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Die Erde schlägt zurück: Wie der Klimawandel unser Leben verändert

Die Erde schlägt zurück: Wie der Klimawandel unser Leben verändert
Von Eva Goris, Claus-Peter Hutter

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  • Amazon-Verkaufsrang: #169824 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2009-04-02
  • Originalsprache: Deutsch
  • Einband: Broschiert
  • 256 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

Kurzbeschreibung
Deutschland und der Alpenraum 2035: Claus-Peter Hutter und Eva Goris, ausgewiesene Experten in Sachen Umwelt, konfrontieren uns mit den dramatischen Folgen des Klimawandels. Erzählende Kapitel schildern eine Welt, die geprägt ist durch Naturkatastrophen, Wassermangel, Seuchen, Energieknappheit und Klimaflüchtlinge. Harte Fakten, Daten und Studien belegen: So wird die Zukunft. Wenn wir nicht rechtzeitig - jetzt! - gegensteuern.

Über den Autor
Claus-Peter Hutter (Jahrgang 1955) hat zahlreiche Modellprojekte für praktische Naturschutzmaßnahmen konzipiert und gilt als engagierter Wegbereiter für einen unkomplizierten gesellschaftlichen Umweltdialog. Auf seine Initiative gehen Aktionen zurück, mit denen es gelang, ökologische Themen breiter gesellschaftlich zu etablieren. So initiierte C.-P. Hutter auch die ersten Umwelt-Städtepartnerschaften in Europa.
Der Autor vieler z. T. mit Preisen ausgezeichneter Bücher und Reportagen in Zeitschriften setzt sich als Präsident der Stiftung Europäisches Naturerbe international für die Erhaltung von Großlebensräumen mit ihrer traditionellen Verbindung von Natur und Kultur ein. Hauptberuflich befasst sich C.-P. Hutter als Leiter der Umweltakademie des Landes Baden-Württemberg mit der Suche nach neuen Wegen für eine breite Umweltbildung als Basis für die nachhaltige Sicherung von Umwelt- und Lebensqualität.


Kundenrezensionen

Wen will man erreichen?4
Selber schon an Kampagnen für Umweltschutz beteiligt, weiß ich, wie schwierig es ist, das menschliche Belohnungssystem zu überlisten. Da wir während der größten Zeit keine Probleme lösen mussten, deren Nichtbeachtung die menschliche Gattung bedroht, und da die Evolution langsam arbeitet, scheint die Software unseres Gehirns für langfristiges Denken schlecht programmiert zu sein. Umso wichtiger ist es, die Kunst der Verführung zu beherrschen. Das heißt aber auch, Jugendliche anders anzusprechen als Politiker, Wirtschaftsbosse oder Rentner. Wer heute gegen die Sechzig zusteuert, wird sich kaum mit vollem Engagement gegen ein Schreckensszenario stemmen, das eventuell erst im Jahre 2035 eintritt. Auch wenn man dies nicht gerne hört, kümmert man sich unbewusst weniger um die Zukunft, wenn man in ihr keinen Platz mehr hat. Und wer sich zu den Ausnahmen zählt, muss sich zumindest damit abfinden, dass ihm die Mehrheit seiner Altersgenossen nicht folgen wird. Damit meine ich nicht, man solle resignieren. Aber ich folgere daraus, dass man vor allem die Jungen für den Klimaschutz gewinnen muss. Und zwar nicht mit Alibiaktionen wie 1 Minute Lichterlöschen oder dem Einrichten einer Facebook-Gruppe, die niemandem weh tut.

Das Cover dieses Buches und seine Gestaltung deuten darauf hin, dass die Autoren sich auch tatsächlich an die Leser wenden, die im Jahr 2035 an Familienplanung denken oder ihren Kindern eine lebenswerte Welt hinterlassen wollen. Aber so wie ich das Lese- und Medienverhalten der Jungen einschätze, glaube ich nicht, dass dieses Buch für 25 Euro so viele von ihnen erreicht, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Es ist einfach zu textlastig, auch wenn sich die Autoren alle Mühe gaben, ihre Botschaften in einen lockeren Stil zu verpacken. Mich erinnert das formale und inhaltliche Konzept an einen engagierten Geografie- oder Biologielehrer, der seine Schüler mit maßgeschneiderten Geschichten und vielen Informationen etwas beibringen will, was diese eigentlich gar nicht hören wollen. Und diejenigen, die momentan an den Schalthebeln der Macht sitzen, kennen die Botschaft schon und fühlen sich durch die poppigen Illustrationen nicht dazu ermuntert, sich erneut mit unangenehmen Nachrichten auseinanderzusetzen.

Lasse ich den Verführungsfaktor außer Acht, dann sehe ich dieses Buchprojekt sehr viel positiver. Denn als 254-seitiges Wissenspaket kann es mit den Besten dieser Kategorie durchaus mithalten. Den Autoren ist es nämlich gelungen, die unzähligen wissenschaftlichen Quellen so zu ordnen und in ein Gesamtkonzept einfließen zu lassen, dass man auf die anstrengende Lektüre von trockenen oder allzu moralinsauren Studien verzichten kann. Und wer sein Argumentarium mit aktuellem und anschaulichem Material ergänzen will, wird den Autoren für ihre Arbeit sehr dankbar sein. Orkane, Gletscherschmelze, Klimaflüchtlinge, Hochwasserkatastrophen, Insektenplage und neue Krankheiten, Verwüstung, Dürre und Hungersnöte, Weltweites Artensterben und Energieknappheit. Zu all diesen Themen gibt es Geschichten sowie eine Fülle von Daten und Fakten. Und wenn die Schreckensnachrichten dann auf Seite 199 ein Ende haben, folgt ein kleines Klimaschutz-Handbuch mit Checklisten, Verantwortlichkeiten und Best-Practice Beispielen. Weitere dreißig Seiten umfasst noch der Anhang mit Glossar, Adressen, Erläuterungen, Literaturhinweisen und Register.

Mein Fazit: Der Zukunftsreport 2035 beschönigt nichts. Aber da Angst eher blockiert als ermuntert, glaube ich nicht, dass dieser Report die Menschen erreicht, deren Verhaltensmuster wesentlich für kommende Schrecken verantwortlich sind. Und ich habe auch starke Zweifel, ob sich junge Leser auf so viel Geschriebenes einlassen. Selten habe ich mir so gewünscht, mit meiner Einschätzung falsch zu liegen wie bei diesem Buch.

Wir können nicht nichts tun, schon um unserer Kinder willen - ein wichtiges Buch5

Dieses Buch ist eine Pflichtlektüre für alle Menschen, die sich beruflich oder aus privatem Interesse mit den globalen Zusammenhängen des Klimawandels befassen. Dass sich etwas schon jetzt ändert, dass weitere erhebliche Veränderungen, auch dramatische, bevorstehen, das ist mittlerweile in breiten Bevölkerungskreisen angekommen. Weil man selbst aber nur relativ wenig dagegen tun kann, und die beschriebenen Folgen so drastisch sind, werden sie im Alltag, auch im Alltag der Tagespolitik meistens verdrängt. Das Thema scheint zu komplex, als dass man sich damit tiefer als nur auf der Oberfläche beschäftigen könnte.

Dabei wären, so die beiden Autoren, nach Berechungen des britischen Ökonomen Nicolas Stern nur etwa fünf Prozent des weltweit erwirtschafteten Bruttosozialprodukts nötig, um die absehbaren Folgen des Klimawandels zu verhindern. Das ist vielleicht so ungefähr die Summe, vermute ich einmal, die in der Finanzkrise in den vergangenen Monaten "verbrannt" wurde.

"Die Erde schlägt zurück. Wie der Klimawandel unser Leben verändert" ist als ein auf Fakten aufgebautes Szenario für das Jahr 2035 aufgebaut. Die beiden Autoren schildern auf zwei Ebenen, was uns allen bevorsteht, wenn es zu der befürchteten Katastrophe kommt. Die erste Ebene ist eine erzählende fiktive Ebene, auf der Goris und Hutter in szenischen Episoden eindrucksvoll schildern, wie der Kampf um das Überleben im Jahr 2035 aussehen könnte.

Auf einer zweiten Ebene werden mit Unterstützung international anerkannter Experten wie Al Gore oder Klaus Töpfer die wissenschaftlichen Daten geliefert und anschaulich aufbereitet über die Ursachen und die Folgen der Erderwärmung.

Auch der Frage, ob diese Katastrophe überhaupt abwendbar ist, stellen sich die Autoren und zeigen an vielen Beispielen, wie durch neue Technologien und praktizierten Klimaschutz im Alltag der Einzelne sehr wohl seinen Beitrag leisten kann, aktiv zu werden.

Dennoch: die wichtigsten Entscheidungen fallen auf der politischen Ebene, und da hat das Klima neben der Dramatik auf der Bühne der Finanzwirtschaft im Augenblick wenig gute Karten. Doch die nächste durch den Klimawandel verursachte große Katastrophe wird das wieder ändern. Ob es dann anhaltend und nachhaltig bleibt, daran habe ich als Skeptiker doch meine Zweifel.

Wir können aber nicht nichts tun, schon um unserer Kinder willen. Deshalb leistet das Buch einen hervorragenden Beitrag und ich wünsche ihm viele Leser.

Uneingeschränkt empfehlenswert!5
Auf den ersten Blick wirken die Titelseite und die weiteren farben(frohen) Illustrationen des Buches "Die Erde schlägt zurück" für ein Dokumentarroman untypisch.
Spätestens bei Begutachtung des Inhaltverzeichnisses wird aber klar, dass die Zukunftsszenarien im Jahre 2035 zusätzlich mit alarmierenden Daten und Fakten unterstrichen werden. Auch die Gliederung in 8 Kapitel zu den Themen Orkane, Gletscherschmelze, Klimaflüchtlinge, Hochwasserkatastrophen, Krankheiten, Dürre, Artensterben und Energieknappheit lässt keine Wünsche offen.
Besonders empfehlenswert sind dabei auch und gerade die Interviews mit herausragenden Persönlichkeiten wie etwa Al Gore oder Reinhold Messner.
Darüber hinaus bietet "Die Erde schlägt zurück" einen umfangreichen Anhang in Form eines Klima-Glossars, Adressen von Institutionen und Verbänden, Best-Practice-Beispielen, etc.

Hoffen dürfen nicht nur die Autoren sondern auch die Ärmsten der Armen, dass möglichst viele mündige Leser diesen Zukunftsreport in die Hände bekommen auf dass ökonomische Denkweisen gezielt mit ökologischem Gedankengut konfrontiert und durch dieses inspiriert werden.