, die ihre Denkfähigkeit zerstören. In der Annahme, dass Huxley und nicht Orwell recht hatte, sieht Postman die Kultur nicht zu einem Gefängnis verkommen, sondern zu einem Varieté.
Wirkung: Nicht zuletzt wegen seiner guten Lesbarkeit erreichte das populärwissenschaftliche Werk auch viele nichtakademische Leser. Gleichwohl kaschiert der unterhaltsame Stil zahlreiche Ungenauigkeiten, die in der akademischen Debatte moniert wurden. Angegriffen wurde auch der allzu simple Antagonismus zwischen mehrdeutigem, »schlechtem« Bild und rationaler, »guter« Schrift. M. F.

Kurzbeschreibung
Noch sind die Diskussionen, die Neil Postman mit seiner Streitschrift "Das Verschwinden der Kindheit" ausgelöst hat, nicht verstummt, da kündigt ein neues Buch von ihm neuen, grundsätzlichen Meinungsstreit an. Denn diesmal kritisiert er die allmähliche Zerrüttung der Kulturtätigkeiten durch den gewerbsmäßigen Illusionismus, das totale Entertainment. Postmans These lautet, daß die Medien zunehmend nicht nur bestimmen, was wir kennenlernen und erleben, welche Erfahrungen wir sammeln, wie wir Wissen ausbilden, sondern auch, was und wie wir denken, was und wie wir empfinden, ja, was wir von uns selbst und voneinander halten sollen. Zum ersten Mal in der Geschichte gewöhnen die Menschen sich daran, statt der Welt ausschließlich Bilder von ihr ernst zu nehmen. An die Stelle der Erkenntnis- und Wahrnehmungsanstrengung tritt das Zerstreuungsgeschäft. Die Folge davon ist ein rapider Verfall der menschlichen Urteilskraft. In ihm steckt eine unmißverständliche Bedrohung: Er macht unmündig oder hält in der Unmündigkeit fest. Und er tastet das gesellschaftliche Fundament der Demokratie an. Wir amüsieren uns zu Tode.

Autorenporträt
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Postman, Neil US-amerikan. Kommunikationswissenschaftler * 8.3.1931 Brooklyn/New York Wir amüsieren uns zu Tode, 1985 Neil Postman wurde mit seinen Büchern über die Folgen der Unterhaltungsindustrie und der neuen Medien für die moderne Gesellschaft zu einem der einflussreichsten Kulturkritiker des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Nach dem Studium der Pädadogik in New York war Postman zunächst Grundschullehrer. Seit 1959 Professor für Medienökologie an der privaten New York University in Manhattan, veröffentlichte er in den 1960er und 1970er Jahren zahlreiche Aufsätze und Werke zu Fragen der Erziehung und wurde zu einem der progressivsten Verfechter einer Reform des US-amerikanischen Bildungssystems. Desillusioniert von der Macht der amerikanischen Unterhaltungsindustrie, vollzog Postman zu Beginn der 1980er Jahre eine radikale Wende hin zum konservativen Kulturpessimismus. In Das Verschwinden der Kindheit (1983) prophezeit er Analphabetismus und schließlich Infantilisierung der elektronischen Informationsgesellschaft. Diesen technikfeindlichen Ansatz führt er weiter in seinem Werk Wir amüsieren uns zu Tode, das ihm zu weltweiter Bekanntheit verhalf. In Das Technopol (1992) und Die zweite Aufklärung (1999) leugnet Postman jeglichen computertechnischen Fortschritt und lehnt kategorisch den Einsatz des Internet in der Erziehung als nutzlos und schädlich ab. Der einst so fortschrittliche Pädagoge geriet damit um die Jahrtausendwende zunehmend in die Gefahr, in der öffentlichen Debatte um Gefahren und Nutzen der neuen Medien als kulturkonservativer Mahner isoliert zu werden