Die Welt ist flach: Eine kurze Geschichte des 21. Jahrhunderts
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- Amazon-Verkaufsrang: #41436 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2007-09-27
- Originalsprache: Deutsch
- Einband: Gebundene Ausgabe
- 800 Seiten
Aus der Amazon-Redaktion
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Weit über zwei Millionen Mal hat sich dieses Buch in der englischsprachigen Ausgabe verkauft. Warum? Friedman, Pulitzer-Preisträger und Kolumnist der New York Times, erklärt seinen verunsicherten Landsleuten die Globalisierung. Und er formuliert, was sie und alle anderen Bewohner der "ersten Welt" tun können, um in einer immer flacher werdenden Welt zu bestehen.
Die Einebnung der Welt vollzog sich zuletzt vor allem mit Hilfe von drei Innovationen: dem PC, dem Glasfaserkabel und den Workflow-Software-Lösungen. Individuen können immer besser im globalen Rahmen kooperieren und konkurrieren. Aufgaben werden immer konsequenter dort erledigt, wo dies am effizientesten möglich ist. Beispiele gefällig?
Amerikanische Wirtschaftsprüfer und Steuerberater lassen Routinearbeiten wie Steuererklärungen (anonymisiert) in Indien ausführen, um sich z.B. auf Strategiefragen konzentrieren zu können. Radiologen kleinerer und mittelgroßer US-Krankenhäuser delegieren die Auswertung von CT-Scans an Ärzte in Indien und Australien. Das digital übermittelte Bild wird am anderen Ende der Welt analysiert, während der amerikanische Arzt schläft.
Outsourcing ist aber nur ein Aspekt der flachen Welt. Ihr eigentlicher Clou liegt, so der Autor, darin, dass sie Individuen in die Lage versetzt, ihren eigenen Weg erfolgreich zu gehen. Kyle zum Beispiel. Er ist 17, schwerbehindert und kann nicht zur Schule gehen. Er baut einen eBay-Shop auf. Wenig später kündigen seine Eltern ihre Jobs, um Kyle zu helfen, und "haben schon mehr Geld verdient als jemals in unseren Jobs". Sie stellen fest: "Bei eBay ist Kyle nicht behindert."
In Beispielen wie diesen liegt die ganz große Stärke des Buches. Es macht erlebbar, was Globalisierung für den Einzelnen bedeuten kann. Auch wenn es sicher differenziertere Globalisierungstheorien gibt als die Friedmans: In Bezug auf die Beispiele kann ihm kaum ein Autor das Wasser reichen. Vor allem in ihnen erweist er sich als ausgezeichneter Beobachter, einfühlsamer Interviewer und brillanter Stilist. -- Roland Große Holtforth, Literaturtest
Pressestimmen
"Friedmans Buch ist Pflichtlektüre für jeden, der wissen will, wohin unsere Trips in Lichtgeschwindigkeit über die Oberfläche der immer flacher werdenden Erde uns führen werden." The Independent
"Ein Merkmal eines guten Buches ist es, daß es die Wirklichkeit in ein neues Licht rückt, und das gelingt Friedman mit Bravour. Seine provokative Darstellung führt vor Augen, was diese schöne neue Welt für uns alle bringen wird." Joseph E. Stiglitz, The New York Times
"Das unterhaltsamste Buch zur Globalisierung" Süddeutsche Zeitung
Kurzbeschreibung
Sie wissen Bescheid über die Globalisierung? Dann wissen Sie auch, daß jährlich einige hunderttausend amerikanische Steuererklärungen in Indien erstellt werden, daß USRadiologen routinemäßig kurz vor Feierabend CT-Aufnahmen nach Australien schicken, um am nächsten Morgen die fertige Auswertung aus dem elektronischen Postfach zu nehmen, und daß Sie selber möglicherweise schon einmal, ohne es zu ahnen, in einem Callcenter angerufen haben, obwohl Sie nur einen Tisch im Restaurant reservieren wollten? Als der Pulitzer-Preisträger Thomas L. Friedman 2004 das »indische Silicon Valley« in Bangalore besuchte, begriff er, daß die Globalisierung seit der Jahrhundertwende in eine neue Phase getreten ist: Nicht mehr allein die Herstellung von Turnschuhen und T-Shirts, auch geistige Dienstleistungen werden heute dort erbracht, wo sie am wenigsten kosten. Friedmans Erkenntnis: Die Welt des 21. Jahrhunderts ist flach, der Globus eingeebnet durch die Möglichkeit, digitale Daten von beliebigen Winkeln der Erdkugel in andere zu verschicken, und zwar höchst billig und weitaus schneller, als man einen Stapel Papiere von Büro zu Büro tragen kann. Deshalb wetteifern Blogger mit Nachrichtenagenturen, deshalb haben selbst Nachhilfelehrer keinen Wettbewerbsvorteil mehr, wenn sie gleich um die Ecke wohnen – und deshalb müssen immer mehr Menschen in immer mehr Tätigkeitsbereichen auf einem globalen Arbeitsmarkt konkurrieren. Friedman folgt den Datenströmen und führt vor, wie sie die Existenz von Managern und Mittelständlern, von chinesischen Studenten und Hausfrauen in Utah entscheidend verändern. Sein Buch ist erhellend und fesselnd – lebendige Reportage und prägnante Einführung in die Dynamiken der globalen Gegenwart in einem. Die Veränderungen betreffen uns alle, egal, wo wir leben, egal, was wir tun. Wir sollten ihnen, so sein Plädoyer, mit gebotener Dringlichkeit, mit Realismus und Optimismus begegnen – er liefert das Anschauungsmaterial und die Anleitung.
Kundenrezensionen
Erstaunlich flach
Habe nach dem enormen Hype, der um dieses Buch veranstaltet wird, mit großen Erwartungen diese Ausführungen über die angeblich "flache Welt" gelesen. Bin allerdings eher enttäuscht.
Das Buch beschreibt drei Phasen der Globalisierung. Von den Anfängen des internationalen Handels bis in unsere heutige durch Informationstechnologie geprägte Welt. Insbesondere das wirtschaftliche Potenzial Indiens und Chinas wird ständig betont und unaufhörlich darauf hingewiesen, dass die westlichen Industrienationen in Zukunft entweder einen Teil ihres Wohlstands an diese beiden Staaten werden abgeben müssen oder sie und ihre Unternehmen ihre Geschäftsmodelle den Realitäten der heutigen Märkte (sprich enorme Kostenvorteile und jede Menge junge Ingenieure in Südostasien usw.) anpassen müssen.
Was mir an diesem Buch nicht gefällt ist die Tatsache, dass Friedman es meisterlich versteht dem Leser genau dass zu geben was dieser heute lesen will und von einem Buch über Globalisierung erwartet. Das soll heißen, dass es sich hierbei um eine Art "Self-Fulfilling-Prophecy" in Buchform handelt. Schließlich ist es momentan im Trend, die Potentiale in Indien und China in den Himmel zu loben. Ich sage ausdrücklich nicht, dass dies unbedingt falsch ist. Allerdings habe ich einfach den Eindruck, dass dieses Buch ein typisches Produkt der amerikanischen Sachbuch-Bestseller-Industrie ist. Anfang der 90. waren es Bücher über Japan und dass die japanische Wirtschaft den Westen überrollen werde. Ende der 90. Jahre waren es Abhandlungen über die New Economy, welche dazu führen werde, dass alle traditionellen Industrieunternehmen unweigerlich verschwinden werden, wenn sie sich nicht den Gegebenheiten der "Neuen Zeit" anpassen werden. Aktuell befinden wir uns in der "Indien und China überrollen den Westen Phase", was durch dieses Buch und seinen Erfolg dokumentiert wird. In diesem Sinne werden alle Argumentationen von Friedman auf einseitige und schlichtweg unkritische Art und Weise so dargelegt, dass sie intuitiv in sein Konzept der flachen Welt und der dreifachen Globalisierung passen (genau wie in anderen Büchern über Japan vor 15 Jahren oder die New Economy vor 7 oder 8 Jahren, die in ihrer Einseitigkeit damals auch logisch und richtig schienen, sich im Nachhinein aber allenfalls als "amüsant" charakterisieren lassen).
Wer sich zumindest ein bisschen mit Wirtschaft und Globalisierung auskennt wird in diesem Buch nichts Neues lesen. Insbesondere die scheinbar nicht zu einem Ende kommenden Anekdoten Friedmans über seine Reisen nach Südostasien nerven. Rein inhaltlich hätte man das Buch auf einen Zehntel des Umfangs beschränken können, ohne signifikante inhaltliche Abstriche machen zu müssen. Wieso mittlerweile auch in Deutschland ein enormer Hype um dieses Buch gemacht wird, kann ich so nicht nachvollziehen. Allenfalls für Leute zu empfehlen, die von Wirtschaft und Globalisierung nicht viel Ahnung haben, aller anderen lesen hier "Aus Amerika nichts Neues".
Gleichzeitig zu dick und zu flach...
... ist dieses Buch, das meiner Ansicht nach überschätzt wird. Das liegt meiner Meinung nach daran, daß Autor Thomas L. Friedman eine populäre Wirtschaftssendung im amerikanischen Fernsehen moderiert. So ist Friedman den Amerikanern bereits aus dem TV bekannt und sein Buch verkauft sich daher von selbst. Natürlich wird es dann auch im deutschen Fernsehen und in anderen Ländern als Millionen-Bestseller aus Amerika angepriesen und irgendwann glaubt jeder, dieses Buch lesen zu müssen... soviel zum Thema Globalisierung.
Ok, es gibt ein paar interessante Theorien und Ideen zur Globalisierung in dem Buch, die hätte der Autor aber mit zwei bis drei ausführlichen Essays oder Artikeln in einem Wirtschaftsmagazin gründlich genug darlegen können. Friedman bläht seine zwei bis drei Ideen jedoch durch Wiederholungen und gnadenloses Name-Dropping zu einem langatmigen Wälzer auf. Außerdem ist der Autor absolut nicht wertneutral. Mir drängte sich beim Lesen immer wieder das alte Sprichwort auf: "Wes Brot ich eß, des Lied ich sing.". Wobei von simplem Brot eigentlich keine Rede sein kann, sondern eher von persönlichen Einladungen ins Hauptquartier der entsprechenden Konzerne mit Erster-Klasse-Flug in exotische Regionen wie Hong-Kong, Mumbai oder Singapur mitsamt entsprechender Unterbringung und Verpflegung. Es folgt eine Firmenführung betreut durch die PR-Abteilung und ein Interview mit dem Geschäftsführer. Da der Autor eine eigene Wirtschafts-Fernsehsendung im amerikanischen Fernsehen moderiert, wird er von den Firmen und Konzernen natürlich entsprechend hofiert, damit er über sie berichtet. Die Firmen erhalten dafür kostenlose Sendezeit zur Selbstdarstellung und indirekte Werbung. Das Buch fiel für den Autor dabei als Nebenprodukt ab, und das merkt man ihm leider an. Entsprechend eingefärbt sieht auch die darin enthaltene Wirtschaftstheorie aus. Und sie kommt mir dabei recht einfach gestrickt vor, was an ihrer Entstehungsgeschichte durch die vereinfachende Fernseh-Sichtweise liegen mag. Seltsamerweise störte es mich auch diesmal, wenn der Autor zwischendrin von seinem Privatleben erzählt, um sein Buch damit zu würzen. Dabei mag ich das sonst gerne, insbesondere wenn es in fundierten Sachbüchern stattfindet. Ich fürchte fast, daß es mich hier stört, weil das Buch für ein Sachbuch eben nicht fundiert genug ist sondern sowieso schon viel zuviel persönliche Meinung enthält. So schafft dieses Buch das Paradox, gleichzeitig zu dick und doch zu flach zu sein.
Ich finde, es genügt vollkommen, ein paar Rezensionen über den Inhalt des Buches zu lesen, anstatt sich durch den ganzen dicken Wälzer zu quälen. Wer ihn aber trotzdem unbedingt durchlesen will, sollte wenigstens die preiswertere Taschenbuchausgabe abwarten.
streitbar und wichtig
Friedman hat ein Buch geschrieben, das anregt und polarisiert, und das ist mehr, als man über den Großteil der beflissen konsensfreundlichen oder politisch berechenbaren Veröffentlichungen zum Thema Globalisierung sagen kann. Gerade deutsche Leser werden von einer Sichtweise profitieren, die - amerikanisch pragmatisch im besten Sinne - eine Alternative zu sowohl bedenkenlos neoliberalistischer Ideologie als auch affektgeladener Globalisierungskritik bietet. Zumal es Friedman gelingt, komplexe Zusammenhänge anschaulich zu machen, ohne die Intelligenz seiner Leser zu beleidigen.




