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Bushido - Der Weg des Kriegers

Bushido - Der Weg des Kriegers
Von Inazo Nitobe

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Produktbeschreibung

Bushido


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  • Amazon-Verkaufsrang: #24363 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2009-05-07
  • Format: Ungekürzte Ausgabe
  • Einband: Broschiert
  • 160 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

Kurzbeschreibung
Nichts aus dem Erbe des japanischen Volkes bestimmt sein Leben und Denken so tiefgreifend wie das Bushido, der über Jahrhunderte entwickelte Verhaltens- und Ehrenkodex des Samurai-Kriegers. Sein legendärer Mut und sein Pflichtbewusstsein bis hin zur Bereitschaft durch die eigene Hand zu sterben sind nur Beispiele für eine Reihe von Gesetzen, die ihm eigen und vertraut waren und die auch heute noch in Politik, Wirtschaft und alltäglichem Leben wirken. Ihre Grundzüge und Auswirkungen werden in diesem Band ausführlich dargestellt und an vielen Beispielen erläutert

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
... BUSHIDO erwartet nicht von uns, dass wir unser Gewissen zum Sklaven irgendeines Herrn oder Königs machen. Thomas Mowbray war ein glaubwürdiger Sprecher für uns, als er sagte: „Mich selber werfe ich jedem gefürchteten Herrscher zu Füßen. Meinem Leben sollst Du befehlen, aber nicht meiner Scham. Ich schulde meine Pflicht; aber mein reiner Name, der auch nach dem Tod weiterlebt auf dem Grabe, zur dunklen Unehre genutzt, sollt Ihr ihn nicht haben.“ Nach den Grundsätzen des BUSHIDOs widerfuhr einem Mann, der sein eigenes Gewissen dem launischen Willen, einem Fanatiker oder den Vorlieben eines Herrschers opferte, Geringschätzung. Solch einer wurde als ein nei-shin (ein Kriecher) verachtet, der liebedienernd um Anerkennung buhlt oder als cho-shin (ein Günstling) der sich die Zuneigung seines Herrn durch unterwürfige Fügsamkeit erschleicht. Beide dieser Gattungen passen exakt zu denen, die Iago beschreibt: der Eine als kniekriechender Schurke - seine unterwürfigen Fesseln abgöttisch liebend, ausharrend wie der Esel seines Herrn - der Andere getrimmt in Form und Antlitz für die Pflicht, aber sein Herz zurückhaltend, das nur ihm selbst gehört. War ein Diener anderer Ansicht als sein Herr, so war der loyale Weg zu befolgen, der bedeutete, alle ihm erdenklichen, zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um diesen von seinem Fehler zu überzeugen - wie es Kent bei König Lear getan hatte. Gelang es ihm nicht, konnte der Herrscher mit ihm tun, was er wollte. In Fällen dieser Art war es für den Samurai durchaus gebräuchlich, seinen letzten Aufruf an die Intelligenz und das Gewissen seines Herrn zu richten und die Aufrichtigkeit seiner Worte mit dem Vergießen des eigenen Blutes zu unterstreichen. Das Leben wurde als Medium betrachtet, um seinem Herrn zu dienen, und da Ehre als das anzustrebende Ideal galt, wurde die ganze ... Um bei Selbsttötung zu beginnen, möchte ich erklären, dass ich meine Betrachtungen auf seppuku (oder kappuku) begrenzen möchte, auch bekannt als hara-kiri, was Selbstopferung durch Bauchaufschlitzen bedeutet. „Den Bauch aufschlitzen? Wie absurd!“, rufen diejenigen, für die der Begriff neu ist. So absurd und seltsam, wie es wohl zuerst für fremde Ohren klingen mag, kann es den Studenten von Shakespeare nicht so fremd erscheinen, der diese Worte in Brutus Mund legte: „Euer Geist (Caesars) geht hinweg und stößt uns damit unsere Schwerter in die eigenen Eingeweide“, oder man höre einem modernen Poeten zu, der in seinem „Licht Asiens“ vom Durchbohren der Eingeweide einer Königin erzählt. Niemand verurteilt ihn für sein schlechtes Englisch oder den Verstoß gegen die Sittsamkeit - oder, um ein anderes Beispiel zu nennen - schaue man auf Guercinos Gemälde von Catos Tod im Palazzo Rossa in Genua. Wer auch immer den Schwanengesang las, den Addison Cato singen ließ, wird nicht über das halb in den Bauch gebohrte Schwert spotten. In unserem Geist ist diese Form des Todes mit Beispielen ehrenhaftester Taten und berührender Feierlichkeit verbunden, so dass es nichts Abstoßendes und noch weniger etwas Irrsinniges hat, was unsere Ansicht darüber schädigen könnte. Diese umgewandelte Kraft einer Tugend ist so wundervoll, so voll von Großartigkeit und Sanftheit, dass die abscheulichste Art des Todes eine Erhabenheit mit sich bringt und zum Symbol neuen Lebens wird. Wie anders hätte sonst das Zeichen, das Konstantin erblickte, jemals die Welt erobern können! In unserer Vorstellung verliert seppuku nicht nur durch den gleichmütigen Umgang damit jeglichen Makel an Absurdität: Die Wahl dieses besonderen Teils des Körpers basierte auf dem anatomischen Glauben, dass dort der Sitz der Seele und der Gefühle lag. Als Moses über Josephs „Sehnsucht nach den Eingeweiden seines Bruders“ schrieb, oder als David den Herrn anflehte seine Eingeweide nicht zu vergessen, oder wenn Jesaja, Jeremiah und andere inspirierte Männer des Altertums vom „Klang“ oder der „Trübung“ der Eingeweide sprachen, schloss es immer jenen Glauben mit ein, der bei den Japanern vorherrschte - nämlich dass der Unterleib der Sitz der Seele war. Die Semiten sprachen gewöhnlich von der Leber, den Nieren und dem umgebenden Fettgewebe als dem Sitz der Emotionen und des Lebens. Der Begriff hara war verständlicher als der griechische phren oder thumos, und die Japaner - wie auch die Hellenen - glaubten an den Geist des Menschen, der irgendwo in dieser Region verweilte. ...

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Einleitung „Es lohnt sich geduldig zu beobachten, was in der Seele im Stillen geschieht, und es geschieht das Meiste und Beste, wenn es nicht von außen und oben hineinreglementiert wird.“ Carl Gustav Jung BUSHIDO – der Weg des Kriegers! Ist das schon wieder so ein Buch, das von Gewalt handelt? Ist die Welt durch Kriege, Kämpfe und Ähnliches nicht schon schlimm genug? Sollte man solch ein Buch denn lesen? Muss man sich mit diesem Thema auseinandersetzen? Was nützt das? Die Antwort darauf lautet eindeutig: „Ja! Das sollte man!“ - Dieses Buch sollte man lesen, denn es ist faszinierend und bringt einen dazu, ernsthaft über Einiges nachzudenken - die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten; vor allem hilft es dabei (und das ist das Hauptbestreben des Autors) die Mentalität eines Volkes zu verstehen, das von Europa weit entfernt ist und das uns Europäern manchmal als sonderbar erscheinen mag. Bevor ich allerdings auf das Buch zu sprechen komme, möchte ich Sie wissen lassen, dass dieses Buch nicht von Kriegen handelt, es geht nicht im Geringsten um Gewaltverherrlichung! Ganz im Gegenteil, es geht um den Verhaltenskodex der japanischen Krieger, den japanischen Adel – die berühmten Samurai; kurz gesagt um das japanische Rittertum im späten Mittelalter, um BUSHIDO eben. BUSHIDO heißt wortwörtlich „der Weg des Kriegers“, was bedeutet, dass BUSHIDO auch die 7 Prinzipien darstellt, nach denen die Samurai handeln sollten, nämlich: Gerechtigkeit, Mut, Güte, Höflichkeit, Wahrheit, Ehre, Loyalität. Moment mal! - Samurai!? Sind das nicht diese furchtlosen japanischen Krieger, die eiskalt andere und/oder sich selbst töteten - wie man es bereits als Kind in den alten Filmen gesehen hat? Wie soll das mit diesen 7 Prinzipien zusammenpassen? Die meisten Europäer haben nur das Bild des kaltblütigen Kriegers vor Augen - es ist aber den Meisten verborgen geblieben, dass diese Männer edle Ritter voller Ehre, Mitgefühl und Liebe für andere waren. Krieger ist nicht gleich Krieger! Mir war diese ganze Mentalität jedenfalls völlig fremd und suspekt. Genau aus diesem Grund hat der Autor dieses Buch geschrieben - er war sich der Tatsache bewusst, dass es viel Unwissen gibt, was zu fehlendem Verständnis – ja sogar zu sehr vielen Vorurteilen - führt, nicht nur die Samurai betreffend, sondern die ganze japanische Mentalität. Aufgrund der vielen Gespräche mit seinen Freunden, insbesondere aber wegen der Fragen seiner Frau - diese hatten anscheinend keine unähnlichen Gedanken und Fragen als ich (obwohl zwischenzeitlich über ein Jahrhundert vergangen ist!) – entschloss er sich schließlich dazu, seine Antworten zu Papier zu bringen. Dieses Werk schrieb er im Jahre 1899. Beim Übersetzen wurde meist darauf geachtet, den Schreibstil des Autors zu erhalten, daher lässt es sich teilweise schwer lesen - damit meine ich, dass man manche Passagen erneut lesen muss, um wirklich zu verstehen, was der Autor sagen will. Inazo Nitobé ist ein Japaner, der dem alten Samurai-Geschlecht entstammte und dem dieses Wissen durch seine eigene Familie vermittelt wurde; er verfasste dieses Buch jedoch auf Englisch, was es ihm nicht immer einfach machte, sich explizit ausdrücken zu können. Trotz der sprachlichen Barriere gelingt es ihm jedoch sehr gut, dem Leser die japanische Denkweise zu vermitteln und zu erklären. Ich bin froh, dass er sich diese Mühe gemacht und der restlichen Welt dadurch die Möglichkeit gibt, Einiges zu verstehen. Man muss sich erst „reinlesen“, denn gerade zu Anfang erscheint das Geschriebene recht schwierig (zu lesen und zu verstehen). Es ist kein Buch, das man mal nebenbei lesen sollte, das man einfach so „überfliegen“ kann, es ist keine Unterhaltungsliteratur - dafür ist es zu tiefgründig. Das hauptsächliche Ziel des Autors ist es eine alte Kultur und ihre Mentalität verständlich zu machen. Es handelt mitunter von der japanischen Höflichkeit und Disziplin, von der moralischen Erziehung und dem Anstand. Nitobé ist der Meinung, dass man Japan nicht verstehen kann, wenn man den Feudalismus und BUSHIDO nicht verstanden hat – daher erklärt er beides in seinem Buch. Spätestens nachdem man die Ausführungen und Erklärungen des Autors gelesen hat, wird man nicht umhinkommen seine Meinung zu revidieren und sich von den Filmen (falls man sie kennt) oder Vorurteilen zu lösen – man wird plötzlich inneres Verstehen für diese Männer und Frauen aufbringen und manchmal mit ihnen mitfühlen. Auf einmal erscheinen die Samurai in einem völlig anderen Licht. Man wird während des Lesens nicht nur einmal erstaunt sein über die Ereignisse, Begebenheiten und Hintergründe. Mir ging es sehr ähnlich. Für mich als einen friedliebenden und lebenslustigen Menschen war es sehr schwer nachzuvollziehen, wie man andere „einfach so“ töten kann; und für das berühmt-berüchtigte Hara-Kiri konnte ich schon gar kein Verständnis aufbringen – wie konnten sie sich solche Schmerzen freiwillig zufügen? Ist Ihnen eigentlich bekannt, warum sich die Samurai beim Hara-Kiri den Dolchstoß ausgerechnet in den Bauch versetzten und nicht z. B. ins Herz? Nein?! Das wird Ihnen der Autor ebenfalls erläutern. Manchmal greift er mitunter auf die europäische Geschichte und die christliche Religion zurück, um verständliche Vergleiche darzustellen – was sehr hilfreich ist. Er erklärt uns nicht nur die Prinzipien der Samurai, sondern auch die Verhaltensweisen seiner Landsleute, ebenso die Kirschblüte und warum sie so wichtig ist für die Japaner. Er beschreibt die Rolle der Frauen und Mädchen; des Weiteren werden hier alte Rituale beschrieben und erklärt. Das Buch zieht den Leser mit jeder Seite immer tiefer in diese alte Zeit und in ein weit entferntes Land – es hat zum Ziel die östliche Moralität zu verdeutlichen, die unterschiedlichen Denkweisen verständlich darzustellen und für das bessere Verständnis einer Kultur beizutragen, die uns so fremd erscheint. Das darin Beschriebene regt zum Nachdenken an – vor allem wird man das ganze Thema aus einer anderen, weitaus objektiveren, Perspektive betrachten. Selbst wenn man danach gewisse Attitüden nicht nachvollziehen kann und sich nach wie vor die Frage stellen mag: Wieso waren diese Menschen imstande dermaßen zu handeln? - so wird man es doch verstehen. Man akzeptiert die Mentalität eines anderen Volkes, weil man sie (besser) versteht. Man ertappt sich im Alltag dabei, wie man über das Gelesene nachdenkt, wie die gelesen Zeilen zu Bildern im Kopf werden. Diese Akzeptanz dem Fremden, Unverständlichen gegenüber, lässt (selbst in unserer heutigen und fortschrittlichen Zeit) doch manchmal sehr zu wünschen übrig. In einer Welt, die zunehmend von Materialismus beherrscht wird, wünscht man sich sehr oft, dass sich die Menschen mitunter auch an edle Tugenden wie die 7 Prinzipien der Samurai erinnern. Nachdem Sie dieses Buch aufmerksam gelesen haben, werden Sie eine andere Sichtweise haben und plötzlich Respekt und Achtung empfinden für eine Kultur, derer Handlungsweisen Ihnen noch vor dem Lesen als absurd erschienen. Ich will weiß Gott nicht alle Handlungen gut heißen – nichts liegt mir ferner als für gewalttätige Taten zu plädieren! Man wird anschließend unvermeidlich feststellen, dass man in sich hineinhorchen und erkennen wird, dass der Mensch durch das Wissen und die Erläuterungen – die ihm vorher fehlten – plötzlich eine andere Sichtweise und ganz neue Erkenntnisse besitzt. Ich wundere mich immer noch und frage mich, woher diese Menschen diesen Mut nahmen so zu handeln; woher sie solch eine Aufopferungsbereitschaft und Selbstbeherrschung nahmen. Viele von den hier beschriebenen und erklärten Traditionen werden nicht mehr praktiziert - trotz der modernen Welt hält eine Kultur aber an so manchen alten Verhaltensweisen fest – warum? Lesen Sie selbst und finden Sie Ihre eigenen Antworten. Zum Schluss möchte ich ein Beispiel aufgreifen, das der Autor selbst im Buch darlegt: „Metall ist schwerer als Federn, aber gilt das Gesagte als Anspielung auf den Vergleich einer einzigen Metallspan...