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Der eigene Gott: Von der Friedensfähigkeit und dem Gewaltpotential der Religionen

Der eigene Gott: Von der Friedensfähigkeit und dem Gewaltpotential der Religionen
Von Ulrich Beck

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  • Amazon-Verkaufsrang: #323097 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2008-05-19
  • Einband: Gebundene Ausgabe
  • 275 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

Pressestimmen
»Der im vergangenen Jahr gestartete Verlag der Weltreligionen stellt nicht nur Editionen, sondern mit seinen Essaybänden auch ein Forum für Religionsdiskurse in Aussicht. Unter den bisher veröffentlichten Bänden reiht sich Becks Versuch thematisch neben der Streitschrift Peter Sloterdijks über den Gotteseifer ein. Im Ensemble der vorgesehenen Texte macht der Verlag mit dem programmatischen Buch Becks die religionskritische Linie stark. Das ist gut so, weil sich erhoffen läßt, dass die Auseinandersetzung um das Verständnis und die Bedeutung von Religionen intellektuell davon profitiert. ... Becks Studie führt in das Fegefeuer des individualisierten Gottesmanagements. Wie vor Michelangelos theologischer Intervention, die er als Gericht malte, ist man mit der Wahrheit über sich selbst konfrontiert, diesmal aber im Blick eines Gottes, der dem Selbst zum Verwechseln ähnlich sieht.« (Gregor Maria Hoff Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Ein Vierteljahrtausend nach der europäischen Aufklärung ist die Religion mit Wucht zurückgekehrt. Und zwar ... in der intoleranten, buchgläubigen, wissenschaftsfeindlichen und totalitären Variante des religiösen Fundamentalismus.
Für den deutschen Soziologen Ulrich Beck ist die Rückkehr der Religion »weit bedeutsamer als der Zusammenbruch der Sowjetunion und des Ostblocks«. Denn sie treffe nicht nur »einige geopolitische Institutionen, sondern gefährdet das Gefüge der Grundannahmen und Basisinstitutionen und damit letztlich die Zukunft der europäischen Moderne«. Europäische Denker wie Karl Marx, Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud oder Max Weber gingen, so verschieden ihre Vorstellungen sonst sein mochten, wie selbstverständlich davon aus, dass die Religion aussterben werde. Becks neues Buch, Der eigene Gott, ist darum auch »das Eingeständnis eines Scheiterns«. »Ich, Soziologe, der ich bin, habe im Glauben an die Erlösungskraft der soziologischen Aufklärung das Säkularismus-Idiom im Blut. Die Prämisse der Säkularisierung, pointiert gesagt: die Vorstellung, dass mit fortschreitender Modernisierung das Religiöse sich selbst erledigt, kann nicht ohne weiteres, auch wenn diese Prognose historisch erledigt wäre, aus dem soziologischen Denken herausoperiert werden.« , (Alan Posener Welt am Sonntag )

»... ein wichtiges Buch zur Erhellung der gesellschaftlichen und religiösen Lage.«

(Hans Joachim Türk Neue Ordnung )

Kurzbeschreibung
Alle Weltreligionen sehen sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts radikalen Transformationen ausgesetzt, alle Weltreligionen ebenso wie alle kulturellen Schöpfungen und Symbole existieren gleichzeitig nebeneinander und stehen meist, herausgelöst aus ihren zeitlichen und räumlichen Kontexten, offen für eine allgemeine Verfügbarkeit, für fundamentalistische oder individuelle Aneignungen. Globalisierung bietet nicht nur die große Chance für die Weltreligionen, sich aus den territorialen Bindungen der Nationalgesellschaft und des Nationalstaates zu lösen und ihre transnationalen Dimensionen, Netzwerke und Imaginationen von „Gemeinschaft“ neu zu entdecken und wiederzubeleben. Zugleich werden auf diese Weise auch wechselseitig die Monopolansprüche in Frage gestellt. Die Weltreligionen sehen sich dazu gezwungen, im grenzenlosen Raum massenmedialisierter Öffentlichkeit und Nachbarschaft miteinander konkurrieren und kommunizieren müssen. Das post-säkulare Zeitalter hat den Modernitätsstreit zwischen Religionen und Säkularismen zu überwinden zugunsten einer Zivilisierung der Zivilisation (die geistliche Einheit des Menschengeschlechts verpflichtet die Bevölkerungen unterschiedlichen Glaubens, einen „gemeinsamen Pfad“ zu finden). Wie steht der Einzelne, als religiöser oder als nicht-religiöser Bürger, wie stehen Christen, Juden und Muslime zum „Geist“ der Weltgesellschaft?

Über den Autor

Ulrich Beck ist einer der bedeutendsten Soziologen und Risikoforscher weltweit. Sein 1986 erstmals veröffentlichtes Buch Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne wurde zu einem Bestseller. Der darin geprägte Begriff der Risikogesellschaft machte ihn international und weit über akademische Kreise hinaus bekannt. Zwanzig Jahre später erneuerte und erweiterte er seine Zeitdiagnostik in dem Buch Weltrisikogesellschaft. Auf der Suche nach der verlorenen Sicherheit im Zeichen von Terrorismus, Klimakatastrophen und Finanzkrisen. Bis 2009 war Beck Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, derzeit lehrt er an der London School of Economics and Political Science. Nach der japanischen Reaktorkatastrophe im Frühjahr 2011 berief ihn die Bundesregierung in die »Ethikkommission für sichere Energieversorgung«.

Ulrich Beck wurde am 15. Mai 1944 in Stolp in Hinterpommern geboren. Nach seinem Studium der Soziologie, Philosophie, Psychologie und Politikwissenschaft in München promovierte er dort im Jahr 1972. Sieben Jahre später wurde er im Fach Soziologie habilitiert. Sein wissenschaftliches Hauptinteresse gilt dem Grundlagenwandel moderner Gesellschaften, insbesondere im Zeichen der Globalisierung. Er beschäftigt sich mit den daraus erwachsenden theoretischen, empirischen und methodologischen Fragen sowie den Konsequenzen und Risiken, die dieser Wandel für Wirtschaft, Politik, Kultur und Massenmedien nach sich zieht.
Seit 1980 ist Beck Herausgeber der Zeitschrift Soziale Welt. Ihm wurden mehrere Ehrendoktorwürden europäischer Universitäten und zahlreiche Preise verliehen.