Reise nach Ixtlan. Die Lehre des Don Juan
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- Amazon-Verkaufsrang: #19029 in Bücher
- Veröffentlicht am: 1976-11-01
- Originalsprache: Deutsch
- Einband: Taschenbuch
- 252 Seiten
Aus der Amazon-Redaktion
Pressestimmen
"Kein Zweifel, Carlos Castaneda zeigt sich in diesem Buch als ein ausgezeichneter Erzähler. Er vermag extreme Sinneswahrnehmungen und außergewöhnliche Bewußtseinszustände nüchtern und suggestiv zugleich zu schildern. Die Dialoge zwischen ihm und Don Juan, die Beschreibungen der Wüstenlandschaft von Arizona, die gewissenhafte Aufzeichnung der eigenen Empfindungen im Angesicht bizarrer Phänomene, dies alles verrät einen außerordentlich sensiblen und sprachgewandten Schriftsteller". (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Kurzbeschreibung
Mit der "Reise nach Ixtlan" beendete der amerikanische Anthropologe Carlos Castaneda - er starb 1998 - den ungewöhnlichen Bericht über seine zehnjährige Lehrzeit bei dem indianischen Medizinmann und Zauberer Don Juan Matus, der ihn in eine Welt jenseits von Rationalität und Realität unserer westlichen Zivilisation führte.
Während im Mittelpunkt der ersten beiden Zyklen seiner Unterweisungen "Die Lehren des Don Juan" und "Eine andere Wirklichkeit" noch die Versuche standen, unter der Anleitung seines alten Schamanen und Freundes die geheimnisvolle Welt der Yaqui-Zauberer mit Hilfe psychotroper Pflanzen zu ergründen, um ein "Männ des Wissens" zu werden, so sind es jetzt seine Bemühungen, in jene neuen Wirklichkeits- und Bewußtseinsebenen der "Anderen Realität" ohne jegliche Hilfsmittel vorzudringen. Er lernt den faszinierenden und mühsamen Weg eines "Mannes der Macht" zu gehen, wobei "Macht" nicht Macht über andere Menschen bedeutet, sondern "Kraft" oder "Energie". Er lernt die Welt zu "sehen", d. h. zu erfahren, nicht nur zu schauen, und er lernt schließlich die größte Kunst eines brujos - "die Welt anzuhalten ".
"Seine Geschichte", so schreibt die New York Times, "entfaltet sich mit einer für Anthropologen einmaligen erzählerischen Kraft. Ihr Schauplatz - von den glitzernden Lavamassen der mexikanischen Wüste bis hin zum kargen Interieur der baufälligen Hütte Don Juans - gewinnt Wirklichkeit. Es ist eine genauso detailliert ausgefeilte Welt wie etwa Faulkners Yoknapatawpha County. Castaneda versteht es, seine Leser unmittelbar teilnehmen zu lassen - der Druck mysteriöser Winde und das Erzittern der Blätter in der Dämmerung, der Jäger eigenartige Wachsamkeit gegenüber Gerüchen und Geräuschen, die Kargheit indianischen Lebens, das herbe Aroma des Tequilas und der ekelhaft faserige Geschmack von Peyote, das alles wird lebendig. Es ist ein herrlich gegenständlicher Rahmen, und das trotz aller gespenstischen Unheimlichkeit der Ereignisse, die sich darin abspielen."
Über den Autor
Carlos Castaneda ist einer der bekanntesten unbekannten Kultautoren aller Zeiten. Im Frühjahr 1998 ist Castaneda gestorben.
Kundenrezensionen
Eine erste Annäherung
Dieses Buch Castandedas ist der perfekte Einstieg, um sich näher mit diesem außergewöhnlichen Autor zu befassen. Wohlgemerkt, es geht hier nicht um bewusstseinserweiternde Drogen und es geht hier auch nicht um irgendeine Wohlfühlesoterik.
In all den Büchern des Autors geht es vor allem darum, hinter unsere von Kindesbeinen an erlernte Anschauung der Welt zu blicken und schließlich, durch lange Übung in der Kunst der "Makellosigkeit", die Welt als das zu erkennen, was sie wirklich ist: Ein Bündel aus leuchtenden Fasern, den "Emmanationen des Adlers".
Verwirrend? - Vielleicht, aber darauf läuft es hinaus: unsere Anschauung der Welt radikal zu verändern.
Die "Reise nach Ixtlan" erzählt von der ersten Begegnung Castanedas und dem anscheinend etwas sonderbaren Indianer Don Juan. Einer schicksalhaften Begegnung, aus der eine jahrelange Unterweisung Castanedas entsteht.
Eine Unterweisung in was, mag man sich fragen:
In die Kunst der Zauberei? Ja und nein. Wer von diesem Buch irgendein Hexen- oder Magiergelaber erwartet, sollte es nicht zur Hand nehmen. Es würde nur enttäuschen.
Vielmehr verlangt Don Juan von seinem Schüler Dinge und Verhaltensweisen, die so gar nichts magisches an sich haben:
Er soll seine persönliche Geschichte auslöschen.
Er soll Verantwortung für seine Handlungen übernehmen.
Er soll seine persönliche Wichtigkeit verlieren.
All diese Unterweisungen haben nur ein Ziel: Für einen Augenblick die Welt anzuhalten und zu sehen, was wir sind: keine Menschen, sondern leuchtende Wesen.
Obgleich es in allen Büchern Castanedas vor Wissen und praktischen Hinweisen zu dessen Umsetzung nur so wimmelt, ist dieses doch das einzige, das zum einen die Begegnung mit Don Juan von Anfang an schildert und zum anderen jeder Unterweisung ein eigenes Kapitel widmet. Es eignet sich hervorragend, um in das Universum Don Juans ganz unverbindlich reinzuschnuppern. Aber Vorsicht. Dieses Universum bindet und ist nicht ungefährlich, aber solche Bücher kommen ja bekanntlich immer zur rechten Zeit......
Ist es alles so passiert, wie Castaneda es niederschreibt? Ich neige zu der Annahme, daß es tatsächlich so war, aber warum ich das tue, bleibt ein Geheimnis.
Eines hat Castaneda mit Sicherheit nicht beabsichtigt: Dass überall Castaneda-Kulte aus dem Boden schossen, die sich jüngergleich auf die Suche nach der Offenbarung machten.
Don Juan würde sagen: Es gibt keine Offenbarung, es gibt keine Möglichkeit, nachzufolgen, es gibt nur Makellosigkeit.
Und obwohl Castaneda einen in ungeahnte Tiefen führt, gewinnt man sie doch lieb, den Lehrer Don Juan und den stets zu Späßen aufgelegten Genaro.
Empfehlenswert, doch radikal
Wie jeder wahre Guru zerbricht auch hier der Lehrer gnadenlos die Illussion der bisher oftmals als einzige Realität akzeptierten Wirklichkeit.
Von daher haben die Vorredner recht - nicht unbedingt ein leichter Tobak. Doch wenn die Zeit reif ist, neue Wege zu beschreiten und alte Muster loszulassen, ist dieses Buch zu empfehlen.
Es eröffnet neue Erfahrungsebenen, soweit das mit einem Buch ohne persönliche individuelle Anleitung überhaupt möglich ist.
Zwischen den Zeilen - das Werk ist eher als Tagebuch geschrieben - findet der geneigte Leser eine Fülle an Übungen, die auch ihm helfen mögen, seinen Erfahrungshorizont zu erweitern.
Da wäre z.B. das Nicht-Tun: Negation (hier Umkehrung, nicht Verneinung) einer gewohnten Wahrnehmung, beispielsweise des Sehens - die ersten Übungen in der Richtung fegten förmlich alte Muster beiseite.
Da das Buch eher eine Erzählung darstellt, bleibt ordentlich Freiraum für den eigenen Willen bzw. den richtigen Schritt zur richtigen Zeit. Manche Esoterik-Bücher haben da ja einen strengen Zeitplan, erhobenen Zeigefinger etc. - das fällt hier weg. Das Buch inspiriert einfach, und die Wege tun sich dann von selbst auf, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.
Es ist nicht unbedingt ein Einsteigerwerk, da es eben radikal und schnell an gewohnten Lieblingsmustern sägt - doch absolut ein Entwicklungswerk. Ich würde sagen: in der Bibliothek probelesen und dann ev. kaufen.
das Geheimnis und der Schrecken ein Mensch zu sein...
wer von uns möchte das nicht gerne ergründen?
Die ersten drei Bücher Castanedas geben uns die Möglichkeit mit tiefergehenden Überlegungen, listigem Humor und einer Portion Unverfrorenheit das westlich zivilisierte System und unser vergängliches Schulwissen in Frage zu stellen! Don Juan Matus, der Indio und Hauptakteur der Handlungen und Lehrer Castanedas, lässt keine Gelegenheit aus, um seinem verkopften Schüler seine zum Teil heftigen Lektionen mit den psychedelischen Pflanzen u. Pilzen zu erteilen.
Die heutzutage schnelllebige Zeit ist nur der Stein, den man heben muss um darunter die Geheimnisse zu entdecken, die das Leben bietet.
Carlos Castanedas erste drei Bücher fand ich am besten. Darüber hinaus wird von vielen Kennern jedoch bezweifelt, das Castaneda je einen Don Juan Matus kannte und seine Erlebnisse je existent waren. Spätestens mit dem Beginn des Internetzeitalters wurde dies immer klarer.
Für die ersten drei Bücher würde ich trotzdem auf jeden Fall die volle Punktzahl geben, denn, wenn es schon gelogen war, dann war es eben sehr schön, interessant und gut gelogen!
Weitere Literatur führt den geneigten Leser zu Ayahuasca, Amazonas und evtl. zur Autobiografie von Sting (der es irgendwie schon vor einiger Zeit ahnte). Dean Jeffrys wäre auch noch ein Name, den man in die Suchmaschine eintippen kann.
Den sehr jungen Lesern kann ich nur raten, die Finger von Stechapfel, Engelstrompete und den Pilzen zu lassen. Nur in erfahrener Aufsicht sind diese Substanzen zu gebrauchen. Das gleiche gilt für Ayahuasca. Es sind Meisterpflanzen und keine Schülerpflanzen!





