Produktinformation
Medientheorien zur Einführung

Medientheorien zur Einführung
Von Dieter Mersch

Preis: EUR 14,90 Kostenlose Lieferung Details

Verfügbarkeit: Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Versand und Verkauf durch Amazon.de

95 neu oder gebraucht verfügbar EUR 12,33

Durchschnittliche Kundenbewertung:
(1 Kundenrezensionen)

Produktbeschreibung

Medientheorien zur Einführung


Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #192786 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2009-03
  • Einband: Broschiert
  • 250 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

MEDIENwissenschaften, 2/2007
Eine der großen Stärken dieser Einführung ist es, dass nicht einfach nur ein weiterer Vorschlag zur Aufteilung unterschiedlicher Theorieperspektiven gemacht wird. Vielmehr ist gerade das Interesse an Merschs Buch (und auch der Mehrwert) gegenüber den meisten anderen Publikationen dieses Genres, dass über eine philosophisch ausgerichtete Rekonstruktion hinaus eine historische Tiefendimension eingezogen und stark gemacht wird, ohne sich mit ein paar raren Worten zu Platons Schriftkritik und der Vorreiterrolle der Sprachkritik gen 20. Jahrhundert wieder zu verabschieden. Das macht vor allem die Kapitel über die Mediontheorien avant la lettre von Platon über Lessing, Herder und Hegel bis zu Nietzsche überaus lesenswert. Gesteigert wird das Lesevergnügen noch dadurch, dass Mersch sehr verständlich auch recht schwierige Theoretiker wie Hegel mitsamt ihren mitunter recht komplexen Medienkonzeptionen zu veranschaulichen weiß.[...] Trotz aller historischen Tiefe ist der Hauptteil der Einführung doch den Medientheorien des 20. Jahrhunderts gewidmet. Und da treten bei Mersch die üblichen Verdächtigen auf, die ebenfalls in anderen Einführungen als kanonische Autoren firmieren. Der Verfasser folgt hier einer recht gängigen historischen wie systematischen Einteilung: Stehen am Anfang des 20. Jahrhunderts und etwa bis Mitte desselben marxistisch inspirierte Thematisierungen der Medien im Vordergrund, die Medien vor allem im Kontext von technisch-ökonomischen Produktivkräften thematisieren (bspw. Brecht, Adorno und Horkheimer), so ist es ab der Mitte des Jahrhunderts vor allem die so genannte Kanadische Schule (Innis, McLuhan, de Kerckove), die den Diskurs um Medien bestimmt. Die Kanadische Schule begründe "zum ersten Mal eine `Medienkulturgeschichte´, die das Ganze der okzidentalen Kultur unter die Perspektive ihrer medialen Konstruktion stellt" (S.14). Seit den 1970er und 1980er Jahren folgen dann Medientheorien, die sich im "Zuge der Entwicklung der Informationsgesellschaft" (S.131) formiert haben und die Mersch unter dem Titel Medienphilosophie führt (der Autor nenn Flusser, Baudrillard, Virilio, Kittler und Luhmann).

Journal Phänomenologie, Sonderdruck Castoriadis, 27/2007
Wie wenige andere Bereiche polarisieren sich die Medienwissenschaften im deutschsprachigen Bereich in soziologisch-kommunikationswissenschaftliche, philosophisch-kulturwissenschaftliche und künstlerisch-praktische Ansätze. Die Einführung versucht nun nichts Geringeres als eine Vermittlung der drei Gebiete, indem sie sich auf die der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Medien insgesamt zugrunde liegenden Theorien konzentriert, insofern diese einen spezifischen Medienbegriff aufweisen. Die bisher vor allem im Rahmen von Anthologien vorliegenden Grundlagentexte werden dabei in kongenialer Weise eingeordnet und bewertet. Dem Autor gelingt es zu zeigen, wie auf der Ebene der grundsätzlichen Positionierung die verschiedenen Stränge der Medienwissenschaften nicht nur vergleichbar werden, sondern zueinander in einem geradezu symbiotischen Verhältnis stehen. Nach Mersch kommt jedem Bereich seine eigene Bedeutung im Mediendiskurs zu: Kommunikationstheoretischen Ansätzen ist es überhaupt erst zu verdanken, dass Medien als solche in den Blick rückten, und das heißt vor allem die Debatte um Massenmedien im 20. Jahrhundert. In der Rückschau setzt die Diskussion im Zusammenhang mit der Reflexion des Kinos und Radios, aber insbesondere auch des Pressewesens ein. Die Funktion philosophischer Ansätze wiederum besteht darin, sich erst spät, dann aber dafür verstärkt programmatisch in die Diskussion einzumischen, wodurch die Philosophie ihre Vorläuferschaft wie darüber zugleich auch ihre Zuständigkeit erkennt. Es ist also nur konsequent, dass die Einführung von Mersch chronologisch mit Medientheorien vor dem Medienzeitalter einsetzt und von Platons Schriftkritik über die Kunst- und Sprachphilosophie des 18. Jahrhunderts hin zu Nietzsches Aufwertung des Scheins und der Oberfläche sowie dessen Einsicht in die Mediengebundenheit jedweder menschlichen Artikulation führt. Es zeichnet die Einführung von Beginn an als eine solche aus, dass sie die komplexen Inhalte in einem stets nachvollziebaren Argumentationsgang und mit verständlichen Worten vermittelt. Elementar ist die in diesem Zuge vorausgeschickte Klärung des Medienbegriffs anhand einer kurzen Genealogie, also nicht in einer bloßen Begriffsgeschichte, sondern als Darstellung der Umbesetzung, die der Begriff im Laufe der Theorieentwicklung erfahren hat.[...] Unter "Philosphie" fasst Mersch nicht allein das Nachdenken über Sprache, Schrift und Kunst vor dem 19. Jahrhundert, sondern auch dezidiert die Klassiker der Gegenwart, namentlich Flusser, Baudrillard, Virilio, Kittler und Luhmann, deren Texte Mersch allesamt detailliert, aber nie detailverliebt analysiert. Zusammen mit dem Abschnitt über die "Kanadische Schule" bildet dieser Abschnitt das Zentrum der Einführung. Die gegenwärtige Medientheorie wird erst verständlich - so zeigt der Aufbau der Einführung - durch die Abkehr vom Medienpessimismus der marxistischen Schule zugunsten der medienoptimistischen Sichtweise des kultur- und technikorientierten Ansatzes aus Toronto: Mit Harold Innis, vor allem aber Marshall McLuhan wurde ein Medienverständnis angebahnt, das heute noch die theoretische Hauptherausforderung bildet.

Kurzbeschreibung
Medientheorien reflektieren auf die Geschichte der Kulturen und ihrer Technologien. Als Zweig der Philosophie werfen sie die Frage nach den medialen Bedingungen von Bewusstsein, Erkenntnis, Handeln und Bedeutung auf. Im Anschluss an eine allgemeine Bestimmung des "Medialen" und seiner Relevanz für Kulturtheorien geht der Band in seinem zweiten - geschichtlichen - Teil zunächst von einer "Archäologie" des Medienbegriffs aus und stellt früheste Theoriebildungen bei Platon und in der antiken Stoa vor, um dann Spuren medientheoretischer Reflexion von Herder bis Nietzsche aufzulesen. Desweiteren werden die "Klassiker" der Medientheorie in den 20er und 30er Jahren (Freud, Brecht, Benjamin, Parsons, Dewey) sowie die anthropologisch orientierte Medientheorie der Kanadische Schule in den 50er und 60er Jahren (Innis, Goody, McLuhan) dargestellt. Sie bilden in einem weiteren Teil die Grundlage der Rekonstruktuion systematischer Medientheorien jüngeren Datums (Baudrillard, Virilio, Flusser, Kittler). In einem vierten Teil widmet sich der Band schließlich den eigentlichen Medienphilosophien, wie sie sich von Wittgenstein, Heidegger, Luhmann und Derrida her ausbuchstabieren lassen, und stellt am Ende das Konzept einer "negativen Medientheorie" vor.