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Exgüsi: Ein Knigge für Deutsche und Schweizer zur Vermeidung grober Missverständnisse

Exgüsi: Ein Knigge für Deutsche und Schweizer zur Vermeidung grober Missverständnisse
Von Sandra Willmeroth, Fredy Hämmerli

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  • Amazon-Verkaufsrang: #17520 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2009-08-14
  • Originalsprache: Deutsch
  • Einband: Gebundene Ausgabe
  • 192 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

Aus der Amazon.de-Redaktion
Auswandern in die Schweiz? Warum nicht! Fast jeder kennt jemanden, der in die Schweiz gezogen ist oder sich mit diesem Gedanken trägt. Nach den USA ist die Schweiz das Ziel Nummer eins für deutsche Auswanderer. Insgesamt sind es heute knapp 240.000, was der gesamten Wohnbevölkerung der Städte Lausanne und Bern entspricht. In Zürich stellen sie mit knapp 24 Prozent schon die größte ausländische Bevölkerungsgruppe. Hinzu kommen Scharen von Urlaubern sommers wie winters. Ein Knigge für Deutsche und Schweizer zur Vermeidung grober Missverständnisse kommt also keinen Tag zu früh.

Die Gründe für den steten Zustrom, so erfährt der Leser, liegen in der großen deutschen Steuer- und Abgabenlast sowie in der hohen Arbeitslosigkeit, insbesondere im Osten Deutschlands. Wie aber lebt es sich nun tatsächlich in der Schweiz? Unterhaltsam und kenntnisreich beschreiben die beiden Autoren die Unterschiede zwischen den beiden Ländern bei der Bewerbung, die in der Schweiz etwas weniger anpreisend gehalten ist, oder beim Einkauf, der in Deutschland zügiger und sachlicher über die Bühne geht. Dabei unterscheiden die Autoren natürlich zwischen Zürchern und Aargauern, zwischen Hamburgern und Schwaben. Denn weder die kleine Schweiz noch ihr großer Nachbar sind homogene Nationen. Im Gegenteil: Beide weisen eine ausdifferenzierte Bundesstaatlichkeit auf, die Schweiz noch mehr noch als die Bundesrepublik, die den regionalen Unterschieden Rechnung trägt.

Und zu guter Letzt mache sich der Leser darauf gefasst zu erfahren, dass im Ausland – auch und gerade im Schweizerischen – vieles anders und nicht unbedingt schlechter ist. Der gut gemeinte Rat der etwas besserwisserisch veranlagten Deutschen, „Wir machen das aber so...!“, ist wirklich verzichtbar und wird ganz sicher nicht gerne gehört. Fazit: Der Band ist mehr als ein Reiseführer, eher ein Erfahrungsschatz in Buchform, der, unterhaltsam und locker geschrieben, durchaus in die Tiefe geht .--Dr. Stefan Rusche, Literaturtest

Kurzbeschreibung
Also diese Deutschen! Sie sind dominant, laut und ignorant. Zumindest wenn sie einem Schweizer gegenüberstehen. Und diese Schweizer! Sie sind unsicher, langsam und humorlos. Zumindest wenn sie einem Deutschen in die Augen blicken. So ist das in der deutsch-schweizerischen Beziehungskiste. Seit die Teutonen in Scharen nach Helvetien strömen, fragt sich manch ein Deutscher, warum die Schweizer so schwer zu durchschauen sind. Und manch ein Eidgenosse wähnt sich fremd im eigenen Land. Gegen diese deutsch-schweizerische Verständnislosigkeit muss etwas getan werden: Benimmregeln zur Völkerverständigung müssen her. Eine Deutsche und ein Schweizer haben sich dessen angenommen und den Knigge für Deutsche und Schweizer verfasst: humorvoll, offenherzig und verständnisvoll. So wie wir alle sein wollen.

Über den Autor
Sandra Willmeroth ist Journalistin und Chefredaktorin des Kundenmagazins der AXA Winterthur. Seit 1999 lebt sie im Kanton Zürich. Sie war unter anderem Wirtschaftsredaktorin beim Zürcher «Tages-Anzeiger», Blattmacherin der «annabelle business», Mitglied der Geschäftsleitung bei Swisscontent Corp. sowie Ressortleiterin bei der «Handelszeitung». Fredy Hämmerli ist Wirtschaftsjournalist. Seit 2003 ist er Mitinhaber und Geschäftsführer des Medienunternehmens Swisscontent Corp. in Zürich. Zuvor arbeitete er bei verschiedenen Schweizer Redaktionen, u.a. bei «Bilanz», «Berner Zeitung», «Bund», «Cash» und «TeleBärn». Er ist Verfasser zahlreicher Sachbücher zu Wirtschaftsthemen.


Kundenrezensionen

Das kulturelle Gedächtnis hinterlässt Spuren5
Mit der Lektüre eines solchen Buches sollte nur beginnen, wer die Meinung teilt, dass Menschen auch von ihrem Umfeld geprägt werden. Wer hingegen glaubt, es spiele keine Rolle, ob man in den Bergen, am Meer, im Norden oder im Süden aufwachse, wird von den beiden Autoren kaum erreicht werden. Aber Spuren hinterlassen eben nicht nur Landschaften oder klimatische Bedingungen, sondern auch Verhaltensmuster sozialer Gruppen. Und so nahe sich Deutsche und Schweizer geographisch auch sind, ticken sie eben in gewissen Dingen doch anders. Sandra Willmeroth und Fredy Hämmerli schrieben ihren Knigge zwar vorwiegend für Deutsche, die in das Gebiet des kleinen Bruders eindringen, verraten aber auch dem Juniorpartner, was zu seinem Charakterbild gehört und wie er sich als Gastgeber benehmen soll.

Spätestens seit Sigmund Freud wissen wir, dass Witze auch dazu dienen, besser mit diffusen Ängsten umgehen zu können und das Fremde zu verarbeiten. Aus- und Inländer mit einem zwinkernden Auge zu betrachten, ist daher die richtige Form, um einen moralischen Ratgeber zu verhindern. Allerdings ist der Grat zwischen erhellendem Infotainment und platten Klischees sehr schmal. Und auch in diesem Buch gibt es Stellen, an denen die Leser das Fangnetz Toleranz aufspannen müssen, damit die Autoren nicht abstürzen. Aber wer nur unten im Tal steht und mit dem Fernglas den nächsten Ausrutscher sehen will, ist auch mit dem besten Buch nicht von seinem Hobby abzubringen. Wer Vorurteile aufdecken will, muss mit Vorurteilen arbeiten. Daher stören mich Kritiken, die den Autoren vorwerfen, sie würden Klischees zementieren und lediglich Pauschalurteile fällen.

Eingeteilt ist dieses unterhaltsame Integrationshandbuch in vier Kapitel. Unter der Überschrift "Begegnungen - und Missverständnisse" werden Alltagsszenen aufgeführt, in denen sich verschiedene Verhaltensmuster von Deutschen und Deutschschweizern zeigen. Der Leser kauft also Brot ein, wartet, begrüßt, telefoniert, klopft im Freundeskreis Sprüche, bewirbt sich um eine Stelle, lernt seine neuen Arbeitskollegen kennen, muss und darf beim Chef vorsprechen, übt sich im Small Talk, geht in den Ausgang, hantiert in der Küche, fällt in Beziehungskisten, plappert mit dem Nachbarn, muss ins Krankenhaus oder fiebert bei internationalen Fußball-Meisterschaften mit.

Im zweiten Kapitel werden nach einer kleinen Geschichtskunde die üblichen Vorurteile serviert. Wir erfahren also, dass die Deutschen ignorant, großschäuzig, extravagant, opportunistisch, aufdringlich und destruktiv sind. Die Schweizer hingegen werden in die Schublädchen gefährlich, konsenssüchtig, verklemmt, langsam, kleinkariert und neurotisch gesteckt. Selbstverständlich kann und darf sich jeder Leser von solchen Klischees distanzieren, wenn er dies braucht. Besser wäre es hingegen, er würde solche Beschreibungen einfach als mögliche Spiegel betrachten, in denen er auch Teile seines eigenen Charakters erkennt.

Da es ja auch innerhalb eines staatlichen Hoheitsgebietes beträchtliche Unterschiede gibt, kommen im dritten Kapitel die Rheinländer, Schwaben, Nord- Mittel- und Ostdeutschen, die Bayern, Sachsen und Berliner zu Sonderauftritten. Und bei den Schweizern steht diese Ehre den Zürchern, Bernern, Baslern, Aargauern, Ost- und Innerschweizern, Bündnern sowie Wallisern zu. Denn bei aller Mobilität und Mikroglobalisierung sind selbst im 21. Jahrhundert noch regionale Unterschiede im Verhalten auszumachen. Das vierte Kapitel ist dann Verkürzung total, indem die Autoren mit ultimativen Tipps aufwarten und den Gästen aus Deutschland sagen, was sie besser unterlassen sollen, um danach die Gastgeber daran zu erinnern, was sich gebührt.

Mein Fazit: Natürlich ist das Leben noch immer der beste Lehrmeister. Aber es kann nicht schaden, sich auch an den Erlebnisse anderer zu orientieren. Solche Geschichten fassen die beiden Autoren geschickt und meist unterhaltsam zusammen, decken damit Vorurteile und Klischees auf, ziehen daraus ihre Schlüsse und präsentieren das Ganze als Ratgeber für Integrationswillige und Neugierige.

Humorvoller Ratgeber5
Also ich finde das Buch wirklich höchst amüsant und gelungen - und dazu noch sehr hilfreich! Vieles war mir als Deutsche in der Schweiz zwar auch schon aufgefallen, aber es ist trotzdem sehr lustig zu lesen, wie es doch so oft zu kleinen Missverständnissen im alltäglichen Zusammenleben kommt. Und irgendwie wird weder den Deutschen noch den Schweizern eine "Schuld" zugewiesen, sondern einfach humorvoll geschildert, warum diese Missverständnisse aufgrund der unterschiedlichen Sozialisation und Mentalitäten nun mal geschehen! Die Schweizer und die Deutschen können dabei wirklich über sich selber schmunzeln. Super finde ich auch das Kapitel, in dem auf die verschiedenen Regionen Deutschlands und der Schweiz eingegangen wird - zwar in grösster humorvoller Übertreibung aller vorherrschenden Klischees - aber dennoch bin ich als Norddeutsche froh, diesmal nicht in einen Topf mit Bayern oder Schwaben geworfen zu werden! Kurzum: Ich finde das Buch witzig, spritzig und informativ.

Lieber mehr Respekt, statt überflüssiger Benimmregeln2
Für den der glaubt, dass Benimmregeln und Anpassung bis zur Selbstverleugnung der Völkerverständigung nutzen, mag dies ein hervorragender, stellenweise gar humoristischer, Ratgeber sein.
Im Kern geht er jedoch am Problem vorbei: der tief sitzenden Angst des grössten Teils der Deutschschweizer vor allem Fremden. Es ist ein höfliches Buch, eine Anleitung, in welcher Deutsche lernen, ihre Identität am Grenzübergang abzugeben.
Fein könnte man sagen, sie sind Gäste in einem fremden Land und als Gast sollte man sich anpassen - dann geht schon alles gut und man ist bald in die gastfreundliche schweizerische Gesellschaft integriert.
Die Wirklichkeit sieht leider anders aus: Deutsche können sich anpassen oder gar verbiegen die Akzeptanz und die Gastfreundschaft wird dennoch ausbleiben. Ein gutes Beispiel dafür ist eine deutsche Radiomoderatorin in der Zürichsee-Region, die nach wenigen Wochen hinaus gemobbt wurde, da sie in Hochdeutsch und nicht in Dialekt moderierte.
Wo bleibt da die Toleranz, von Gastfreundschaft ganz zu schweigen?
Benimmregeln, wie in diesem Buch beschrieben, dienen mit Sicherheit nicht der Völkerverständigung, noch sind sie dafür geeignet rassistische Vorbehalte gegenüber Fremden abzubauen.
Dafür bedarf es etwas mehr, nämlich eines wirklichen Hinschauens und Verstehenwollens - eines sich Einlassens und sich Zeigens, trotz aller Ängste.
Es bedarf des Mutes der Deutschen, die Verunsicherung zu zeigen, die das Leben in einem fremden und erst einmal abweisenden Land mit sich bringt. Und es bedarf des Mutes der Schweizer, trotz ihrer tief sitzenden Ängste ihr Herz zu öffnen und der Verunsicherung, auch wenn sie manchmal holprig daher kommt, mit Mitgefühl zu begegnen.
Als Menschen sind wir nämlich gar nicht so fremd und brauchen mit Sicherheit keinen Knigge oder keine Benimmregeln.
Was wir brauchen, ist zu allererst Selbstliebe, denn daraus wachsen dann ziemlich schnell eine Akzeptanz für Andere und gegenseitiger Respekt.