Medien - Computer - Realität: Wirklichkeitsvorstellungen und Neue Medien (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
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Produktbeschreibung
Medien, Computer, Realität Wirklichkeitsvorstellungen und Neue Medien. Tb
Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #155521 in Bücher
- Veröffentlicht am: 1998-09-28
- Einband: Broschiert
- 328 Seiten
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Ende der 60er Jahre formulierte der kanadische Sozialwissenschaftler Marshal McLuhan eines der Credos der modernen Medienforschung: "The medium is the message". Hinter der vielzitierten These stand die Einsicht, daß Medien Informationen nicht einfach nur neutral transportieren, sondern ihnen eine ganz spezifische Form geben, die vom Inhalt nicht zu trennen ist. Als McLuhan seinen Generalverdacht gegen die Medien formulierte, war von Internet und virtueller Realität noch kaum die Rede. Doch je mehr diese „neuen“ Medien in den Blickpunkt des Forschungsinteresses rücken, um so deutlicher wird, wie aktuell McLuhans Vorbehalte gerade in diesem Bereich sind. Viele Passagen in dem Suhrkampband Medien, Computer, Realität lesen sich geradezu wie Paraphrasen auf McLuhan: "Medien wirken wie Fensterscheiben", schreibt etwa die Herausgeberin der Textsammlung, Sybille Krämer: "Sie werden ihrer Aufgabe um so besser gerecht, je durchsichtiger sie bleiben, je unauffälliger sie unter der Schwelle unserer Aufmerksamkeit verharren."
Diese Aufmerksamkeitsschwelle herabzusetzen, war das erklärte Ziel einer von der Berliner Philosophieprofessorin organisierten, interdisziplinären Ringvorlesung. Medien, Computer, Realität versammelt die Beiträge der eingeladenen Philosophen, Kommunikationstheoretiker, Literaturwissenschaftler, Fachjournalisten, Medienkünstler. Das Themenspektrum ist dementsprechend breit gefächert. Es reicht von der Frage, was die neuen von den klassischen Medien (Presse, Funk, Fernsehen, Film) unterscheidet, über die konkurrierenden Definitionen von Wirklichkeit, bis hin zu Schilderungen des Wahrnehmungssogs virtueller Welten -- ein kommunikationstheoretischer Rundumschlag, der durch seine Vielfalt besticht, dem Leser aber auch einiges an Konzentration und Vorwissen abverlangt.
Medien, Computer, Realität ist eines der wenigen Bücher auf dem Markt, das dezidiert nach der Wirkungsweise und dem Wirklichkeitsbild der elektronischen Medien fragt. Für Einsteiger ist der Band sicher nicht geeignet -- dazu sind schon der terminologische Apparat und die geistesgeschichtlichen Querverweise zu umfangreich. Wer aber mit Namen wie Luhmann, Putnam und McLuhan etwas anfangen kann, sich einen Überblick über aktuelle medientheoretische Forschungsansätze in Deutschland verschaffen will und nach weiterführenden Literaturhinweisen sucht, kommt hier auf seine Kosten. --Christian Demand
Kurzbeschreibung
Dieser Band fragt nach den Voraussetzungen und Folgen der medialen Nutzung des Computers - und zwar nicht in einer technikwissenschaftlichen Perspektive; den Autoren geht es vielmehr um geistes- bzw. kulturwissenschaftlich inspirierte Interpretationen der neuen Medien. Die Beiträge zentrieren sich um drei miteinander verwandte Themen: (1) In einer grundlagentheoretischen Perspektive wird die Frage gestellt: "Was ist ein Medium?" (2) Dann wird der Computer als ein Medium thematisiert. (3) Schließlich geht es um Veränderungen unseres Wirklichkeitsverständnisses im Gefolge von Phänomenen, die mit dem Einsatz digitalisierter Medien verbunden sind.
Über den Autor
Sybille Krämer ist Professorin für Philosophie an der Freien Universität Berlin und Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin.

