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Dis Wo Ich Herkomm

Dis Wo Ich Herkomm
Samy Deluxe

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Titelliste

  1. Intro
  2. Dis wo ich herkomm
  3. Bis die Sonne rauskommt
  4. Wer ich bin
  5. Wir sind keine Kinder mehr
  6. Vatertag
  7. Oma Song
  8. Superheld
  9. Erster
  10. Übers Geld ( Skit )
  11. Musik um durch den Tag zu kommen
  12. Stumm ( Xenja )
  13. Sowieso schwer
  14. Blick nach vorn
  15. Deshalb
  16. Sprech wie ich sprech

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  • Amazon-Verkaufsrang: #23990 in Musik
  • Marke: DELUXE,SAMY
  • Erscheinungsdatum: 2009-03-27
  • Anzahl Disks: 1
  • Abmessungen: .22 Pfund

Aus der Amazon-Redaktion

Aus der Amazon.de-Redaktion
Bereits auf TNT, dem 2008 veröffentlichten Comeback-Album von Dynamite Deluxe, präsentierte sich Samy Deluxe hörbar gereift. Der Rapper aus Hamburg hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt und überzeugt auf seinem dritten Soloalbum Dis Wo Ich Herkomm mit Texten von enormer thematischer Bandbreite. Dabei verschweigt er keineswegs die zahlreichen Brüche und Irrwege seiner inzwischen zwölf Jahre andauernden Karriere. Samy Deluxe steht zu seiner Vergangenheit ohne wenn und aber. In Songs wie "Wer ich bin" oder "Wir sind keine Kinder mehr" präsentiert sich der 32-jährige Rapper so aufgeräumt und nachdenklich wie nie zuvor, frei von allen Klischees, mit denen vieler seiner HipHop-Kollegen Tag ein Tag aus langweilen. Trotz aller durchaus vorhandenen Selbstzweifel glaubt Samy Deluxe nach wie vor an seine Mission. HipHop ist nach wie vor sein Leben und das spürt man in jeder Sekunde. Dis Wo Ich Herkomm ist seine bisher persönlichste Auseinandersetzung mit seinem Heimatland Deutschland und seiner Situation als stilbildender Künstler einer HipHop-Szene, die in den letzten Jahren mehr und mehr ihre Innovationsfähigkeiten eingebüßt hat. Sein drittes Soloalbum ist ein beeindruckendes Statement gegen den musikalischen und inhaltlichen Stillstand, gesegnet mit zeitlosen Hymnen wie "Musik um durch den Tag zu kommen" oder "Stumm". Gemeinsam mit Produzent Instruments spielte Samy Deluxe 16 Tracks ein, die stilistisch sehr breit aufgestellt sind. Da treffen mit größter Selbstverständlichkeit extrem entspannte HipHop-Beats wie zum Beispiel beim "Oma Song" auf relaxte Reggae-Vibes ("Bis die Sonne rauskommt"), soulige Gesangsrefrains ("Wir sind keine Kinder mehr") und clubkompatible Grooves ("Erster"). - Franz Stengel

motor.de
Er sinniert über Identität, das Schwarz-Sein in Deutschland und blickt auf sein bisheriges Leben zurück. Samy Deluxe ist erwachsen geworden. Ein Vater der seinen jugendlich, übermütigen Biss dem moralischen Zeigefinger und seichter Black Music geopfert hat.

Der einstige Cannabis-Vernichter Samy würde wahrscheinlich Lachkrämpfe zu Textzeilen wie "Dies hier ist ein Lied für meine O-O-O-U-Oma" bekommen. Doch jetzt lässt der Vater eines achtjährigen Sohnes seine Vergangenheit Revue passieren und stellt die Familie in den Mittelpunkt. Dabei wird nicht nur singend die verblichene Großmutter geehrt. Im Intro des Albums verewigt sich Samys Sohn oder in "Vatertag" heißt es: "Ich hab ne wundervolle Mama und n Loser als Vater. Doch alles cool, keine Probleme. Hakuna Matata."

Zum Familiären gesellt sich die Erkenntnis, "dass das System hier ungerecht is" ("Stumm") und es Schwarze nach wie vor nicht leicht in Deutschland haben ("Superheld"). Doch Samy übt nicht nur Kritik, sondern zeigt sich auch selbstkritisch und dankbar: "Dies Land hat mir etwas gegeben, ich will was zurückgegeben. Früher dacht ich 'Fick Politik', jetzt will ich mitreden." ("Dis Wo Ich Herkomm")

Samy Deluxe wirkt nachdenklicher und persönlicher denn je, sein vorangegangener Reifeprozess ist allgegenwärtig. War dies so zu erwarten? Einerseits ja, schmückte sein Antlitz doch in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Sozial-Kampagnen oder prangerte bereits sein letzter Hit "Weck mich Auf" Missstände in Deutschland an. Dass sich jedoch zur selbstreflexiven und moralisch etwas überbetonten Attitüde, die sich schon auf seinem 2008er Album "TNT" ankündigte, ein dermaßen weicher Pop-Sound gesellt, überrascht.

Der "neue" Musiker Samy bedient die gesamte Palette der "Black Music", jedoch ohne Ecken und Kanten: seichter Hip Hop, Soul, R'n'B oder Reggae wie im bereits ausgekoppelten "Bis Die Sonne Rauskommt". Mit "Sprech Wie Ich Sprech" schafft es sogar ein gelungener, jazziger Swing auf das Album. Erstmals kommt auch der momentan scheinbar obligatorische Auto-Tune Effekt zum Zug. So gurgelt sich Samys Stimme elektro-verfremdet durch Songs wie "Superheld" oder den "Oma Song". Lediglich "Erster" oder "Übers Geld" erinnern noch an die Zeiten, als Herr Deluxe zur Elite des progressiven Deutschraps zählte.

Ob es die wachsende Verantwortung des Vater-Seins oder die Überredungskünste Markt orientierter PR-Berater waren, die das einstige Rap-Talent Samy Deluxe dazu bewegt haben, zum belanglosen Zeigefinger-Pop zu wechseln, kann nur spekuliert werden. Von der, wenn auch einst etwas sehr stark THC geschwängerten, Bissigkeit, vor allem aber dem virtuosen Sprechgesang ist nicht viel geblieben - jetzt heißt es vielmehr: Pop-Daddy Deluxe!

Kai-Uwe Weser