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Herr Wichmann von der CDU

Herr Wichmann von der CDU
Regisseur(e) Andreas Dresen

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Produktbeschreibung

Sommer 2002, Wahlkampf in der Uckermark. Die Chancen stehen schlecht für Henryk Wichmann, 25, Bundestagskandidat der CDU. Die Region ist eine SPD-Hochburg. Doch Henryk Wichmann gibt nicht auf. Mit seinem Slogan »Frischer Wind bringt Bewegung in die Politik« zieht er durch den Wahlkreis, diskutiert, verteilt Postkarten, besucht Altenheime und mittelständische Betriebe und trotzt unter dem Parteischirm Wind, Wetter und der Hast der Passanten. Für den Endspurt hat er sich noch ein paar Trümpfe aufgehoben...
Andreas Dresen und Kameramann Andreas Höfer haben Henryk Wichmann einen Monat lang auf Wahlkampftour durch den entlegenen Nordosten Brandenburgs begleitet. Entstanden ist ein präziser, kluger, tragikomischer Film, der aufmerksam seinem Protagonisten folgt und dabei ein eindrückliches Bild der Region und ihrer


Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #48667 in DVD
  • Erscheinungsdatum: 2004-10-11
  • Bewertung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • Format: PAL
  • Untertitel in: Englisch
  • Anzahl Disks: 1
  • Länge: 75 Minuten

Features

  • Medium: DVD
  • Regie: Andreas Dresen
  • Laufzeit: ca. 80 Minuten
  • Label: absolut MEDIEN
  • Bildformat: 1.33:1

Aus der Amazon-Redaktion

VideoMarkt
Der 25-jährige CDU-Bundestagskandidat Henryk Wichmann sagt im Sommer 2002 in seinem brandenburgischen Wahlkreis Uckermark der SPD, die dort traditionell über eine klare Mehrheit verfügt, den Kampf an. Mit markigen Sprüchen, heißbegehrten Kugelschreibern und weniger begehrten Parteiprogrammen versucht er, die Gunst der Wähler zu gewinnen. Dass er aus rhetorischen Gefechten mit politischen Gegnern und desillusionierten Wählern nicht stets als Sieger hervorgeht, stört den eigensinnigen Nachwuchspolitiker dabei nicht wirklich.

Video.de
Andreas Dresens ("Halbe Treppe") brillanter Dokumentarfilm kommt auf leisen Sohlen daher, entpuppt sich aber bald als genial umgesetzter Coup. In großartigen, unkommentierten Bildern von Kameramann Andreas Höfer ("Nachtgestalten") entlarvt sich der farblose und zugleich despotische Herrn Wichmann mitsamt seiner reaktionären Ansichten selbst. Witzig, schräg, klug und höchst unterhaltsam, ist das als TV-Beitrag geplante Dokumentations-Highlight für politisch interessierte Arthousefreunde maßgeschneidert.

Blickpunkt:
Die beste Satire ist die Realsatire. Das beweist mal wieder Andreas Dresens Dokumentarfilm über den Wahlkampf in der 'roten' Uckermark, wo ein 25-jähriger 'schwarzer' Bundestagskandidat auf Stimmenjagd geht. Die Bestandsaufnahme einer desillusionierten Gesellschaft wird zur gelungenen Mischung aus Absurdität und Analyse politischen Alltags.

Im letzten Monat vor der Wahl begleiten Andreas Dresen und Kameramann Andreas Höfer den Jurastudenten Henryk Wichmann 15 Tage auf seiner Wahlkampftour. Der 25Jährige will 'frischen Wind und Bewegung in die Politik bringen'. Meistens kämpft er jedoch mit dem Wind, der seine Flyer davonwehen lässt und Werbeschirme umknickt, ein ironischer Kontrapunkt zum großspurigen Wahlmotto.
Der dünn besiedelte Flächenwahlkreis leidet unter Arbeitslosigkeit und der Abwanderung junger Leistungsträger. Für den Dynamiker Grund genug, gegen Umweltschutz zu wettern, der jeden Frosch heilige, aber die Ansiedlung von Firmen verhindere und die Region zum Armenhaus verkommen lasse. Er ähnelt in der Aussichtslosigkeit der Auftritte einem Don Quichotte, denn sein SPD-Kontrahent Markus Merkel gewann vier Jahre zuvor den Wahlkreis mit satten 54 Prozent. Die angepeilten 30 plus X des Herausforderers schmilzen am Wahlabend auf 21 herunter, nur schlappe ein Prozent mehr als bei der letzten Bundestagswahl.
Bis zu diesem deprimierenden Ergebnis scheut der Kandidat keine Mühe - Infostände, Diskussionen, Pressetermine und sogar eine Wahlveranstaltung mit Zugpferd Angela Merkel absolviert er mit unermüdlichen Engagement, steckt eigenes Geld in die Kampagne. Deprimiert zeigt er sich, wenn die Leute nur nach Kugelschreibern fragen, nicht nach der Botschaft.
Dresen beobachtet und urteilt nicht, haut seinen Protagonisten nicht in die Pfanne. Wichmann wirkt in seiner Naivität und Überzeugung sogar sympathisch, trotz mangelnder Rezepte und wilder Attacken gegen den SPD-Gegner. Manchmal erweckt er Mitleid, wenn er hilflos im Altersheim mit den Sorgen der Einsamen konfrontiert wird oder süßsauer lächelt, wenn offene Ausländerfeindlichkeit zu spüren ist. Jede Wählerstimme zählt, da heißt es höflich und anbiedernd sein, den Verstand auszuschalten und ein Ohr für sämtliche Sorgen zu haben, fröhlich landauf landab die Nationalhymne singen. Und auch lächerliche Sätze zu sagen wie 'Wem kann man heute noch vertrauen? Angela Merkel'.
Die amüsante Studie über Politiker und deutsche Befindlichkeiten in der Provinz war als Fernsehdokumentation geplant und sollte trotz der Kürze von nur 71 Minuten ihre Stärke auch auf der Leinwand beweisen. mk.