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Liebe, Sex und Leidenschaft

Liebe, Sex und Leidenschaft
Von Cédric Kahn

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Produktbeschreibung

Liebe, Sex und Leidenschaft


Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #4481 in DVD
  • Marke: ALAMODE-FILM
  • Erscheinungsdatum: 2007-03-30
  • Bewertung: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Formate: Dolby, HiFi Sound, PAL
  • Originalsprache: Deutsch, Französisch
  • Untertitel in: Deutsch
  • Anzahl Disks: 1
  • Länge: 122 Minuten

Features

  • FSK 16

Aus der Amazon-Redaktion

Movieman.de
Interessanterweise lautet der Titel der Romanvorlage von Alberto Moravia übersetzt "Langeweile". Diese wird sicher auch einige Zuschauer befallen, nämlich dann, wenn sie prinzipiell nicht in der Lage sind, sich auf langsam erzählte Geschichten einlassen können, die üblicherweise leider nur in Arthouse-Kinos gezeigt werden. Sicher, man braucht Geduld, sich die ewigen Frage-Odysseen des Hauptdarstellers Charles Berling anzuhören, welche schließlich nie eine Antwort erhalten. Umso spannender gestaltet sich die Entwicklung des Protagonisten, die vom desinteressierten Misantrophen bis hin zum von einer einzelnen Frau besessenen Liebhaber führt. Und wer möchte behaupten, dass er noch nie so sehr verliebt war, dass er dem anderen nicht auch mal hinterher spioniert hätte? Die Franzosen sind jedenfalls wahre Meister im Erzählen von Liebesgeschichten, die ach so harmlos beginnen und sich dann ins Furiose steigern, das hat auch dieser Film wieder bewiesen, für den sie zugegebenermaßen ein gewisses Maß an Geduld mitbringen sollten. Fazit: Liebe lieber langweilig

Moviemans Kommentar zur DVD: Ein wenig leidet das Bildmaterial an schwachen Kontrasten, ansonsten kann es sich trotz Artefakten durchaus sehen lassen. Der Ton fällt im Original etwas leiser aus, während die deutsche Fassung mit harmonischen Synchronstimmen daher kommt. An den Extras wurde leider sehr gespart. Nur der Originaltrailer ist enthalten.

Bild: Das Bild bietet zwar im Detail wie auf Distanz klare Ansichten, in Bewegungen kommt aber die Schärfe ab und zu aus dem Ruder. Die Kontrastwerte ergeben sich in gut ausgeleuchteten Einstellungen einwandfrei, an anderer Stelle verschluckt die Nacht dann aber auch gerne Feinheiten (im Auto, 00:06:33 oder Männer in Mänteln, 00:14:09). Farblich schneidet die Disc naturgetreu ab. Nur ganz selten zieht sehr leichtes Rauschen in dunklen Szenen die prinzipiell schönen Farbtöne ins Graustichige. Artefakte bleiben zwar nicht vollkommen aus (Jalousie, 00:07:58 oder Geländer, 00:24:44), halten sich so doch aber stark im Hintergrund.

Ton: Die französische Tonspur fällt im Vergleich zur deutschen Fassung ein gutes Stück leiser aus. Dabei wird aber keinerlei Kulisse vermisst. Einmal abgesehen von der geringeren Lautstärke des Originals, bieten beide Versionen ein breites Feld von dynamisch einsetzenden und verhallenden Tönen an. Die Front wird plastisch und voll ausgespielt. Was die Dialoge angeht, so klingen die Stimmen des Originals nicht nur leiser als die der deutschen Fassung, sondern auch etwas dumpfer und deshalb nicht ganz so gut verständlich wie die Synchronisation, die sehr harmonisch angelegt ist.

Extras: Als Extra ist nur der Originaltrailer (00:35 Min.) enthalten. --movieman.de

VideoMarkt
Adaption des erotischen Alberto-Moravia-Romans 'Die Nackte'.

Blickpunkt: Film
Wer sich an Alberto Moravias Verfilmung wagt, pokert hoch. Cédric Kahn transferiert unbekümmert den Roman 'La Noia' von 1960 in das Paris der 90er Jahre, erzählt die Geschichte einer bizarren 'amour fou' und zieht dabei in einen faszinierenden Sog sexueller Obsessionen.

Der dritte Spielfilm des 32jährigen (nach 'Bar des Rails' und 'Trop de Bonheur') überrascht durch unkonventionelle Herangehensweise. Neben dem Zeitrahmen wechselt auch der Mittelpunkt: Aus einer Männergeschichte wird eine Frauengeschichte. Die Story an sich ist nicht neu: Intelligenter Mann verliebt sich in ein um viele Jahre jüngeres Nymphchen. In der Literatur und im Film enden solche Verbindungen immer im Desaster ('Der blaue Engel', 'Lolita'). Auch bei Kahn ist das Ende bald vorauszusehen, dennoch verliert sich sein zynisches Spiel um eine unlebbare Liebe, Besitzanspruch und sexuelle Hörigkeit nicht an Spannung. Der von seiner Ehefrau getrennt lebende Philosoph Martin, der gerne über Lust und Kant referiert und von Sublimierung schwafelt, beginnt eine Affäre mit der jungen Cécilia. Erst erniedrigt der Mann des Geistes das unbedarfte Mädchen, um sein schwaches Ego (und nicht nur das) aufzurichten, dann verfällt er dem schamlosen Charme der fleischgewordenen Sünde, die sich auf den ersten Blick nur als pummeliges Etwas ohne jegliche Ausstrahlung offenbart. Als sie sich ganz selbstverständlich einen zweiten, jüngeren Liebhaber zulegt, liegen bei ihm die Nerven blank, er verliert jegliche Souveränität und den Rest von Selbstachtung. Was bleibt, ist ein Häufchen Elend, das am Ende dennoch die Kraft zum Weiterleben findet.
Geschickt nutzt der Franzose den Zusammenprall verschiedener Lebenswelten als Metapher für die Kluft zwischen den Geschlechtern. Sex hat hier nichts mit Liebe zu tun, gerade im Akt der Vereinigung sind die Protagonisten erbärmlich einsam, zwischen Geist und Gefühl besteht keine Beziehung. 'Meine Heldin' ist ein kalter, ernüchternder Film über die Unmöglichkeit der Liebe mit viel nackter Haut und provozierenden Sex-Szenen, die aber seltsam unerotisch wirken.
Einziges Hilfs- und Ausdrucksmittel für einen in seiner Seele beschädigten Mann bleibt die Sprache. Und die wird als quälender Dauerbeschuß eingesetzt. Für den Mainstream gewöhnten Zuschauer sicherlich keine leichte Kost. Aber dieser kleine, sperrige Film sollte in Arthouse-Kinos seine Chance bekommen. mk.