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Deutschland retten: Fit für die nächste Krise

Deutschland retten: Fit für die nächste Krise
Von Hans Zippert

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Produktbeschreibung

Fit für die nächste Krise
Erscheinungsjahr: 2010
m. 15 Abb.
Gewicht: 255 gr / Abmessung: 19,5 cm
Von Zippert, Hans

Politiker denken ungeniert über Abwrackprämien für Altkinder nach! Durch die Gesundheitsreform sind viele unserer beliebtesten Krankheiten bedroht! Sogar Asteroiden machen einen Bogen um Deutschland! Hans Zippert, der frühere Titanic-Chefredakteur, zeichnet ein brillant bösartiges Bild der Politik der BRD. Seine absurd komischen Texte sind voll Satire und Humor - und zeigen doch treffsicher die unterschwelligen Trends der Krise auf.


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  • Amazon-Verkaufsrang: #235883 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2010-03-08
  • Einband: Gebundene Ausgabe
  • 160 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

Kurzbeschreibung
Politiker denken ungeniert über Abwrackprämien für Altkinder nach! Durch die Gesundheitsreform sind viele unserer beliebtesten Krankheiten bedroht! Sogar Asteroiden machen einen Bogen um Deutschland! Hans Zippert, der frühere Titanic-Chefredakteur, zeichnet ein brillant bösartiges Bild von Politik und Alltag der BRD. Seine absurd komischen Texte sind voll Satire und Humor - und zeigen doch treffsicher die unterschwelligen Trends der Krise auf.

Über den Autor
Hans Zippert, geboren 1957 in Bielefeld, lebt als freier Autor in Oberursel. Von 1987 bis 1995 arbeitete er als Redakteur und Chefredakteur bei der deutschen Satirezeitschrift Titanic. Von 1996 bis 1998 schrieb er die Fernsehseiten im FAZ Magazin sowie Kolumnen im SZ Magazin, in der Cinema und Tomorrow. Seit 1999 schreibt er täglich für Die Welt die Kolumne "Zippert zappt" und veröffentlicht Reisereportagen in der FAZ und der Geo Saison.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Gebrauchsanweisung

Dieses Buch soll Ihnen helfen, mit der nächsten Krise fertig zu werden, die in Kürze erwartet wird. Dazu müssen Sie aber wissen, wie Sie es sachgerecht einsetzen. Wichtig: Das Buch eignet sich zur Bekämpfung aller Arten von Krisen und kann vor allem in folgenden Fällen bedenkenlos eingesetzt werden:

1. Finanzkrise
2. Ölkrise
3. Beziehungskrise
4. Kubakrise
5. Sinnkrise
6. Glaubenskrise

Das Buch ist nur eingeschränkt geeignet bei:

Flugzeugabstürzen
Flutkatastrophen
Weltkriegen
Winterschlussverkäufen
Weltuntergängen (Klasse I-III)

Weltuntergangskrise
Aus Anlass des Starts von »2012«, dem neuen Film von Roland Emmerich, wies die NASA darauf hin, dass die Erde nach ihren Erkenntnissen nicht am 21. Dezember 2012 mit einem Kleinplaneten namens Nibiru kollidieren wird. Auf eine dringliche Nachfrage des deutschen Wirtschaftsministeriums bestätigte die Weltraumbehörde, dass auch für 2013 kein Weltuntergang geplant sei. Die Bundesregierung zog sich daraufhin zu intensiven Beratungen zurück. Finanzminister Schäuble erklärte am Abend, unter diesem Aspekt seien weitere Steuersenkungen vollkommen unvertretbar. Wäre die Erde dagegen wie geplant nach der laufenden Legislaturperiode untergegangen, hätte man natürlich einige Billiarden Schulden machen können, um die Konjunktur anzukurbeln. Wirtschaftsminister Brüderle sagte, es sei unverantwortlich, den Menschen in Deutschland mit falschen Versprechungen Hoffnungen zu machen, und appellierte an den Regisseur, sich an die Realitäten zu halten. Damit bleiben die Termine für die Winterschulferien 2012/13 in Kraft, genau wie alle Ratenrückzahlungsverträge und der für Sommer 2013 vorgesehene Abstieg des FC Bayern in die 3. Bundesliga.

Umstellungskrise
Die Mehrheit der Deutschen und der Kühe ist gegen die Sommerzeit, trotzdem wird sie dem Volk und dem Vieh jedes Jahr aufs Neue aufgezwungen, ähnlich wie die Mehrwertsteuer, der Solidaritätsbeitrag oder die Milchquote. Weil der volkswirtschaftliche Nutzen immens ist! Der Verkauf von Digitaluhren wird angekurbelt, da kaum jemand weiß, wie man so eine Uhr verstellt, weshalb man sich lieber gleich eine neue kauft. Tausende von hoch qualifizierten Spezialkräften arbeiten daran, die Erde schneller zu drehen, damit wir eine Stunde streichen können. Die Menschen haben ein Gesprächsthema: Wird die Uhr erst vorund dann zurückgestellt oder umgekehrt? Welche Krankheiten kann das hervorrufen, wie schützt man seine Kinder? Sicher ist, es bleibt abends länger hell, aber die Kühe haben große Probleme und geben weniger Milch. Wenn es morgens später hell wird, zweifeln die Vögel an ihrer inneren Uhr und werfen die Eier aus dem Nest. Goldhamster geben dagegen weniger Milch. Was ist mit dem Fernsehprogramm? Kommt die »Tagesschau« jetzt um 20:00 Uhr oder um 19:00 Uhr? Und was tut die Kanzlerin? Bleibt morgens länger dunkel, aber gibt mehr Milch.

Mumienkrise
Kürzlich fand in Stuttgart eine große Mumienausstellung statt, in Mannheim wurde eine ähnliche Veranstaltung wegen der großen Nachfrage sogar um vier Jahrhunderte verlängert. Beide Präsentationen verzeichneten Besucherrekorde, es bildeten sich lange Schlangen. Viele, denen die Wartezeit zu lang wurde, nahmen einen Service der Museumsleitung in Anspruch, ließen sich noch vor Ort einbalsamieren und gelangten so direkt als Ausstellungsobjekt ins Innere der Museen. Woher kommt eigentlich dieses unerklärliche Interesse an Mumien und am Mumifizieren? Gerade in Deutschland begeistern sich Millionen Bürger für die uralte Methode der Aufbewahrung und Haltbarmachung Verstorbener. Die Gründe dafür sehen Ethnologen in der Zukunftsangst des deutschen Volkes. Viele überlegen, ob sie sich lieber mit dem aktuellen Gehalt und Arbeitsplatz beisetzen lassen sollen, um dann im Falle einer Auferstehung oder Wiedergeburt darauf aufbauen zu können. Hätte man vor Beginn der Finanzkrise seine Aktien mumifizieren lassen, wäre der Wertverfall auch nicht so groß gewesen. Viele Parteifreunde versuchen deshalb Sigmar Gabriel zu einer sofortigen Mumifizierung zu überreden, damit er wenigstens noch mit 20 Prozent Wählerzustimmung und Franz Müntefering als Grabbeigabe einbalsamiert werden kann.

Bergkrise
Der Deutsche Alpenverein leidet an Geldmangel und kann deshalb seine Aufgaben nicht mehr im gewohnten Maße erfüllen. Einzelne Wanderwege mussten bereits geschlossen werden. Auch die beliebten Schilder, mit denen Spaziergänger in die Irre geführt werden sollen, konnten längst nicht mehr überall angebracht werden. Viele Wanderwege werden in Zukunft nur einspurig geführt, es muss deshalb mit Stauungen gerechnet werden. An belebten Alpenpässen sollen Lichtzeichenanlagen den Verkehr regeln. Auch die Unterhaltung bekannter Berggipfel wie der Zugspitze kann nicht mehr gewährleistet werden. Der Berg soll schrittweise bis auf 1 500 Meter zurückgebaut oder ganz plattgemacht werden. Zur Diskussion steht auch ein Verkauf an russische Investoren. Die Lage ist ernst, der Alpenverein kann noch nicht einmal mehr Steinböcke, Gämsen und Murmeltiere in den gewohnten Stückzahlen liefern, dafür fehlen die Mittel. Der Alpenvereinspräsident forderte vom Freistaat Bayern einen »substanziellen Beitrag«, denn es sei den Vereinsmitgliedern nicht zuzumuten, in alten, mottenzerfressenen Steinbockkostümen herumzulaufen oder in völlig verstimmte Murmeltierpfeifen zu blasen.

Papierkrise
Wegen der globalen Wirtschaftskrise steht der Altpapiermarkt vor dem Zusammenbruch. Indien und China, die Hauptabnehmer von Altpapier, haben kein Interesse mehr. Bislang wurden deutsche Zeitungen direkt nach der Zustellung in die Altpapiertonne geworfen. Zwei Monate später lasen Chinesen und Inder dann begeistert die alten »FAZ«-Ausgaben und ärgerten sich nur, dass die Sonderangebote von Teppichhändlern und Möbelmärkten nicht mehr gültig waren. Da aber auch die deutsche Papierindustrie kränkelt, müssen wir schon in naher Zukunft unsere Tageszeitungen selber lesen, und das sogar mehrmals. Dann werden alle Ausgaben einer Zeitung am Ende der Woche direkt beim Abonnenten eingesammelt und in der darauffolgenden Woche mit überklebtem Datum erneut ausgeliefert. Konnte man früher ein Buch von Günter Grass nach einer gewissen Schamfrist einfach einstampfen und auf der dadurch entstandenen Papierpampe den neuen Walser drucken, so bleibt der Grass nun mindestens zehn Jahre im Laden liegen und wird nur zur Buchmesse mit einem Sticker aktualisiert: »Endlich! Der neue Grass-Aufkleber ist da! Mit einem Vorwort von Martin Walser.«

Mammutkrise
Einem amerikanisch-russischen Forscherteam ist es erstmals gelungen, große Teile des Erbguts des Mammuts zu entschlüsseln. Bis auf 0,6 Prozent soll es identisch mit dem Genom des Elefanten sein. Aufgrund dieser Informationen will man das Mammut demnächst nachbauen, und zwar bei Opel. Der deutsche Autobauer scheint wie kaum ein anderer dazu geeignet, ein urzeitliches Tier wie das Mammut in Serie zu produzieren. Allein der Standort Rüsselsheim prädestiniert Opel für dieses ehrgeizige Vorhaben. Ein Firmensprecher erklärte, das Mammut stehe symbolisch für zwei Grundbestandteile erfolgreicher Firmenpolitik, in dem Wort seien Mammon und Mut miteinander verbunden. Mut habe man selber genug, Mammon soll das Land Hessen einbringen. Nach offiziellen Berechnungen könnte schon 2011 das erste Mammut in Rüsselsheim vom Band laufen, natürlich mit Hybridantrieb. Das Mammut läuft sowohl mit Wasser als auch mit Gras, eine Füllung reicht bis zu 300 Kilometer. Die CO2-Werte lassen noch zu wünschen übrig, dafür braucht ein Mammut keine Schneeketten oder Winterreifen und wird serienmäßig mit Seitenaufprallschutz und Stoßzahndämpfer geliefert.

Nobelpreiskrise
Auch die bislang gut betuchte Nobelpreisstiftung leidet unter der Finanzkrise. Ein Teil des Stiftungsvermögens scheint verloren. Preissummen von über einer Million Euro sollen der Vergangenheit angehören. Gerüchten zufolge könnte bereits Herta...