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Die Einsamkeit der Primzahlen

Die Einsamkeit der Primzahlen
Von Paolo Giordano

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  • Amazon-Verkaufsrang: #26483 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2009-08-17
  • Einband: Gebundene Ausgabe
  • 368 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

Aus der Amazon.de-Redaktion
Zwei Kinder, zwei Familien, zwei Schicksale: Da ist Alice, deren Vater seiner Tochter einen Skikurs aufdrängt, die das aber gar nicht will, Angst hat, ein „Hosenscheißer“ zu sein, schließlich verunglückt und ein steifes Bein zurückbehält. Und da ist Mattia, der einmal, nur ein einziges Mal nicht auf seine behinderte Zwillingsschwester aufpassen wollte, und das mit fatalen Folgen.

Schon der Titel löst Beklemmung aus: Das Bild der Primzahlen, isoliert von anderen und einsam, wie Menschen, die mit der Unmöglichkeit leben, sich jemals zu berühren, Nähe zu empfinden, zueinander zu finden. Diese Unmöglichkeit, dass auch tiefste Gefühle diese Distanz brechen könnten, beherrscht von Begin an den ungeheuer imponierenden und eindringlichen Roman des noch so jungen und schon mit Italiens renommiertestem Literaturpreis ausgezeichneten Italieners.

Alice hat es schwer in der Schule, wird aufgrund ihrer Behinderung gehänselt und gemobbt von der „Vier- Zicken- Phalanx“, einer "geschlossenen, gnadenlosen Front", geradezu gequält. „Dir ist es ganz egal, dass du mein Leben zerstört hast.“ Sie hasst ihren Vater, gibt ihm die Schuld für ein nicht gelingen wollendes Leben. Ebenso wie Mattia, den sie während der Schulzeit kennen lernt, trägt sie sich mit Schuldgefühlen: nie hat sie dem Wunschbild des Vaters entsprechen können. Tiefe Wunden auch bei Mattia, der die unausgesprochenen Vorwürfe der Eltern fühlt. Auch er zieht sich in sich zurück und was Alice die Essstörungen, das sind Selbstverletzungen für ihn. Sehnsüchte, verborgene Liebe auf beiden Seiten, und nirgendwo ein Weg sie auszuleben, mitzuteilen, die Wunden der Kindheit und Jugend zu überwinden. Nur immer wieder die starke gegenseitige Anziehungskraft: „...zwei Menschen, die im jeweils anderen die eigene Einsamkeit wiedererkannt hatten.“

Als „sensationelles Romandebüt“ wird er gefeiert, der junge Autor aus Turin und in der Tat, es ist auffällig, geradezu ergreifend, dass ein junger Mann, Jahrgang 1982, über 370 Seiten hinweg ohne Mühe und Schwächen sich so tief in die zwei Seelen seiner Protagonisten begeben kann. Überaus einfühlsam, so, dass man Verletzungen fast wie selbst erlebt empfindet, es stellenweise fast körperlich weh tut, dem Schicksal von Alice und Mattai zu folgen. Ein schmerzhafter, aber sehr warmherziger Roman über das Erwachsenwerden und die Wunden der Kindheit.

Alice macht ihren Weg als Fotografin, begegnet Mattia, der Mathematik studiert immer wieder in ihrem Leben, und obwohl sie beide wie füreinander bestimmt scheinen, bleibt die entscheidende Frage: „Du musst dich nur entscheiden. Gehst du oder nicht. 1 oder 0, wie ein binärer Code.“ Bei der Frage Lesen oder Nicht-Lesen ist die Antwort absolut eindeutig und schnell gegeben: Unbedingt lesen! -- Barbara Wegmann

Pressestimmen
""Die Einsamkeit der Primzahlen" erzählt - sprachlich meisterhaft - von Schuld, traumatisierten Seelen und einer unmöglichen Liebe. Klingt anstrengend - und ist doch ein fulminantes Lesevergnügen, denn Paolo Giordano jongliert souverän und phantasievoll mit Bildern und hat eine wundervolle Sprache. Spannend und tiefgründig ist sein Romandebüt, das man, einmal angefangen, nur schwer aus der Hand legen wird." (Peter Twiehaus, ZDF Morgenmagazin )

"Ein ungewöhnlich spannendes Buch." (Thomas Hocke in Focus )

"Giordano hat Stil. Er überträgt die Schweigsamkeit seiner Figuren auf seinen Roman selbst. Kein Wort zu viel; keine blumigen metaphorischen Girlanden; karge, einfache Sätze, die keinen Widerstand leisten. Solchen Minimalismus schätzt der Autor an Raymond Carver. Es entsteht so eine sentimentale Geschichte, die weitgehend unsentimental erzählt wird. Sie gewinnt die Gunst des Publikums auf andere Weise. Darin besteht die Kunst Paolo Giordanos. Da große Worte fehlen, muss sich der Blick an die kleinen Dinge halten. Sie verlieren dadurch ihren Charakter als Werkstoff und verwandeln sich in beziehungsreiche Symptome dessen, was verschwiegen wird. ... Das ist das eigentlich Erstaunliche dieses Romans der gescheiterten Wahlverwandtschaften. Er offeriert seine Geschichte weithin im Modus der Enthaltsamkeit und findet doch üppigen Zuspruch – durchaus ein Kompliment an die Leserschaft. Deutet sich darin eine neue Sensibilität an, die am Ufer selbstbeherrschter Schriftlichkeit Erholung von medialen Überschwemmungen in Wort, Bild und Ton sucht?" (Winfried Wehle, Frankfurter Allgemeine Zeitung )

Kurzbeschreibung
»Zum Teufel noch mal, was für ein großartiger Schriftsteller, schon mit 26 Jahren!« Andrea Camilleri

Ein einziger Tag in ihrer Kindheit, so scheint es, hat über ihr ganzes Leben entschieden. An einem solchen Tag verlor Alice für immer ihre Unbeschwertheit und das Vertrauen zu ihrem halsstarrigen Vater. Mattia hingegen verlor mit sechs Jahren seine Schwester, deren Hilfsbedürftigkeit er ein einziges Mal, für wenige Stunden, missachtet hatte. Seither quälen ihn Schuldgefühle, die er niemandem offenbart.

Sieben Jahre später lernen Mattia und Alice sich auf dem Gymnasium kennen. Die Anziehungskraft zwischen den beiden scheint unwiderstehlich. Jeder erkennt im anderen die eigene Einsamkeit. Alice ist der einzige Mensch, dem Mattia wenigstens einmal seinen Schmerz zu offenbaren wagt. Und umgekehrt würde sie nie einen anderen als ihn bitten, das Tattoo von ihrer Haut zu entfernen, mit dem sie ihre inneren Wunden gleichsam übermalen wollte. Doch mit den Jahren werden die Hindernisse, die die beiden einander unbewusst in den Weg legen, höher und höher. Bis sie sich entscheiden müssen.

In einer ebenso klaren wie poetisch-eindringlichen Sprache erzählt Paolo Giordano die Geschichte von Alice und Mattia, die wie Primzahlzwillinge nahe beieinanderstehen und doch immer durch eine Winzigkeit getrennt bleiben. Komplexe Seelenzustände schildert er so genau, dass sie fassbar werden und uns tief berühren. Paolo Giordano findet unvergessliche Bilder für die verschlungenen Wege, auf denen die Dramen der Kindheit in uns fortwirken. Seine Prosa verwandelt auf magische Weise Schmerz in Trost.

Ausgezeichnet mit Italiens renommiertestem Literaturpreis – dem »Premio Strega«. Mit 26 Jahren ist Paolo Giordano der jüngste Gewinner aller Zeiten.