Axolotl Roadkill
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Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #30763 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2010-01-22
- Einband: Taschenbuch
- 208 Seiten
Aus der Amazon-Redaktion
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Man kann Helene Hegemanns Axolotl Roadkill nicht mehr unbefangen zur Hand nehmen. Selbst Leser, die sich nicht durchs deutsche Feuilleton oder seine Kompilation im „Perlentaucher“ wühlen, wissen, dass im Buch nicht alles von der Autorin, sondern vieles aus fremder Feder, zumeist von einem ehemaligen Techno-Blogger, stammt. So sah sich die zunächst als Junggenie gefeierte Schriftstellerin von der Literaturkritik schon bald als Kopistin entlarvt. Warum also, so wird sich da mancher fragen, soll man das Buch über eine ebenso verwöhnte wie verwahrloste 16-jährige Schulverweigerin namens Mifti, ihre selbstzerstörerischen Berliner Drogen-, Party- und Sprachexzesse überhaupt noch lesen?
Nüchtern betrachtet muss man es wohl konstatieren: Ja, Hegemann hat abgeschrieben. Nein, es ist nicht okay, wie die Autorin den Diebstahl fremder Kreativität im Nachhinein nicht nur herunterzuspielen, sondern gar als natürliche Copy-and-Paste-Geste einer Generation Google zu stilisieren suchte – auch wenn sich in eben dieser Generation Google das Verhältnis zum Urheberrecht gerade offenbar tatsächlich bedrohlich zu wandeln scheint. Aber Hegemann hat Axolotl Roadkill auch nicht, wie hin und wieder im Feuilleton behauptet, eins zu eins kopiert. Das in der 4. Auflage des Buchs nachgereichte Quellenverzeichnis zeigt, dass ihre Raubzüge durchaus überschaubar sind. Der Rest ist ganz eigen, mitunter originell, manchmal sperrig, oft auf kalkulierte Weise abstoßend, hin und wieder kindisch, aber zumeist doch erfrischend zu lesen.
Nein, Helene Hegemann hat das, was sie schildert, wohl nicht erlebt. Vielleicht war ihre Jugend öde, wie jetzt mancher Kritiker, etwas höhnisch mutmaßt. Egal. Auch Günter Grass musste kein Glas zersingen können, um die Blechtrommel zu schreiben. Und Vladimir Nabokov ist (glücklicherweise) nicht verliebt mit einer Minderjährigen von Motel zu Motel gereist, und trotzdem ist Lolita ein Meisterwerk. Dies nun ist Axolotl Roadkill, leider, nicht. Aber es ist um vieles besser als manches, was sonst so als neue deutsche Literatur auf den Markt schwemmt.
- Thomas Köster
kulturnews.de
Die Hegemann ist ein Wunderkind! Die Hegemann ist eine Betrügerin! Zwei Sätze, die in etwa die Bandbreite der Meinungen abdecken, mit denen die jugendliche Autorin seit Erscheinen ihres Debütromans konfrontiert wurde. Die tatsächliche Qualität von "Axolotl Roadkill", der zunächst als Porträt einer ganzen Generation gehandelt und kurz darauf als teilweise plagiiert entlarvt wurde, war dabei zuletzt kaum noch Thema. Gut, sie hat also abgeschrieben. Trotzdem ist "Axolotl Roadkill" ein eigenständiges Kunstwerk mit einer sehr einzigartigen Hauptfigur: der 16-jährigen Halbwaisin Mifti, die sich durch ihren Berliner Szenealltag vögelt, drogt und philosophiert. Ein Prototyp ist diese mit autobiografischen Details versehene Göre bestimmt nicht; eher eine anstrengende Kulmination all der potenziellen Ängste und Nöte, mit denen ein pubertierender Großstadtbewohner konfrontiert werden kann. Zu großen Teilen liest sich das wie eine dahingerotzte Sammlung von Assoziationen und Eindrücken, angereichert mit Bildungs- und Fäkalsprache zu jeweils gleichen Anteilen. Mit großer Wahrscheinlichkeit würde ein Autor, doppelt so alt wie Hegemann, für dieses Produkt abgewatscht werden. Helene Hegemann aber ist gerade 18 Jahre alt geworden - und darf sich über eine Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse freuen. Aus literarischer Sicht hätte sie eine solche Auszeichnung nicht verdient; umso mehr dafür, dass sie viele längst überflüssige Diskussionen angefacht hat. (jul)
Pressestimmen
»An "Axolotl Roadkill" werden sich dieses Jahr wohl alle deutschsprachigen Debüts messen lassen müssen.« Der Tagesspiegel / Nadine Lange / 23.01.2010 »Ein deutsches Romandebüt mit einer solchen Kraft hat es lange nicht gegeben.« FAS / Maxim Biller / 24.01.2010 »Das Buch ist phänomenal. Und die Autorin ist ein Phänomen.« Süddeutsche Zeitung / Georg Diez / 23.01.2010 »Von einer großen Suchbewegung getrieben, voll treffender Beobachtungen und überraschender Gedanken.« Der Spiegel / Tobias Rapp / 18.01.2010 »Verblüffend klug, angenehm grotesk und herrlich sprachgewandt.« Die Welt / Cosima Lutz / 20. 01.2010 »Ein Kugelblitz in Prosaform und Prosasprache« Die Zeit / Ursula März / 21.01.2010 »"Axolotl Roadkill" kann man als großen Coming-of-age-Roman der Nullerjahre lesen.« FAZ / Mara Delius / 22.01.2010 »Die erst sechzehnjährige Helene Hegemann erzählt mit beeindruckender Unbeirrbarkeit und getreu dem bekannten Godard-Ausspruch, ein Film müsse einen Anfang, eine Mitte und ein Ende haben, wenn auch nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.« Die FAZ zum Film Torpedo
