Sinfonie 3/Chorwerke
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- Ich schwing mein Horn ins Jammertal op. 41 Nr. 1 (f�r M�nnerchor)
- Nr. 1: Es t�nt ein voller Harfenklang
- Nr. 1: Nachtwache 1
- Einf�rmig ist der Liebe Gram op. 113 Nr. 13 (f�r Frauenchor)
- Gesang der Parzen op. 89 (f�r Chor und Orchester)
- 1. Allegro con brio
- 2. Andante
- 3. Poco allegretto
- 4. Allegro
- N�nie op. 82 (f�r Chor und Orchester)
Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #7008 in Musik
- Erscheinungsdatum: 2009-10-16
- Anzahl Disks: 1
- Abmessungen: .28 Pfund
Kundenrezensionen
Und wieder großartig
Die CD enthält neben der Dritten Sinfonie zwei Werke für Chor und Orchester ("Gesang der Parzen" und "Nänie") sowie kleinere Chorwerke:
Großartig die Frauen des Monteverdi Choir in "Es tönt ein voller Harfenklag" und vor allem der Hommage an Schuberts Leiermann, "Einförmig ist der Liebe Gram". Der Männerchor des Ensembles singt "Ich schwing mein Horn ins Jammertal" mit angemessenem Understatement. Ob allerdings auch Brahms den Text um fehlendes oder verlorenes Jagd- und Liebesglück schon als unfreiwillig komisch empfunden hat? Vielleicht sah er das Gedicht ja leicht ironisch als späte Genugtuung für Schuberts Wanderer: Auch der Jäger ist also nur ein armer Tropf?
Gut gelungen im Prinzip auch die Aufnahme der "Nachtwache I" aus den Gesängen op. 104, insbesondere verglichen mit der für mich misslungenen Interpretation von 1992 (Chorwerke Gesänge Op.17,42,104 Liebeslieder Op.42). Gerade im Vergleich zu den vorgenannten Stücken überschreitet der Chor hier aber wieder den schmalen Grat zum "Overacting", zum Geschmäcklerischen. Die Interpretation dieser anderen Chorwerke zeigt doch, wie wenig Gardiner und seine phänomenalen Sänger dies nötig hätten. Empfohlen sei hier die für mich nach wie vor kunkurrenzlose Aufnahme von Frieder Bernius und seinem Stuttgarter Kammerchor:Lieder+Romanzen.
Das Hauptwerk der CD, die dritte Sinfonie, wird wie die schon erschienene Sinfonie 1 und Sinfonie 2 packend musiziert. Der trockene, dramatische Zugriff Gardiners tut Brahms meines Erachtens sehr gut. Einen leuchtenden Klang darf man hier, durchaus auch durch die eingefangene Akustik bedingt, nicht erwarten. Das irrtiert zunächst im dritten Satz der Sinfonie, ist man doch an das fast tschaikowskyhafte Schillern der Streicher vieler anderer Aufnahmen gewöhnt. Der sprödere Klang von Gardiners Orchestre Révolutionnaire et Romantique kommt indes dem zweiten Thema zugute, das hier ein wenig an Mendelssohns Scherzi in der "Walpurgisnacht" oder dem "Sommernachtstraum" erinnert. Gerade in den Ecksätzen ist die Sinfonie teilweise rhythmisch dermaßen vertrackt, dass man bei "nur" guten Sinfonieorchestern zuweilen das Gefühl hat, einige Teile des Orchesters spielten schlampig. Nicht so bei Gardiner, bei dem man hört, dass Brahms diese Gemeinheiten wirklich so gespielt haben wollte.
Insgesamt ist dies eine neue Referenzaufnahme der "Dritten" und für mich auch chorisch die bisher gelungenste Einspielung des Brahms-Projekts.
Ein wenig irritierend an der Konzeption der CD ist allerdings, dass "Nänie" sich mit seinem träumerischen Beginn hier an den Schlusssatz der Dritten Sinfonie anschließt, den Brahms mit einem langen Akkord der Holzbläser enden lässt. Der Übergang zur Einleitung von "Nänie" wirkt - zumal tonartlich passend - so zwangsläufig, dass das Chorwerk in der Dramaturgie der CD quasi zum 5. Satz der Sinfonie wird. Irgendwie ein netter Einfall, der allerdings den Schlusseffekt der Sinfonie schmälert. Wer die Sinfonie nachwirken lassen möchte, muss eben früher abschalten und das wunderschön musizierte Liebes- und Trauerstück "Nänie" später hören.
brahms allzu flott vergeigt
leider empfinde ich gardiners neueste veröffentlichung um brahms dritte sinfonie
zumindest als 'sinfonisch' enttäuschende ernüchterung im vergleich zu den
einspielungen um die sinfonien eins und zwei und den hier die sinfonie
rahmenden 'gesängen', deren kontext gardiner ja explizit so verstanden
haben wollte.
chorisch sind sie auch rein textuell ganz ausgezeichnet artikuliert und vom
monteverdi-choir wirklich sinngemäss klangschön dargeboten.
aber die gesänge sind nur eine seite der münze, so fein und textverständlich
auch alles anzuhören ist.
das hauptwerk eben ist die sinfonie, brahms' dritte, keine 'klassisch' struk-
turierte mit furiosem ausklang, sondern dem so persönlich 'sordino'-aus-
klingenden (eben non-)allegro-bruch, brahms' besinnlich-romantische rückschau.
dieser 'bruch' steht zwar so in keiner der heute üblichen cd-text-verweise,
aber hörbar ist er und sollte es doch sein! - so wie furtwängler live und
bruno walter dies einzigartig dargeboten haben: sordino-allegro, bitte!
leider spielt gardiner alle sätze durchweg eher flott-revolutiönär, weniger
differenziert 'romantique', vieles klingt einfach nur durchgestrippt, klingt nach
zeitdruck, egal ob produktionsbedingt oder aus andrer interpretationshaltung -
auch wenn er selbstverständlich! die binnensätze von poco allegretto zu
andante doch zu unterscheiden weiss.
was in der 'ersten' stringent-forciert mit aplomb und in der 'zweiten' mit lichtem
schwung grossenteils gelang, wird hier zum forschen durchmarsch eines allzu
wachen, modernen, der des alten brahms besinnliche rückschau auf seine zeit
auf den stand eines kultivierten positivismus' unsrer zeit reduziert.
kein grosser wurf wie ich meine, aber eine wie bei gardiner immer eigenständige
aussage, vor allem im chorischen der gesänge hörenswert.




