Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus
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- Amazon-Verkaufsrang: #205006 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2008-02
- Originalsprache: Deutsch
- Einband: Gebundene Ausgabe
- 320 Seiten
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Die in Bayern geborene Hamburgerin Noah Sow hat die Nase voll von den alltäglichen Rassismen, mit denen sie sich als Schwarze permanent konfrontiert sieht. Vieles von dem, was die Autorin beklagt, mag, für sich genommen, harmlos erscheinen. Bei genauer Betrachtung und erst recht in der Summe, sind die vielen kleinen, oft unbewusst stigmatisierenden Etikettierungen für alles, was nicht der offenbar vorherrschenden Vorstellung von dem entspricht, was man als „deutsch“ empfindet, aber tatsächlich eine Zumutung. Das fängt schon damit an, dass man jemanden als „farbig“ bezeichnet, geradeso als sei „weiß quasi der ‚Normalzustand’, die ‚Ausgangsposition’, und als sei ein ‚Farbiger’ sowas wie ein ‚angemalter’ oder ‚eingefärbter’ Weißer“. Und wer sich bewusst macht, dass der Ausdruck „Mulatte“ dem spanischen „Mulo“ (der Mischung aus Esel und Pferd -- zu deutsch: Maultier) entlehnt ist, wird diesen Ausdruck wohl besser aus seinem Wortschatz streichen.
Überhaupt: Sprachliche Ungenauigkeiten wie diese, zeigt sich Sow mit guten Gründen überzeugt, helfen mit, „den rassistischen Status quo zu erhalten“. Um den Rassismus zu überwinden müsse man ihn deshalb auch beim Namen nennen und etwa auch rassistische Straftaten als ebensolche bezeichnen -- und nicht als „ausländerfeindlich“, „fremdenfeindlich“ oder „rechtsradikal“.
Anhand zahlreicher Beispiele zeigt Sow, wie hartnäckig sich koloniale Vorurteile gegenüber Schwarzen halten. Quer durch sämtliche Medien steht das Schwarze -- und sei es „nur“ im Subtext -- immer wieder für „brutal, böse, dämonisch“, das Weiße aber für „harmlos, gut, moralisch“. Doch nicht nur solche Etikettierungen prangert Sow an -- auch gut gemeinte Kampagnen, die Schwarzen per se Hilfsbedürftigkeit unterstellen, offenbaren bei genauer Betrachtung einen unbewussten Rassismus und belegen, wie tief das Ressentiment tatsächlich verwurzelt ist. Wer seinen Blick durch die Lektüre dieser Bestandsaufnahme geschult hat, der wird mit Schrecken erkennen, dass die wütende Klage, die die Autorin führt, nur zu berechtigt ist. Unbedingt lesenswert! -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de
Pressestimmen
„ein kluges, ein wichtiges Buch. “ (Stern )
»Als Schwarze Deutsche bin ich automatisch politisch, sobald ich das Haus verlasse.« (Noah Sow )
"Ein notwendiges, ein schwieriges Buch. " (Dirk Klose, Frankfurter Allgemeine )
Kurzbeschreibung
Eine Streitschrift, die eingefahrene Denkmuster aufbrechen will
Wir sind mit den vielfältigsten Rassismen aufgewachsen: Wir spielten im Kindergarten "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann", sangen "Zehn kleine Negerlein" und finden es normal, dass uns im Schuhgeschäft ein schwarzer Diener aus Porzellan begrüßt. Wenn wir gefragt werden, sind wir natürlich gegen Rassismus. Rassismus zu bekämpfen heißt jedoch, ihn zunächst zu verstehen. Dazu müssen wir lieb gewonnene Vorstellungen und "Gewissheiten" hinterfragen. Vor dem Hintergrund langjähriger Erfahrung mit Antirassismus-Arbeit legt Noah Sow den Finger in die Wunde des unbewussten Rassismus und sorgt für jede Menge erkenntnisfördernder Stolpersteine. Das Buch ist ein Angebot für mehr Fairness und Normalität.
Kundenrezensionen
Interessant aber etwas zu überspitzt
Als Schwarze die in Deutschland aufgewachsen ist, fand ich es interessant zu erfahren wie eine andere Schwarze die Erlebnisse hier beschreibt.
Ich muss zugeben, nach den ersten Seiten wollte ich das Buch nicht weiterlesen, weil ich ihre Ansichten viel zu extrem und den weißen gegenüber ansatzweise nicht gerechtfertigt fand.
Hab mich schließlich doch überwunden und das Buch komplett durchgelesen. Im nachhinein muss ich sagen, so extrem ihre Ausdrucksweise in manchen Stellen auch ist, war es doch mehr als nur interessant zu sehen wie sie die gleichen Dinge erlebt hat wie ich. Und ich hab mich immer gefragt (als einzige schwarze im Freundeskreis) wieso mich einige Aussagen so stören. Ich dachte, ich sei vielleicht einfach zu empfindlich. Aber Noah Sow hat es genau richtig erklärt und ihre Forderungen sind absolut gerechtfertigt.
Dieser unterbewusste Rassismus muss aufhören und dieses Buch, gibt weisen die Chance die schwarzen besser zu verstehen. Und für schwarze die dieses Buch lesen, kann ich sagen ihr werdet euch in vielen Situationen wieder finden und erkennen dass ihr mit eurer Denkweise nicht alleine seid".
Leider kann ich nur 3 Sterne vergeben, da ich die Schreibweise und ansatzweise an manchen Stellen zu übertrieben wenn nicht sogar penibel finde. Und Sie nicht auch nur kurz die Seite aufzeigt, wie sich manche schwarze mit ihrer Einstellung selbst ins Abseits befördern. Bis auf diese 2 kritikpunkte ist dieses Buch voll und ganz gelungen.
Rassissmus ist Rassismus ist Rassismus
Wer glaubt, dass Ausländer in Deutschland nichts zu suchen haben für den ist das Buch nicht gedacht. Frau Sow schreibt nicht für ein rechtes, dumpfes Proletariat, das den offensichtlichen Schwachsinn von Rassismus und Ausländerfeindlichkeit nicht versteht, sondern für ein gebildetes, vermeintlich aufgeklärtes Publikum. Der angesprochene Leser ist einer, der kein Rassist ist und Sätze wie "ich hab übrigens echt kein Problem damit, dass Du schwarz bist" oder "ich kann verstehen, wie es Dir geht, schließlich ist gegen mich im Urlaub in xxx auch schon einmal diskriminiert worden" ok und eben nicht rassistisch findet.
Sow schreibt als Schwarze Deutsche, die es versteht den weißen Eurozentrismus als Grund allen rassistischen Übels zu entlarven. Ich? Rassistisch? Niemals! Nach und während der Lektüre wurde mir klar: doch - auch ich. Und zwar ganz einfach deswegen, weil ich nicht in einer Schwarzen Minderheit in Deutschland lebe und deswegen nicht weiß, wie sich das Tag für Tag anfühlt.
Zu Beginn des Buches muss man sich etwas an den Stil der Autorin gewöhnen, weil sie sehr appelativ und aggressiv (gegen den weißen Leser) schreibt. Nach wenigen Seiten aber wird klar, dass sie dies machen muss, um den Leser wachzurütteln. Wenn Sie sich darauf einlassen, werden Sie viel lernen und sicherlich eine Verhaltensänderung anstreben. Schließlich wollen Sie ja kein Rassist sein, oder?
Viele kleine schwarze Buchstaben auf großen weißen Seiten!
Erschreckend wie unwissend man als Deutscher diesem Thema gegenüber ist! Intelligent und klar geschrieben offenbart dieses Buch jedem Leser eine schmerzhafte beschämende Erkenntnis. Dieses Buch trifft "voll ins Weiße"!




